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E Jahrbücher \
der Deutschen
Malakozoolorischen Gesellschaft
nebst
Nachrichtsblatt.
Redigirt von Dr. W. Kobelt
in Sehwanheim a. M.
Vierzehnter Jahrgang 1887. Heft IV. Ausgegeben am 31. März 1SSS,
RueARpı. 25
FRANKFURT am Maın. Verlag von MORITZ DIESTERWEG.
1888.
Inch. a:T:t,
Seite Branesik, Dr. Karl, Einiges über Helix faustina Zgl und deren Formen im Trencsiner Comitate, sowie über den Zusammen- hang mit H, Rossmässleri Pfr. . 307 Kobelt, Dr. W., Die geographische Verbreitung der Land-Deckel- schnecken . 3l4 Gredler, P. Vincenz, Zur Conchylien- -Fauna von China a (XII Stück) 343 Kobelt, W., Diagnose einer neuen Arca . . 374
D .. . RE
Da die Jahrbücher der Deutschen Malakozooiogischen Gesellschaft nicht weiter erscheinen, bieten wir den Mitgliedern Gelegenheit, die noch in unserem Besitz befindlichen Jahrgänge zu ermässigtem Preise zu beziehen, resp. inkomplette. Bände zu ergänzen. Auch das Nachrichts- blatt liefern wir bis auf weiteres zu ermässigtem Preise:
Jahrbücher der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft Jahr- gang VIII—XIV: 1881—1887 zusammen für Mk. 50.—
Einzelne Jahrgänge ä S Mk. Einzelne Hefte, soweit vorhanden, a2 Mk.
Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft, Jahrgang 1881—1887 zusammen für 15 Mk. Einzelne Jahrgänge ä& 3 Mk. Einzelne Nummern soweit vorhanden, ä 50 Pfe.
Die früheren Jahrgänge sind ebenfalls zu ermässigtem Preise zu beziehen und zwar von den Herren R. Friedländer und Sohn in Berlin.
(Siehe die folgende Anzeige).
Frankfurta. M., im März 1888.
Verlagsbuchhandlung von
Moritz Diesterweg.
Jahrbücher der Deutschen Malakozoolog. Gesellschaft Jahrgang I—VII: 1874—1880; dazu: Nachriehtsblatt, Jahrgang I—-XIl: 1869-80 werden von uns bis auf Weiteres zum ermässigten Preise von {0 Mark
geliefert. — Der ursprüngliche Ladenpreis beträgt 156 Mark.
Diese Jahrgänge enthalten 84 grossentheils "eolorirte Tafeln.
Auch einzelne Jahrgänge, soweit vorhanden, werden zu ermässigten Preisen abgegeben.
Wir sind im Besitz der Gesammtvorräthe.
Berlin N.W., Carlstrasse 11.
R. Friedländer & Sohn.
Druck von Kumpf & Reis, Frankfurt a. M.
Nachriehtsblatt
der Deutschen
Malakozoologischen Gesellschaft.
Neunzehnter Jahrgang 1887.
werd gr t von Dr. W. Kobelt
in Schwanheim a. M.
FRANKFURT AM Maın. Verlagiivon MORITZ DIESTERWEG.
Gredler, P. Vincenz, Bxcursion nach Val Sella und dem Alpen- distriete der Sette Communi in Tirol .
Merkel, E., Zur Molluskenfauna Schlesiens
Kobelt, Dr. W., Das Verhältniss der europäischen Tandmoligase fauna zur westindisch-centralamerikanischen
Simroth, Dr. H., Ueber das Gleiten der Schnecken an der On fläche Er Wassers (Schwimmen)
Hocker, F., Ein weiterer Fundort von Clansikasira orthostoma Mike, in Thüringen
Simroth, Dr. H., Einige essnkungen; etofend ie Syatemahik der europäischen Nacktschnecken
Gredler, P. Vincenz, Zur Conchylienfauna von China. xu. Stück
Sterki, Dr. V., Zur Fauna von Ohio re
Kobelt, Dr. W., Diagnosen neuer Pectenarten . .
Kleinere Mittheilungen .. .°....°.% 16. 58.93. 126. rteratunberiene a RT, BRETT. 09: Yan Tan HP NeneuNMitelieden- #0. Mm nr Sn nn u a a ee re Berichteungomen en N Re Se Noerwlorie rn RER MENT Sn LER EN
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133 139
145 148 149 161
168 178
180
150 187
24 150 125
Durch ein Versehen folgt auf pag. 24 gleich pag. 33, was wir zu
entschuldigen bitten.
Druck von Kumpf & Reis in Frankfurt a. M.
No. 1 u. 2. Januar-Februar 1887.
Nachrichtsblatt
der deutschen
| Malakozoologischen Gesellschaft.
Neunzehnter Jahrgang.
Erscheint alle zwei Monate und wird gegen Einsendung von Mk. 6.— an die Mitglieder der Gesellschaft franco geliefert. — Die Jahrbücher der Gesellschaft erscheinen 4mal jährlich und kosten für die Mitglieder Mk. 15.—
Im Buchhandel werden diese Zeitschriften nur zusammen abgegeben und kosten
jährlich Mk. 24. —
Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuscripte, Notizen u. s. w. gehen an die Redaetion: Herrn Dr. W. Kobelt in Schwanheim bei Frankfurt a. M.
Bestellungen (auch auf die früheren Jahrgänge), Zahlungen und dergleichen gehen an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M.
Andere die Gesellschaft angehende Mittheilungen, Recla- mationen, Beitrittserklärungen u. s. w. gehen an den Präsidenten: Herrn D. F. Heynemann in Frankfurt a. M.-Sachsenhausen.
Mittheilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie.
Die Binnenmolluskenfauna von Neu-Guinea. Von Dr. W. Kobelt. (Schluss.)
Die neuen Publikationen, welche ich in der ersten Hälfte dieses Artikels in Aussicht stellte, sind rascher ge- kommen, als ich erwartete und zwingen mich jetzt schon einen Nachtrag zum Verzeichniss der papuanischen Mollus- ken zu geben. Brazier hat im zehnten Bande der Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales eine kleine Zahl von Miklucho-Maclay gesammelter Novitäten beschrieben und damit den ersten Beitrag zur Fauna des deutschen Antheils geliefert, und Tapparone-Canefri hat in einem ersten Nachtrage (in Annali Museo Civico Genova (2) vol. IV. p. 113—199 tav. 1—2) eine erhebliche Anzahl von Arten aufgezählt, welche
1
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noch von Beccari und d’Albertis gesammelt worden sind, aber sich erst bei genauerer Untersuchung der Spiritus- gefässe vorgefunden haben, welche grössere Thiere enthielten. Sie ändern allerdings in dem allgemeinen Faunencharakter nichts.
Die neu hinzugekommenen Arten sind:
Paludina Kowiayensis Brazier. Pythia latidentata Tapp.
Melania Walloriensis Brazier, — obscura Tapp.
Neritina funesta Tapp. Cyclotus (Adelomorpha n,) acan-
Trochomorpha morio Tapp. thoderma Tapp.
Helix (Coliolus n. subg.) Arfa- — tunicatus Tapp. kiensis Tapp. Leptopoma pumilum Tapp.
— (Papuina) rhynchonella Tapp. — apicale Tapp,
— — Gorenduensis Brazier. — aurantiella Tapp.
— — Leonardi Tapp. — callichloros Tapp.
— — Maclayensis Brazier. — puniceum Tapp.
— (Chloritis) Maforensis Tapp. — nigrilabrum Tapp.
Nanina atropos Tapp. — Gianellii Tapp.
— (Rhysota) Achilles Albers. Helieina Jobiensis Tapp.
Sitala carinigera Tapp. — neglecta Tapp.
— propinqua Tapp. Truncatella fasciata Tapp.
Pythia proxima Tapp.
Von besonderer Wichtigkeit sind darunter die beiden Sitala-Arten, die beiden eigenthümlichen Cyelotus, die mit den schon früher beschriebenen Cyclotus tristis eine eigene Untergattung bilden, die sieben Leptopoma, welche meine Voraussagung auf p. 172 bestätigen, und die eigenthümliche Helix Arfakiensis, für welche Tapparone eine eigene Unter- gattung für nöthig erachtet hat. Der Gesammtcharakter der papuanischen Fauna wird dadurch nicht im mindesten ver- ändert und ich brauche nichts von dem in voriger Nummer Gesagten zu modificiren.
Die meisten der neuen Arten stammen von der West- halbinsel oder den Inseln der Geelvinkbai. Keine der cha- racteristischen neuen Formen scheint an der Maclay-Küste vorzukommen. Die von Brazier aufgezählten, von Miklucho- Maclay gesammelten Arten sind folgende sechs:
Paludina Kowiayensis Braz., Papua | Paludina Maclayana Braz., ibid. Kowiay in der Tritonsbay, Rhysota Achilles Braz,, ibid. Melania Walloriensis Braz,, ibid, Planispira discordialis Fer., ibid. Papuina Gorenduensis Braz.,
Maclay-Küste.
Sie sind hoffentlich nur ein geringer Theil der Aus- beute des russischen Reisenden; einen Schluss auf die Fauna der Osthalbinsel gestatten sie um so weniger, als nur die vier letzten von der Maclay-Küste stammen.
Von der Fauna der Südküste erweckt uns das Ver- zeichniss Tapparone’s eine etwas günstigere Vorstellung, als die früher im Jahrbuch eitirten Aussprüche von Petterd, welcher selbst in den üppigst bewachsenen Parthieen des Gebirges die Molluskenfauna gleich arm an Arten wie an Individuen fand. Aus dem Gebiete des Fly-River und von Katau nennt Tapparone folgende Arten:
Paludina decipiens Tapp. — (Sulcobasis) Beatrieis Tapp. — Paulucciana Tapp. — — Gerardi Smith. Melania Flyensis Tapp. — (Chloritis) dinodeomorpha — epidromoides Tapp. Tapp.
Potamides corneus A, Ad. — (Cristigibba) plagiocheila Tapp. Thalassia annulus Braz. — — rhodomphala Tapp. — rustica Pfr. — — dominula Tapp Trochomorpha planorbis Lesson, — (Hadra) Hixoni Braz. Calyeia Isseliana Tapp. — — DBroadbenti Braz, Helix (Papuina) Strabo Braz. Microcystis orbiculum Tapp. — — Katauensis Tapp. — Brujnii Tapp.
— — Tapparonei Smith Auricula auris Judae L.
— — ZenoBraz. (latiaxis Smith). — dactylus Pfr.
— (Geotrochus) Canovarii Tapp. — Dunkeri Pfr.
— — Brazieriae Braz. Cassidula angulifera Petit.
— (Insularia) Taumantias Tapp. — rugulata Hombron.
— — ridibunda Tapp. Pythia insularis Hombr.
— — meditata Tapp. — imperforata A. Ad,
— — Tomasinelliana Tapp. — latidentata Tapp.
— — Gestroi Tapp. — chrysostoma Tapp.
— — Siculus Braz. — obesula Tapp.
— (Obba) Goldiei Braz, (oxy- Limnaea Lessoni Tapp.
stoma Smith nec Thomä), Cyelotus Poirierii Tapp. 1*
Cyelotus tristis Tapp. Leptopoma Gianellii Tapp. Helicina Maino Brazier.
— leucostoma Tapp. Cyelotropis papuensis Tapp.
Cyrena divaricata Desh. Batissa Albertisii Tapp. Unio Beccarianus Tapp. — Mattirolii Tapp. — Flyensis Tapp.
Dazu kommen noch drei Arten, welche Martens von Taburi an der Südküste beschrieben hat, nämlich: Nanina Egbertae Martens. Helix Naso Martens. — Rehsei Martens.
Endlich müssen wir zur Südküste noch die Yule- Insel rechnen, welche nur durch den schmalen Hall-Sund von der Osthalbinsel getrennt wird; wir kennen ihre Fauna genauer, weil verschiedene wissenschaftliche Expeditionen nach Neuguinea von dort ihren Ausgang genommen haben. Brazier nennt von dort: Trochomorpha Lomonti Braz. Thalassia Sapho Braz. Conulus Maino .Braz.
— Starkei Braz. Tornatellina terrestris Braz. Bulimus Mac Leai Braz.
Papuina yulensis Braz. Insularia Brazierae Braz. Ochthephila ? Albertisii Braz. Leptopoma vitreum Less. (?). Pupinella Crossei Braz. Helicina Coxeni Braz. Vergleichen wir diese Fauna mit der der Westhalb- insel, so muss uns zuerst die durchgehende specifische Ver- schiedenheit auffallen. Ausser Trochomorpha planorbis ist, von den Auriculaceen abgesehen, keine einzige Art identisch, denn das Leptopoma von der Yule-Insel wird sich wohl bei genauerer Vergleichung als eigene Art erweisen. Der Gesammtcharacter der Fauna ist aber weit weniger ver- schieden, als man erwarten sollte, die grossen Helices aus den- selben Gruppen sind noch der hervorstechendste Zug, und nur die beiden Hadra verkünden unter ihnen die Nähe Austra- liens. Ausser ihnen könnte man noch die drei Unio und auf Yule-Island den Bulimus und die sogenannte Ochthephila als australisch deuten. Nach Osten hin weisen die beiden T’halassia, die Microcystis und die Tornatellina
an Fe
der Yule-Insel. Im Ganzen beweist gerade diese Fauna der Südküste unwiderleglich, dass Neu-Guinea, was die Mollus- ken anbelangt, unbedingt als ein eigenes Entwickelungs- centrum angesehen werden muss. Uebrigens dürfen wir bei der Beurtheilung dieser Fauna nicht vergessen, dass die betreffenden Arten alle im Flachlande gesammelt sind, da das Gebirge von dieser Seite her noch nicht erreicht worden ist.
Zur Osthalbinsel sind auch die Louisiaden zu rech- nen, die unmittelbare Fortsetzung der äussersten Spitze. Bezüglich ihrer Fauna stehen wir leider immer noch so ziemlich auf demselben Standpunkte, wie bei der Abfassung weines früheren Cataloges, nur zwei Partula sind’ ganz neuerdings hinzugekommen und stützen meine Vermuthung, dass auch die beiden früher beschriebenen papuanischen Partula aus dem Osten stammen mögen. Die jetzt bekann- ten Arten sind:
Nanina inclinata Pfr, Geotrochus Coxianus Angas.
— divisa Forbes. Partula similaris Hartm. Chloritis Leei Cox. — Woodlarkiana Hartm. Geotrochus Luisiadensis Forbes, Melampus luteus Quoy.
— Dampieri Angas. Pupina grandis Forbes.
— Boyeri Fischer, Admiralitäts- — Moulinsiana Fischer et Bern
inseln. Helicina Luisiadensis Forbes.
— Millicentae Cox. | — Stanleyi Forbes.
— Woodlarkiana Sow. Neritina diadema Recluz,
— coniformis Fer,, Neuirland.
Wir sehen hier die molukkischen Gruppen auf eine einzige Chloritis reducirt; dafür herrschen die ächten Geo- trochus, die Charactergruppe Melanesiens. Ich möchte daraus den Schluss ziehen, dass wir auch im deutschen Antheile von Neuguinea noch eine Anzahl Geotrochus zu erwarten haben und ausserdem wahrscheinlich eine Anzahl grösserer Pupina. Ob aber Neuguinea jemals bezüglich des Reich- thums in Geotrochus mit den Salomons-Inseln und ihren (jetzt
Ber
schon) 50 Arten wird rivalisiren können, möchte ich be- zweifeln; dafür sind diese auf Neu-Irland und den Admirali- tätsinseln denn doch zu wenig entwickelt.
Unsere Kenntniss der Fauna von Neu-Irland so- wohl, wie von den übrigen melanesischen Inselgruppen hat von dem neuerdings erwachten Annexionswetteifer noch sehr wenig profitirt; zu den ven mir früher gegebenen Faunen- verzeichnissen sind meines Wissens nur die wenigen Arten hinzugekommen, welche der Challenger im Vorbeifahren mitnahm und Smith beschrieben hat. . Sie ändern das Ge- sammtbild der Faunen nicht im Geringsten. Auf den Ad- “miralitäts-Inseln sind zwei Nanina, ein Athoracophorus, eine Chloritis, zwei @eotrochus, eine Partula und eine Helicina, sowie ein generisch noch nicht ganz sicheres (yelostoma hinzugekommen ; wir kennen somit jetzt von dort folgende
Arten:
Athoracophorus virgatus Smith. Nanina Novae Hiberniae Quoy,
Neuirland.
— infrastriata Smith.
— Cartereti Smith.
— catinus Pfr,
— caesia Pfr.
?— sebacea Pfr. Trochomorpha xiphias Pfr. Patula Georgiana Quoy. Planispira brevipila Pfr. Chloritis eustoma Pfr.
— Gaymardi Desh. Neu-Irland. — D’Entrecasteauxi Smith. — ursina Pfr. Papuina antrorsa Pfr. Helix (— ?) Hombroni Pfr.
— — Iris Pfr., Neu-Irland. — — murina Pfr.
— — majuscula Pfr,, Neu-Irland.
— — quercina Pfr. Geotrochus meta Pfr.
Geotrochus plagiostoma Pfr.
— Lambei Pfr.
— flexilabris Pfr.
— phthisica Pfr.
— Sachalensis Pfr,
— motacilla Pfr.
— crucibulum Pfr.
— congrua Pfr,
— Purchasi Pfr.
— acmella Pfr.
— Boyeri Fischer, Louisiades.
— vexillaris Pfr.
— cineracea Pfr.
— Moseleyi Smith.
— Labillardierei Smith. Merope fringilla Pfr. Partula strigosa Pfr.
— glutinosa Pfr,
— Carteriensis Quoy
var. Neu-Hannover.
— minuta Pfr.
— Hartmanni Smith.
Be" „us
Leptopoma Hanleyanum Pfr. Helicina suavis Pfr.
— gratiosa Pfr.
— Ponsonbyi Smith. Melania Arthuri var. | Neritina cornea L.
Pythia scarabaeus L, | Melampus sulcatus Ad., Neuseeland — australis Quoy.
— sculptus Pfr.
— commodus Ad.
— zealandicus Ad., Neusteland. Cyclostoma infans Smith.
Die Fauna von Neu-Irland und Neu-Hannover hat eine Bereicherung nicht erfahren; nur Leptopoma vitreum var. wäre aus den Sammlungen der Gazelle hinzuzufügen. Es wird das hoffentlich bald anders werden und dann wird man auch daran gehen können, die einzelnen Inseln geson-
dert zu betrachten. Die gegenwärtig bekannten Arten sind:
Nanina Novae Hiberniae Quoy, Adm.-Ins. * — rufa Lesson. Trochomorpha solarium Quoy. * — discoides Lesson. »Patula ? Mac Gregori Cox. »Papuina phaeostoma Martens. Helix (—?) majuscula Pfr. Adm. Ins. — Isis Pfr. Adm. Ins. »Semicornu Silenus Angas. Chloritis erinaceus Pfr. Salom, Ins. * — discordialis Pfr. — Gaimardi Desh. var. adusta Has. Admir, Ins. Geotrochus coniformis Pfr. Louisiaden, — Gaberti Lesson, Neu Guinea, Salom. Ins. * — pyxis Hinds. * — Dumonti Pfr, Partula Carteriensis Quoy, Admir. Ins, — radiolata Pfr., Guam. Pythia scarabaeus L. — pyramidata Rve., Salom. Ins., Guam.
Melampus costatus Quoy. — fasciatus Desh. — sciuri Lesson.
Cassidula vespertilionis Lesson. — mioxi Lesson. Auricula subula Quoy.
»Cyclostoma Novae Hiberniae Quoy. * — pygmaeum Sow.
»Omphalotropis bulimoides Hinds. Truncatella valida Pfr.
»Leptopoma ignescens Pfr, # — Dohrni A. Ad. — vitreum var. »Pupina aurea Hinds, — Keraudreni Vign. Salom. Ins.
Melania funiculus Quoy,Mollukken
— figurata Hinds.
— clavis var, gaudiosa Hinds. Philippinen.
— fulgurans Hinds, Molukken.
— fauna Lesson.
— florata Hinds,
— pyramidata Hinds.
— latebrosa Hinds.
— mirifica H. Ad.
— pugilis Hinds,
a
Melania verrucosa Hinds. Melania moesta Hinds. — aspirans Hinds. Cyrena papua Lesson. Ausserdem noch fünfzehn Neritinen, deren nochmalige Aufzählung hier überflüssig erscheint. Von Landschnecken sind also nur fünfzehn auf die Insel beschränkt und die Ver- wandtschaft einerseits mit den Admiralitätsinseln, andererseits mit den Salomonsinseln tritt sehr deutlich hervor. Die mo- lukkischen Gattungen sind immer noch durch drei Chloritis, eine Papuina und ein Semicornu vertreten und mehr als das spricht das Fehlen von Placostylus dafür, dass die neu- irländische Inselgruppe noch der papuanischen Provinz zu- zurechnen ist. Hoffentlich sind wir bald in der Lage, einen recht erheblichen Nachtrag zur Fauna derselben zu geben. Für die Salomons-Inseln, von denen wenigstens die drei westlichsten, Bougainville, Choiseul und Isabel, nun definitiv dem deutschen Schutzgebiet einver- leibt sind, haben: wir dagegen eine erhebliche Anzahl neuer Arten zu verzeichnen, welche Smith in Proc. Zool. Soc. London 1885 beschrieben hat. Eins der reichsten Schnecken- gebiete der ganzen Erde ist nun deutsch geworden, aber es wird noch manches Jahr dauern, bis die von Hause aus kriegerischen und durch den unter dem euphemistischen Namen Labour-Trade bezeichneten Menschenraub erbitterten und misstrauisch gemachten Eingeborenen soweit gewonnen
sind, dass das Innere der immerhin grossen Inseln — die drei obengenannten messen zusammen über 21000 Quadrat- kilometer — im Innern erforscht werden können. Wohl
aber werden die prachtvollen grösseren Arten hoffentlich bald in den europäischen Sammlungen häufiger werden, denn wir wissen durch Petterd, dass die Eingeborenen ge- wohnt sind, sie als Tauschartikel den Europäern scheffel- weise anzubieten. Hoffentlich instruirt die Neuguinea Com- pagnie, deren Verwaltung die Inseln unterstellt sind, ihre Beamten dahin, auch diesem Zweige der Naturgeschichte ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Die gegenwärtig von den Salomonen bekannten Arten sind:
? Streptaxis costulosus Pfr.
Rhytida Villandrei Gassies.
? Vitrina ? aurea Pfr.
Helicarion planospira Pfr.
Nanina (Paryphanta) rapida Pfr. Neu Seeland.
Microcystis nematophora Pfr,
— Wanganensis Cox.
Xesta capitanea Pfr.
Macrochlamys Keppeli Pfr.
Thalassia glaberrima Pfr.
— radiaria Pfr.
Videna Sanctae Annae Smith.
Hemiplecta Salomonis le Guill.
— subtecta Pfr. (eucharis Rve.).
— compluviata Cox.
Trochomorpha exaltata Pfr, (Cleryi Rve.
— Meleagris Pfr.
— eustrophes Brown. — Veronica Pfr.
— membranicosta Pfr. — cerustulum Pfr.
— Crouani le Guill. — semiconvexa Pfr. — Belmorei Cox.
— matura Pfr.
— fatigata Cox,
— Merziana Pfr.
— Henschei Pfr.
— serena Cox.
— seytodes Pfr,
— deiopeia Angas. — Juanita Angas.
— partunda Cox.
— Zenobia Pfr.
— rhoda Angas.
— Eudora Angas.
Patula portia Gray, Neu Seeland.
| Helix (—?) Hombroni Pfr.
Admir. Ins, — — grossularia Pfr. — — Alasteri Cox, Philina Novae-Georgiensis Cox. — cerealis Cox. Chloritis erinaceus Pfr. Neu Irland.
. — Mendanae Cox.
Geotrochus Adonis Angas. — Alfredi Cox.
— ambrosia Angas.
— Beatrix Angas.
— Biocheana Crosse.
— blanda Cox.
— Boivini Petit,
— Boyeri Fischer, Louisiaden. — Brenchleyi Brazier. — Brodiei Braz.
— Chancei Cox.
— Choiseulensis Brazier, — Cleryi Reel. (helicinoides
Hombr.)
— coorulescens Angas. — Coxiana Angas.
— Deidamia Angas.
— Donnae Isabellae Angas. — Eros Angas.
— Gaberti Lesson.
— Gamelia Angas.
— gelata Cox.
— Guadalcanarensis Cox. — Guppyi Smith.
— Hargravesi Angas.
— Hermione Angas,
— Hunteri Cox.
— hyalina le Guill.
(reflexiuscula Pfr.).
— Isabellensis Sow.
— lactiflua Pfr.
Geotrochus Lambei Pfr. leucophaea Cox. Leucotho& Pfr.
Lienardiana Crosse. Macfarlanei Cox, Malantanensis Ad. et Angas. Mendana Angas.
Mendoza Brazier.
metula Cox. migratoria Pfr. miser Cox, philomela Angas.
Quirosi Cox.
Ramsdeni Angas. redempta Cox,
Sellersi Cox.
splendescens Üox. xanthochila Pfr. zelina Cox.
Corasia tricolor Pfr,
— Rossiteri Angas. Wisemanni Braz. Aphrodite Brazier.
Psyche Angas.
Balcombei Pfr.
Anadyomene Ad. et Angas. Placostylus Founaki Hombr.
De Cleryi Petit.
Macfarlanei Brazier,
San Christovalensis Cox. stutchburyi Pfr. Kreftii Cox. strangei Pfr. sellersi Cox, scotti Cox. Macyillivrayi Pfr.
-- miltocheilus Reeve, Hargravesi Cox. Bulimulus Alcantarae Bern. Simpulopsis ? Salomonia Pfr.
Salomonis Pfr. Neue Hebriden.
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Partula alabastrina Pfr.
— glutinosa Pfr,
— cinerea Alb.
— pellucida Pease.
— Reeveana Pfr.
?— Recluziana Petit.
— micans Pfr,
— Peasei Cox.
— decussatula Pfr. Schifferinseln. Coeliaxis exigua Ad. et Angas. Succinea simplex Pfr.
Pythia scarabaeus L.
— pyramidata Rve.
—- insularis Hombr.
— chalcostoma A. Ad. Melampus fasciatus Desh, Cyelostoma triste var. Neuguinea.
— laeve Pfr,
‘ Cyclotus daueinus Pfr.
Diplommatina Wisemanni Cox. — Brazieri Cox,
Leptopoma vitreum var.
— Hargravesi Cox.
— Jacquinoti Pfr.
Pupina Keraudreni Vign. N.-Irland. — Solomonensis Smith.
— polita H. Ad,
— tumida Pease.
Realia nebulosa Pease.
?— bulimoides Hombr. Helicina modesta Pfr. Neue Hebrid. egregia Pfr. Moquiniana Recluz. Sophiae Brazier. Salomonensis Smith. spinifera Pfr. livida Hombr. Melania monilifera v. d. B.
— Salomonensis Brod.
— fulgurans Hinds.
— scabra Müller.
Melania amarula L.
ugiensis Smith. Sanctae Annae Smith, verrucosa Hinds. fastigiella Reeve. cimelium Reeve, Brazieri Ancey. Guppyi Smith. Christobalensis Brot. sobria Lea Philippinen,
papuensis Quoy Neu - Guinea.
Arthurii Brot Neucaledonien. acanthica Lea Philippinen.
11
Neritina turrita Chemnitz.
dubia Chemnitz. adumbrata Reeve. Petitii Recluz. pulligera L. cornea L. marmorata Hombr. subsulcata Sow. olivacea le Guill. Macgillivrayi Rve. asperulata Phil. variegata Sow. Turtoni Recl
Neritina porcata Gould.
— Christovalensis Reeve. auriculata Sow. Powisiana Recluz. Bruguierei Recluz. sanguinea Sow.
Vergleichen wir diese Fauna mit den anderen seither aufgeführten, so fällt uns sofort der ganz verschiedene Cha- rakter ins Auge. Zwar sind auch hier noch zwei Chloritis als äusserste Vorposten der Molukkenfauna vertreten und als geographisches Räthsel erscheinen sieben Corasia, deren nächste Verwandte auf den Philippinen zu suchen sind, aber den Faunencharakter bestimmt @eotrochus mit 48 und Trocho- morpha mit 21 Arten, beides Gruppen, die nach Westen hin nur noch in geringer Artenzahl vertreten sind. Dazu kommen eine ganze Anzahl neuer Züge, nicht nur die 13 Placostylus, die kaum weniger reich vertreten sind, wie auf den Viti- Inseln, wenn sie auch in keiner Weise an die neucaledopi- schen heranreichen, und die neun Partula, sondern auch die ARhytida, die mit Neuseeland gemeinsamen Paryphanta und Patula, und die beiden Realia. Auch den Unio könnte man hierherziehen, doch ist es nicht unmöglich, dass diese Gattung auch noch auf den anderen Inselgruppen Vertreter zählt.
brevispina Lam. squarrosa Recl. — sanguisuga Rve Navicella suborbicularis Sow. Unio Guppyi Smith,
—
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Die Gruppe @eotrochus bietet die eigenthümliche Er- scheinung, dass ihr Verbreitungscentrum sehr excentrisch liegt; östlich von den Salomonen finden wir sie nur noch durch zwei Arten auf den Neuen Hebriden vertreten (Eva Pfr. und plagiostoma Pfr.), die dritte der Gruppe zugerech- nete Art (Helix singularis Pfr.) gehört schwerlich zu ihr.
Nach dem gegenwärtigen Zustand unserer Kenntnisse bilden neben den Corasien, deren Verhältnis zu den zu derselben Gattung gerechneten philippinischen Arten leider immer noch nicht anatomisch geprüft ist,. Bulimulus Alcan- tarae und Simpulopsis Salomonia geographische Räthsel, deren Lösung wir aber ruhig der genaueren Erforschung der Inselgruppen werden überlassen können.
Eine neue Admete. Von W. Kobelt.
Admete cancellata n.
Testa parva, ovato-pyramidata, crassiuscula, cinereo-fusca ; anfractus 6 convexi, supra breviter planati, costellis radiantibus quam interstitia angustioribus circa 15 in anfractu ultimo lirisque spralibus vix minoribus 3 in penultimo distincte clathrati, costellis ad peripheriam anfractus ultimi subite evanescentibus; apertura parva, irregulariter ovata, canali indistincto, columella medio distincte biplicata.
Alt. 9,5, diam. 5,5 mm.
Hab litora Japoniae. — Exstat in Museo Paeteliano.
Proxima Cancellariae japonicae Edg. A. Smith, sed a tura distinete cancellata.
Be.
Vertige Ronnebyensis West. in Deutschland. Von E. Merkel.
Zur schlesischen Molluskenfauna zählt eine hochinteres- sante Species, Vertigo arctica Wallenb., deren eigentliche Heimath im hohen Norden und zwar im nördlichen Schweden und in Grönland zu suchen ist. Ihr schlesisches Vorkommen beschränkt sich auf ein sehr eng begrenztes Gebiet inı Rie- sengebirge, die kleine Schneegrube, woselbst sie (nach dem Berichte Dr. Reinhardt’s in Berlin in der Sitzung der Gesellschaft naturforschender Freunde vom 21. April 1868) durch Herrn Hieronymus in Görlitz gefunden worden war und auch später wiederholt gesammelt worden ist.
Die Schneegruben sind ein in vielfacher Hinsicht merk- würdiger Punkt des schlesischen Gebirges. Es sind zwei riesenhafte, wahrscheinlich durch Einsturz entstandene Fels- nischen, deren Wände etwa 300 Meter tief vom Haupt- kamme des Riesengebirges fast senkrecht nach der Nordseite abfallen. Zwischen beiden Gruben ist ein riesiger Strebe- pfeiler, der sogenannte Grat oder Sattel, mit schrägerer, aber immer noch sehr steiler Abdachung stehen geblieben. Der nach Norden sanft geneigte Boden beider Gruben wird hier durch einen gewaltigen, moränenartigen Wall abgeschlossen, in dessen Nähe sich auch die teichartigen Wasseransammlungen finden, in deren einer das Pisidium roseum (Pis. Casertanum Poli var. roseum Scholtz) von Scholtz entdeckt wurde. [In den steilwandigen, keinem Sonnenstrahl zugänglichen Schluchten dieser gewaltigen Nischen hält sich der Schnee stets bis in den Hochsommer hinein oder schmilzt über- haupt nicht vollständig weg. In der westlichen der beiden Gruben tritt mitten im Granit ein Basaltgang auf, welcher, an seiner Oberfläche stark zerklüftet, sich bis zur Sohle der Grube herabzieht. Wegen ihrer überaus üppigen Vegeta-
tion steht die kleine Schneegrube bei den Botanikern in hohem Ruf, insbesondere aber zeichnet sich der Basaltgang durch das Vorkommen einiger seltener, nordischer Pflanzen aus. So findet sich hier die zierliche, sonst nur innerhalb der nördlichen Polarzone heimische Saxifraga nivalis L., ferner ein kleines arctisches Farrenkraut Woodsia hyperborea R. Br., das jedoch auch in den Alpen vorkommt und ausser ca. 20 dem Basalt der Schneegrube eigenthümlichen Flech- tenarten sechs solche, welche der Basaltgang der Schnee- grube allein mit der Polarregion gemeinsam hat und einige andere nordische Flechten, welche hier und in den Alpen vorkommen.
In dieser höchst eigenthümlichen, düster grossartigen Hochgebirgsschlucht findet sich nun auch Vertigo arctica an den Trümmern des Basaltganges und an faulenden Pflanzen- resten in seiner Nähe. Jedoch ist das Vorkommen der Schnecke ein sehr vereinzeltes; ich fand beispielsweise bei mehrstündigem Suchen im Juli v. J. unter 40 mühsam er- beuteten Exemplaren der Gattung Pupa nur ein einziges unvollendetes Stück der gesuchten Schnecke; die übrigen waren Pupa edentula Drp., pusilla Müll. und alpestris Alder. Ausserdem fanden sich in der Schneegrube noch Vitrina elongata und pellucida, Fatula ruderata und pygmaea, Hya- lina pura, radiatula und fulva, Arionta arbustorum, eine ziemlich kleine Form von AHel. holoserica, Cionella lubrica, Clausilia plicatula, Arion empiricorum und subfuscus und Limax arborum. Eigenthümlicherweise fand ich in den ganz ähnlichen weiter östlich gelegenen Riesengebirgsschluchten des grossen und kleinen Teiches trotz sorgfältigen Nach- forschens auch nicht eine einzige Pupa, am grossen Teiche mitten in der herrlichsten Vegetation nicht eine Spur einer Schnecke und am kleinen Teiche im Laufe eines ganzen Nachmittags nur Hel. holoserica, Clausilia plicatula und Claus.
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cruciata in je einem Exemplar, sowie einige Stücke von Arion subfuscus, A. Bowrguignati und Limax arborum.
Der Zugang zur Schneegrube ist nur bei trockenem Wetter auf mebrstündigem Marsche von Agnetendorf aus passirbar oder von der auf der Höhe des Kammes ge- legenen Schneegrubenbaude aus auf nicht ganz ungefähr- lichem Steilpfade über den sogenannten Grat oder Sattel zu erreichen. Es liegt daher nahe, dass Vertigo arctica wenig- stens von diesem Fundorte aus nicht allzuhäufig in den Handel kommen wird. Ebenso musste es befremdend er- scheinen, dass diesem so eigenartigen, augenscheinlich den Existenzbedingungen der nordischen Schnecke durchaus ent- sprechenden Hochgebirgsaufenthalt ein neuer Fundort von ganz anderem Charakter, mitten in der Ebene gelegen, hin- zugefügt wurde, indem in Olessin’s Excursionsfauna, II. Auf- lage, pag. 265 Vertigo arctica auch von der Hasenhaide bei Berlin angegeben wird. Als ich daher in einem Verzeich- niss verkäuflicher Conchylien Vertigo arctica aus Deutschland angegeben fand, so hatte ich Grund zu vermuthen, dass die- selbe wohl kaum aus den Schneegruben, sondern vielleicht von dem neuen Fundorte herstammen könnte und liess mir, um sie kennen zu lernen, mit anderen Species auch diese Art schicken, Der Augenschein belehrte mich, dass die Stücke, welche ich erhielt, keineswegs mit der schlesischen V. arctica identisch seien, vielmehr hielt ich sie für eine etwas grössere Form von V. alpestris und glaubte, dass die Angelegenheit überhaupt nur auf einem Irrthume be- ruhe. Ich wandte mich zur Aufklärung desselben an Herrn Dr. Boettger, war jedoch nicht wenig erstaunt, als ich hörte, dass die Bestimmung der Schnecke von Herrn Dr. Boettger selbst herrühre. Der interessante Fund ist wie schon mehrere andere Entdeckungen auf unserem Gebiete Herrn R. Jet- schin zu verdanken In der Bestimmung der Schnecke konnte ich mich wit Herrn Dr. Boettger nicht einigen, der
die Zugehörigkeit derselben zu V. arctica vertheidigte, wäh- rend dieselbe mir eher zu V. alpestris zu gehören schien. Sicher war, dass sie beiden Arten nahe verwandt und etwa zwischen dieselben einzureihen ist. Herr Dr. Boettger fügte schon damals hinzu, es sei möglich, dass sie mit V. Ronne- byensis West, identisch sei, die seiner Sammlung leider fehle und hat mit dieser Identification der schwierigen Art seinen bekannten Scharfsinn auf’s neue bewährt, indem nach einer mir kürzlich von ihm zugegangenen freundlichen Mitthei- lung „die von Herrn Jetschin in Tegel bei Berlin gefundene vermeintliche arctica sich als Vertigo Ronnebyensis West. herausgestellt hat und von Westerlund als seine Art an- erkannt worden ist.“ |
Somit ist die kleine Schneegrube immer noch als ein- ziger nichtarctischer Fundort der hochnordischen V. arctica zu betrachten, die deutsche Fauna aber durch den Fund des Herrn Jetschin um eine zweite hochinteressante nordische Art bereichert, die ebenso wie V. arctica dem Zoologen ein äusserst schwieriges Problem über die Ursache ihrer selt- samen Verbreitung entgegenhält.
Kleinere Mittheilungen.
(Litorina litorea in Neu-England.) In der Novembernummer des American Naturalist bespricht W.F. Ganong die Frage, ob Litorina litorea in Nordamerika einheimisch oder erst neuerdings dorthin ein- gewandert oder eingeschleppt worden sei. Die Schnecke wurde mit Sicherheit zum erstenmal von John Willis 1857 bei Halifax beobachtet. Nach Verrill hat sie zwar Dawson schon um 1844 im St, Lorenzbusen beobachtet, doch hat Dawson selbst nie etwas davon veröffentlicht und ein Irrthum ist bei seiner Mittheilung an Verrill nicht ausgeschlossen ; jedenfalls wird sie in den Verzeichnissen von Bell, Whiteaves und in dem von Dawson selbst nicht angeführt und muss, wenn sie früher schon vorhanden war, sehr selten und auf eine kleine Lokalität be- schränkt gewesen sein. Erst seit dem Ende der sechziger Jahre breitet sie sich mit reissender Schnelligkeit nach Süden hin aus; 1868 erschien
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sie an der Küste von Maine und war 1873 dert. schon. sehr. häufig; 1872 fanden sich die ersten, Exemplare bei Provincetown in. Massa- chussets, 1875 in Barnstable, schon 1879 war sie überall- an der Küste dieses Staates gemein. 1875 entdeckte, sie Ganong in der. Nähe der bekannten Fischereistation von Woods Holl südlich von Cap Cod, dessen Spitze sonst die Südgrenze für die von Norden kommenden; Arten bil- det, im. folgenden Jahre war. sie dort gemein; 1879 erschien sie, bei New-Haven und 1880 war sie schon gemein bei Newport in Rhode Island. Ueberall findet man: sie schon kurz nach dem. Auftreten. der ersten Vorläufer in Massen, und die einheimischen Litorinen (palliata,, rudis und tenebrosa) verschwinden vor ihr. Die Häufigkeit nimmt ent- schieden nach Süden hin zu; nach Norden wird. sie immer: seltener; von Labrador und Grönland ist sie nicht bekannt, Das beweist un- widerleglich, dass sie nicht auf dem natürlichen, Wege über Island, Grönland und Labrador nach Neuschottland gelangt sein kann, und-die auffallend rasche Verbreitung seit 30 Jahren deutet darauf, hin,, dass sie unmöglich lange. vorher: in diese Gewässer: gebracht worden sein kann. Man wird. also nicht fehlgehen, wenn ınan annimmt,;, dass. sie um.1850 oder kurz nachher durch Menschenhand absichtlich oder. un- absichtlich nach der nordamerikanischen Ostküste gebracht ‚worden ist. Ko. ne
(Lebenszähigkeit mariner Mollusken.) Heilprin hat Exemplare von Ilyanassa obsoleta über ein Jahr,lang ausser dem Wasser lebend erhalten, und zwar unter ganz ungünstigen Umständen in der Nähe einer warmen Wand, Ko,
Ueber die ökonomische. Wichligkeit der Pecten- Arten an der Küste von Neu-England berichtet E. Ingersoll in der December- nummer des American Naturalist Es ist Pecten irradians, der seit etwa 1858 oder 1859 in zunehmender Menge in New-York auf den Markt kommt, gegenwärtig etwa 75000 Gallonen, im Werthe von 3530000 Dollars. Der riesige Pecten tenuicostatus. Migh. (margellanicus autor.), früher längs der ganzen Küste ein gesuchtes Essen und beson- ders in Long Island Sound häufig, ist durch unvernünftige Verfolgung, so selten geworden, dass man selbst, einzelne. Exemplare für Samm- lungen nur schwer auftreiben kann, P. irradians Lam. findet sich, zwar längs der ganzen Küste von Neu-England, aber nur zwischen Cap Cod und New-Jersey häufig genug, um den Fang zu lohnen, und von wirklicher Bedeutung wird er: nur. an. wenigen Punkten, in Buzzardbay, Massachussets, in. Narragansettbay in Rhode Island und in Peconie Bay ; 2
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am Ostende von Long Island; an den meisten anderen Küstenpunkten ist er fast ausgerottet und kommt nur noch gelegentlich einmal vor, Die Muschel, die wie die meisten Pecten gesellig lebt und selbst in Trupps zu wandern scheint, laicht früh im Sommer; ihre Entwick- lung erfolgt so rasch, dass die Jungen im November schon die halbe Grösse erreicht haben. Dann folst ein Wachsthumsstillstand. Die um 1—1'/, Zoll im Durchmesser haltenden Jungen treiben sich im See- gras (Zostera) herum und lassen sich sogar mit Bündeln desselben von Ort zu Ort tragen. Mit dem Beginn der Winterstürme suchen sie sich geschützte Stellen aus, werden aber oft massenhaft an den Strand ge- worfen und gehen zu Grunde; nach der Behauptung der Fischer kämpfen sie energisch gegen den Wind. Im Frühjahr beginnen sie rasch wieder zu wachsen und erreichen schon im Sommer ihre volle Grösse; am fettesten sind sie gegen Weihnachten. Nach der Ansicht der Fischer laicht jeder Pecten nur einmal und stirbt im dritten Jahre. Falls das, wie es scheint, richtig ist, begreift man, wie der Pecten local plötzlich durch einen schweren Wintersturm oder auch durch unvernünftige Verfolgung ausgerottet werden kann; aber die Beweg- lichkeit und förmliche Wanderlust schützt doch die Art vor Vernich- tung. Auf Long Island nimmt man an, dass ungefähr alle fünf Jahre einmal die Scallops besonders bäufig sind. Man fischt die Scallops mit Handdraken aus kleinen Segelboten; die Draken haben eine Länge von etwa 30 Zoll. Am Ufer nimmt der „Opener“ die Muschel in Em- pfang, und mit drei geschickten Bewegungen ist sie geöffnet, der grosse Haftmuskel, den man allein geniesst, abgelöst, von den anhaftenden Kie- menblättern, dem Fuss und dem Mantel, gereinigt und in ein Gefäss geworfen. Die Schalen werden an die Austernpflanzer verkauft, welche sie auf ihren Austernbänken ausstreuen und dazu den Austerschalen vor- ziehen, weil sie in Folge ihrer Dünne zerbrechen, wenn mehrere Austern sich angesetzt haben, und so jeder Auster die freie Entwicklung er- möglichen; die Thierreste wandern auf’s Feld oder in Düngerfabriken, die Muskel, von den Fischern „eyes“ genannt, kommen nur einfach gewaschen auf den Markt nach New-York. Der Fang beschäftigt etwa 250 Männer, und im Sommer, besonders in Long Island, noch etwa 470 Frauen und Kinder. Peconic Bay liefert etwa die Hälfte der ganzen Ausbeute und nur dort hat man bis jetzt noch keine Abnahme in der Menge der Muscheln bemerkt. Ko.
(Isaae Lea 7.) Die neuesten amerikanischen Blätter melden den Tod des Nestors der nordamerikanischen Conchyliologen, Isaac Lea.
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Sein Name ist mit der Erforschung der Najadeen, nicht nur Amerika’s, sondern der ganzen Erde unauflöslich verbunden. Ko.
(Flussmuscheln als Nahrung.) Nach einer Mittheilune von Nobre in Mem. Soc. mal. Belgique 1885 p. 61 werden in der Umgebung von Coimbra in Portugal alle Najadeen, namentlich Anodonta macilenta Morelet, als Speise geschätzt. Ko.
Literatur.
Brusina, S. Appunti ed Össervazioni sull’ ultimo lavoro di J. Gwyn Jeffreys, on the Mollusca procured during the Lightning and Porcupine Esxpeditions 1868-70. In ‘Soc. Hist. Nat. Croatica vol. I. p. 182 —231.
Der Autor sieht sich genöthigt, eine ganze Anzahl von Arten, die Jeffreys gelegentlich als in der Adria vorkommend bezeichnet, aus der Liste zu streichen. Die wichtigsten sind Spondylus Gussoni, Pecten Philippi, Mytilus pietus, Nucula aegeensis, Cardita corbis, Astarte triangularis, Ast. digitaria, Ast. bipartita, Lutraria oblonga, Solen pellucidus, Mya truncata, Scissurella crispata, Gibbula cineraria, Littorina litorea, Rissoa dietyophora, R. parva, Natica sordida, Cancellaria cancellata, Chenopus Serreseanus, Bittium lacteum. Fr tritt auch entschieden für die Selbstständigkeit des Mytilus galloprovincialis ein, der nach Kruckenberg auch anatomisch von edulis verschieden sei. Zahl- reiche synonymische Bemerkungen möge man im Werkchen selbst nachlesen.
Ancey, C. F., sur U’'habitation de deux especes d’ Helix. In: le Naturaliste p. 366.
Helix Linnaeana Pfr. stammt aus dem Sangir- Archipel zwischen den Philippinen und Celebes; — Hel. filicosta Pfr. von einer Koralleninsel nördlich von Eleuthera in den Bahamas.
Pollonera, Carlo, Aggiunte alla Malacologia terrestre del Piemonte. In Boll. Zool. Torino. vol. I. 1886 p. 17-
Ausser zahlreichen neuen Fundorten werden als für Piemont neu aufgeführt Limax millipunctatus Pini, Hyalina etrusca Paul,, Hyal. nitens Mich., Hyal. Stabilei n, von pura durch gedrücktere Gestalt und weiteren Nabel unterschieden, Helix nautiliformis Porro, Trichia vagienna n., Trichia choanomphala Bgt. Helix flavovirens var. monozonata n., Xerophila braidensis, seither
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er.
nur fossil bekannt, Pupa Massoti Bgt. — Die Gesammtzahl der piemontesischen Arten steigt damit auf 223. Die Diagnose von Trichia vagienna lautet: T. depressa, aperte umbilicata, .cornea, irregulariter striatula, nitidula; anfr. 41/,—5 convexiuseuli, ulti- mus supra medium subcarinatus -carina ad aperturam evanes- cente; apertura rotundatolunata, subdepressa, peristomate sim- plice, recto, intus tenni callo albido incrassato. Colore pallide corneo, circa umbilicum albidulo; zonis nullis. — Diam. 81/,—9 alt, 4!/, Mm,
Balle, Emile, Apergu de la Faune malacologique des environs de Vire :(Calvados). In le Naturaliste p. 382.
Wie auf'Granit und Schiefer nicht anders zu erwarten, finden sich
nur.die verbreitetsten Arten.
Hartman, W. D., New Species of Partula from the New ‚Hebrides and Solomon Islands. In Proc. Acad. Phil.
1886, p. 30—36, pl. 2.
Als ‘neu beschrieben und abgebildet werden P. similaris p. 30 £. 1, Woodlark Island bei Neu-Guinea; — perlucens p. 31 f£, 2, Uji, 'Salomons-Ins.; — incurvum p. 31 f, 3 Rubiana Isl,, Sal.; — regularis ‘p. 21 £. 4, Galeria Isl., Salom.; — minor p. 31 f£. 5, Erromango, 'Sal.; -— corneola p. 32 f. 6 Eimeo, Marquesas; — Coxi Angas mss., p. 32 f. 7, Ysabel 'Isl., Salomons-Inseln; — 'Woodlarkiana p. 33 f£. 8, Woodlark, Neu Guinea; — hastula p: 33 1. 9, Erromango, Sal.; — eburnea p. 33f. 10 unbekannten Fundorts; — proxima:p. 34f, 11, Vanna Levu, N. Hebriden; — pyramis p. 34 f. 12, Vati, N. Hebriden; — Newcombianum p.-34:f. 13, Salisbabo zwischen Mindanao und .Gilolo; — exi- mia p. 35 f. 14, Aneiteum, N. Hebriden; — ‚(Diplomorpha) Delatouri p. 35 f£. 19, von Aura Island in der Santo espirito-Gruppe. Bullettino della Societd Malacologica Italiana. Vol. XII. 1886. p. 5. Paulueei, M., Fauna italiana. Comunicazioni Malacologiche IX, Conchiglie terrestri e d’acqua dolce del Monte ‘Argentaro e delle
Isole circostanti Con 2 tavole.
Brot, Dr. Aug., Note sur quelques ‚especes de Melanies nou- velles ou imparfaitement connues. In 'Recueil Zool. Suisse vol. IV No. 1 p. 87—110 pl. V—-VI.
Doryssa glans n. Amazonenstrom, p. 88 t. 5 f.2; — millepunctata Tryon t. 5 ££. 1; — Melania Verbecki Boettger mss. Sumatra, p. 90 t. 6 £. 9; — Mel. Siamensis, Nord-Siam., p. 90 t.7£, 3;
Ent =
— cylindrus n = Frethii Brot M. Ch. II. nec Gray, Siam., PR 4-6 8.75 — Savinieri Brot mss., Batavia, p. 93.5.9; — Oerstedti Mörch, p. 94 t. 5 f. 7; — circeumstriata Metec. var. t. 5 f. 6; — Grangeri Wattebl. p. 95 t. 6 f. 8; — tigrina Hutton p- 96 t. 5 f. 3; — Hainanensis Brot p. 98 t.6 f.3; — ebenina "Brot p. 98 t. 6 f£ 1; — biconiea n. Canton, p. 100 1.6 f. 3; — cancellata Benson var. t. 5 f. 5; — eitrinoides n. Siam., p. 100 t.5 £. 4; — subeylindrica n. China, p. 102 t..6 f.. 2; — .Deni- soniensis Brot t. 8 f. 6; — Tayloriana .n. Borneo p. 104 t. 7 f 2; — liratula n. Japan, p. 105 t.6f. 5; — clavaeformis Brot, p. 106 t. 13 £. 3, — Godeffroyana n. Palaos — hastula Schmeltz nec Lea, p. 106 t.5 f. 8; — Kubaryi Mouss. mss. (inel. persulcata und expressa Mouss. mss.) Palaos, p. 107 t. 7 f. 5; — recticosta Martens t. 7 f. 4.
Tapparone - Canefri, @., Fauna ‚malacologica della Nuova Guinea .e della Isole adiacenti. I. Molluschi estrama- rini. Suppl. I. Con 2 Tavole.e Aus Annal. Mus. Civ. 'Genova (2) IV. 1886.
Die Durchsuchung der Spiritusgefässe, in welchen Beccari und An- tinori grössere Thiere konservirt hatten, ergab noch eine über- raschend reiche Ausbeute, besonders an kleineren Arten. aber auch ein zweites Exemplare von Perrieria. Wir berichten da- rüber oben genauer. Als neu beschrieben sind: Neritina funesta p. 12; — Trochomorpha (Nigritella) morio p. 126 t. 1 f. 8.9, Geelvinkbaı; — Helix (Coliolus n.) Arfakiensis p. 131 t.1 f. 21 aus den Arfakbergen; — (Papuina) rhynchonella p. 134, Geel- vinkbai; — (P.) Leonardi p. 25, Geelvinkbai; — (Chloritis) Ma- forensis p. 130 t. 1 f. 1—3, Geelvinkbai; — Nanina atropos p. 147, Geelvinkbai; — Sitala carinigera p. 40 t. 1 £. 10. 11, Ramoi; — S. propinqua p. 41 t. 1 f. 6. 7, Arfakberge; — Pythia proxima p. 158 t. 1 f. 13, West-Neuguinea; — P. lati- dentata p. 100 t. 1 f. 14. 15, Katau, Südküste; — P. obscura p. 162 t. 1 £f. 12, Mafor in der Geelvinkbai; — Cyelotus (Adelo- morpha n.) acanthoderma p. 166 t. 2 f. 20. 21, Ramoi; — C. tunicatus p. 197 t. 2 f. 18. 19, Arfakberge; — Leptopoma pu- milum p. 173 t. 2 f. 14. 15, Arfakberge; -- L. apicale p. 175 t. 2 f. 6. 7, Sorong, Ramoi; — L, aurantiellum p. 176 t. 2 f. 4. 5, Westküste; — L. callichloros p. 178 t. 2 £. 16. 17, Ramoi, gegenüber der Insel Sorong; — L. puniceum p. 180 t. 2 f. 8. 9, Jobi, Geelvinkbai; — L. nigrilabrum p. 182 t,2£. 12.13,
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Kapaor, Westküste; — L. Gianelli p. 183 t, 2 f. 10. 11, Katau, Südküste; — Helieina Jobiensis p. 77 t. 2 £. 22. 23, Jobi; — Hel. neglecta p. 190 t. 1 £. 16. 17, Jobi; — Truncatella fas- ciata p. 193 t. 2 f. 24, Aru-Inseln.
Klebs, Reichard, Gastropoden im Bernstein. Sep.- Abz. aus Jahrb. kgl. preuss. geol. Landesanstalt für 1885. Mit Tafel.
Es ist dem Verfasser gelungen, im Ganzen neun in Bernstein ein- geschlossene Schnecken zusammenzubringen, eine Zahl, die be- weist, dass schon in der Bernsteinzeit die Schnecken die Nadel- holzwälder mieden. Genauere Untersuchung, zum Theil auch Aufhellung des trüb gewordenen Bernsteins durch monatelanges Liegenlassen in Flüssigkeiten unter hohem Druck, haben die früher ausgesprochenen Ansichten des Verfassers besonders be- züglich der früher als Conulus fulvus und Helix lamellata an- gesprochenen Arten verändert und er führt nun auf: Parmacella suceini, Hyalina sp., Strobilus gedanensis (statt Hel. lamellata), Microcystis kalielliformis (statt Con. fulvus), Vertigo Hauche- cornei, Vert. Künowii, Balea antiqua und Electrea Kowalewskii n. gen. et spec, allem Anschein nach eine Cyclostomide aus der nächsten Verwaudtschaft der Diplommatinen. Schlüsse anf die Bernsteinzeit aus dieser fragmentarischen Fauna zu ziehen ist natürlich nicht möglich ; jedenfalls deutet sie aber nicht auf tropisches Klima. Fossile Verwandte hat nur Strobilus geda- nensis, welcher dem eocenen Strobilus monilis Desh. aus den Sables moyens des Pariser Beckens näher zu stehen scheint, als irgend einer jüngeren Art.
Sacco, Dott. Federico, Nuove Specie terziarie di Molluschi terrestri, d’acgua dolce e salmastra del Piemonte. Con. 2 tavole. Estratto degli Atti della Soc. Italiana Sc. Nat. vol. 29.
Der Autor hat mit unendlicher Mühe das spärliche und in den Sammlungen zerstreute Material tertiärer Binnenconchylien aus Piemont zusammengebracht und durch eigene Forschung ver- mehrt und so eine Fauna von 72 sp. zusammengebracht, von denen allerdings nur 62 specifisch bestimmbar waren. Als neu beschrieben werden Dreyssena Mayeri t.1 f. 3; — D. simplex var. pedemontana t. 1 f. 2; — Margaritana astensis t. 1 f, 1; — Cyelas Zenonü t, 1 f. 5; — Pisidium Capellinii t. 1f. 4; —
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Bithynia tentaculata var. Tellinii Sacco p. 18; — Melanopsis Narzolina var, Matheroni t. 1 f. 8; — Melania (Balanocochlis) propatula t. 1 £. 10; — Cyelostoma rhinocerontophilum t. 2 f. 15; -— . Strophostoma italicum ft. 1 f. 11; — Lymnophysa anthracotheriorum t. 1 f. 12; — Limnus buceiniformis t. 1 f. 13; — Physa Meneghinü t. 2 f. 10; — Limax Pollonerae t, 2 f. 4; — Glandina taurinensis t.2f. 3; — Gl. Meli .2 f 2; — Helix (Tachea) sepulta var. roccadebaldiana t. 2 f. 1; — Hel. Brocchii var. major t. 2 f, 7; — Hel. Taramellii t. 2 f£. 8; — Hel. pseudohyalina t. 2 f. 6; — (Zenobia) carinatissima var, Villafranchiana p. 46 ; — (Trigonostoma) planorbiformis t. 2f. 9; — (Discus) Pantanelli t. 1 f. 12; — Ulausilia (Laminifera) Villafranchiana t. 2 f. 14; — Vertigo fossanensis var. dentata t. 2 f, 11; — Succinea oblonga var. triptychiophila t. 2 £. 13; — Von lebenden Arten finden sich typisch oder in Varietäten: Bithynia tentaculata, Valvata cristata, Hydrobia acuta, Melanopsis praerosa, Pupa dolium und Succinea oblonga; sie reichen mit Ausnahme von Hydrobia und Melanopsis nicht über das Pliocaen zurück, diese beiden bis in die Grenzschichten gegen des Miocaen, in welchen Melanopsis, Adacna und Neritodonta herrschen.
Kobelt, Dr. W., Iconographie der europäischen schalentragenden Meeresconchylien. Lfg. 5.
Enthält den Rest von Buceinum, Buceinopsis und Euthria, sowie den Anfang von Nassa.
Paulucei, M., Fauna italiana. Comunicazioni malacologiche IX. Conchiglie terrestre e d’acqua dolce del Monte Argentaro e delle isole eircostanti. Sep.- Abz. aus Bull. Soc. Mal.ital.IX.
Von dem isolirten Vorgebirge, einer landfest gewordenen Insel, welche aber, da in der Landenge die ausgedehnte Lagune von Orbetello liegt, nur durch zwei schmale Sandstreifen mit dem Festland zusammenhängt, führt die Verfasserin 61 Arten auf, davon verschiedene einen südlicheren Charakter tragende, wie die Flora des Vorgebirges auch. Als neu beschrieben werden: Hyalina scotophila var. notha p. 12t.1£.2; — H. Majori p, 12 t. 1f£. 1; — H. pilula p. 15 t. 1 f. 3; — Campylaea planos- pira var, occultata p. 20 t, 1 f. 4; — Iberus Argentarolae p. 22 t. 1.5; — Ib. Forsythi p. 23 t. 2 f. 1, nebst var. orta t. 2 f, 2; — Ib. saxetana p. 25 t. 2 f. 3; — Azeca etrusca p. 36 t. 2.5; — Acicula lauta p. 46 t. 2 f, 4. — Angespült ge- funden wurden Helix lactea Müll, und Ferussacia carnea Risso,
EN ER
Jahrbiicher der Deutschen Malakozoologischen: Gesellschaft. Bd. XIII: Heft 4.
p. 275. Kobelt, W., Catalog der Familie Melanidae.
— 311. Simroth, Dr, H,, über bekannte und neue palaearktische Nacktschnecken. Mit Taf. 10 und 11. |
Kobelt, W., Rossmässlers Iconographie. Neue Folge, zweiter Band, Lfg. 5 und 6.
Enthält, wie die beiden vorausgegangenen Lieferungen, Bivalven, viele davon nach den Originalen Drouöts. Zum erstenmal ab- gebildet werden Unio araxenus Drouet f, 255; — U. Sieversi var. f. 286; — U. subtilis Droust f. 287; — U, Paneici Drouöt f. 288; — U. jonieus Blanc f, 289; — Anodonta Alseria Drouet f. 290; — Anodonta. longirostris Drouöt f 301; — An. utinensis Drouöt f. 302; — An. cristata. Drouöt f. 303; — An: scopulosa Drouöt f. 304; — An. leprosa (Parr.) Drouöt f. 306; — An. Romana Drouet f. 305; — An, Benacensis Villa f. 306. — Das erste Doppelheft des dritten Bandes, nordafrikanische Heliceen enthaltend, wird gegen Ostern ausgegeben werden.
Gesellschafts-Angelegenheiten. Neues Mitglied, Herr. Brancsik, Comitats-Physikus, ®rentfihin (Ungarn). Herr @. Dupuis, Monmean (Nouv. Oaledonie).
Eingegangene Zahlungen. Metzger, M., Mk. 21.—; Leder, H., 21.—; Fitz-Gerald, F., 6.—; Merkel, B., 6.—; Meyer, C., 6—; Seibert, E., 6.—; Eyrich, M., 6.— ; Simon, S8., 6.—; Arndt, B:, 6.—-; Kreglinger, K., 6.— ; Schmidt, W., 6.— ; Fietz, S:, 6.—; Lohmeyer, E., 6.- ; Riemenschneider, N., 6.—; Gmelch, M., 21.—; Bachmann, L, 6.—; Keyzer, M., 8.— ; Miller, St., 6.— ; Erbprinz Salm-Salm, A., 6.—; v. Monsterberg, B., 8.-; Tschapeck; G., 6.— ; Möbius, K., 6.—; Heucke, D., 6.— ; Braun, R, 21.—; Löbbecke, D., 21.—; Kunze, Th., 21.-; Graf Degenfeld, S., 6.— ;;Dalla:Torre, J., 6.—; Dupuis, N., 6.—; Nowicki, K., 6.—; Neu- mayr,. W., 21:—; Cleve,. U.,. 6.— ; .Ponsonby, L., 23.—; Clessin, O., 8:— ; Brancsik, T., 20.25; Kretzer, M., 6.—; Naturforsch. Gesellschaft, Görlitz, 21.—. Redigirt von Dr. W. Kobelt. — Druck von Kumpf & Reis in Frankfurt a. M. Verlag. von:Moritz:Diesterweg in Frankfurt-a. M.
Hierzu, die. Beilage Tausch-Catalog, No. 1.
No. 3 u. 4. März-April 1887.
Nachrichtsblatt
der deutschen
Malakozoologischen Gesellschaft.
ee Jahrgang.
Erscheint alle zwei Monate und wird gegen Einsendung von Mk.6.— an die Mitglieder der Gesellschaft franco geliefert. — Die Jahrbücher der Gesellschaft erscheinen 4mal jährlich und kosten für die Mitglieder Mk. 15.—
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Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuscripte, Notizen u. s. w. gehen an die Redaction: Herrn Dr. W. Kobelt in Schwanheim bei Frankfurt a. M.
Bestellungen (auch auf die früheren Jahrgänge), Zahlungen und dergleichen gehen an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M.
Andere die Gesellschaft angehende Mittheilungen, RBecla- mationen, Beitrittserklärungen u. s. w. gehen an den Präsidenten: Herrn D. F. Heynemann in Frankfurt a. M.-Sachsenhausen.
Mittheilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie.
Catalog der Gattung Cancellaria Lam. Von Th. Löbbecke.
1. acuminata Sowerby Thes. t. 92 f. 1. — Reeve sp. 4. — Ch FR EdT 8 West-Centralamerika. 2. affınis Reeve sp. 39. — M. Ch. Il t. 20 £. 4.5. ? West-Centralamerika.
3. albida Hinds Pr. 2.8. 1843 p. 47. — Reeve sp. 45. — M. Ch. It. 21 £. 7. Guayaquil. 4 Angasi Orosse J. C. XIp. 64t.2f£8 — MChI 6019 8 Grill 2.
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An
. antiquata Hinds Voy. Sulph. t. 12 f. 17. 18. — Reeve
sp. 74. — Sow. Thes. t. 93 £. 2. — M. Ch. I t. 16 f, 9. 10. — Chenu Man. f. 1835. Neu-Guinea.
. articularis Sowerby Thes. t. 96 f. 90. 91. — Kiener
t.6 f.2.— Reeve sp. 54. —M. Ch. IL t. 17 f. 8—11. Ceylon.
. asperella Lamarck IX p. 402. — Sow. Thes. f. 38. —
Reeve sp. 17. — M. Ch. II t. ee 1—4. Philippinen.
. australis Sowerby Thes. t. 95 f. 72. 73. — Reeve sp. 44.
„2HMs: Ch>shE ER2IEEE 16: Neusüdwales.
. bicolor Hinds Voy. Sulph. t. 12 £, 13. 14. — Reeve
sp. 29. — Sow. Thes. t. 94 f,:49. 50. — M. Ch. It. 22.3.4. Philippinen. bifasciata Deshayes Enc. II. p. 181. — Anim. s. vert. IX p. 413. — Reeve sp. 27. — M. Ch. IIt. 9 £. 1.2. (oblonga Kiener t. 3 f. 3, nec Gray. — Sow. Thes. t. 95 2 029)) Mittlerer indischer Ocean. Bocageana Crosse et Debeaux J. C. XI p. 77. If. 3. — Lischke Japan II t. 2 £, 12—14. — M. Ch. II t. 13 £. 4—6. China, Japan. brevis Sowerby Thes. t. 93 f. 21. — Reeve sp. 40. — MaCh. Pi. kalasdsı9: West-Centralamerika. buccinoides Sowerdby Thes. t. 92 f. 10. 11. — Reeve sp. 15. 16. — M. Ch. U t.4£.5.6 t. A: West-Centralamerika. bulbulus Sowerby Thes. t. 95 f. 64. — Reeve sp. 85. — M. Ch, IE: 20 772.3. West-Centralamerika.
15.
16.
IX:
Be 2
bullata Sowerdy Thes. t. 94 f. 56. — Reeve sp. 5. — M. Ch. I 1.6 £. 5-8.
West-Centralamerika.
cancellata Linne (Voluta) ed. 12 p. 1191. — Kiener t. 7 £ 2. — Reeve sp. 13. — Sow. Thes. t. 94 f. 51. — Weinkauff Mittelm. II p. 171. — M. Ch. It 11£ 1-9. Mittelmeer, Senegal. candida Sowerby Thes. t. 92 f. 8. — Reeve sp. iR. 6%
#.. Ch. IL E21 5,8, Polynesien.
18, cassidiformis Sowerby Thes. t. 92 f. 15. — Reeve sp. 8. — M. Ch. It. 8 f. 3—6. Panama. 19. chrysostoma Sowerby Thes. t. 98 f. 39. — Kiener t. 8 f. 2. — Reeve sp. 13. — M. Ch. IL t. 12 £.7—9. Panama. 20. clavatula Sowerdy Thes. t. 92 f. 13. — Reeve sp. 52. — Kiener t5f. 2. — Chenu Man. f. 1850. — M. Ch. II. t. 15 f. 6—9. Panama, Payta. 21. coctilis Reeve sp. 79. — M. Ch. I t. 18 £. 11. 12.
22.
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24.
Ceylon ? contabulata Sowerby Thes. t. 93 f. 23. — Reeve sp. 42. — M. Ch. IT t. 1 £. 9. 10. juv. = C. pusilla Sow. Thes. f. 19, nec Ad. Ceylon. coronata Scaecchi Not. t.1 f. 15. — Phil. Enum. Sicil. U t.25 £.24. — Tryon t.4 f.68. — M. Ch. I t.21 £.1. (varicosa Phil. Enum. Sieil. I p. 201.) Mittelmeer. corrosa Reeve sp. 64. — M. Ch. IL t. 21 £f. 12.13. — Crosse J. C. IX p. 235. (clathrata A. Adams Pr. Z. S. 1855 p. 125 nec Lam.) ? 3*
25.
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A 21 AN
corrugata Hinds Pr. Z. S. 1843 p. 48. — Thes. t. 96 f. 92, 98. — Reeve sp. 72. — M. Ch. II t. 20 1 12 1a: | Guayaquil. costifera Sowerby Thes. t. 95 f. 65. 66. — Reeve sp. 57. — M. Ch. IL t. 19 f. 9—14, | Philippinen, China. crenifera Sowerby Thes. t. 96 f. 84. 36. — Reeve p. 24. — M. Ch. I. t.1£ 13—16.
Philippinen. crispata Sowerby Thes. t. 96 f. 89. — Reeve sp. 43. — M. Ch. II t. 20 £. 6. 7. Philippinen. Cumingiana Petit Mag. Zool. p.?. — Reeve sp. 1. —
Sow. Thes. t. 93 f£. 20. — M. Ch. IIt. 13 £.1.2. var. subobtusa Crosse J. C. XI t. 22.9. —M. Ch. I. tal El Payta. decussata Sowerby Thes. t. 92 f. 3. — Reeve sp. 23. — IM. (Ch ZI A 0 7 8% Panama. eburnaeformis Reeve sp. 21. — M. Ch. I t.5£. 3. 4. ? West-Centralamerika. elata Hinds Sulphur t. 12 £. 3. 4. — Sow. Thes. t. 96 f. 94. 95. — Reeve sp. 83. — M. Ch. II t. 18 Fer 18: Panama. Fischerı (Merica) A. Ad. Ann. Mag. 1860. p. ?. — Crosse J. C. IX p. 239. Corea. Forestieri Montrouzier J. C. XIt.5 ££. — M.Ch LI RS ERS. Neu-ÜCaledonien,
ie —
35. foveolata Sowerby Thes. t. 93 f. 30. 31. — Reeve sp. 71.
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— M. Ch. IL t. 16 f. 11—13. Cap, Natal. funieulata Hinds Sulph. t. 12 £. 5. 6. — Sow. Thes. t. 96 £. 96. 97. — Reeve sp. 68. — M. Ch. U 1: 18°£.919. 726: (Iyrata Adams et Reeve Voy. Samar. t. 10 f. 4). Centralamerika. — China ? gemmulata Sowerby Thes. t. 92 f. 14. — Reeve sp. 48. M- Ch, 11 £:27°F, 9.10. Centralamerika. gomiostoma Sowerby Thes. t. 94 f. 40. — Reeve Sp 32, => M.--Ch. IE. 1,8 1.2, 11,8 West-Centralamerika. granosa Sowerby Thes. t. 93. f. 58. 59. — Reeve M 20. — M. Ch. I t. 14 £. 5. 6.
Tasmanien ?. — Peru ?. haemastoma Sowerby Thes. t. 94 f. 53—55. — Reeve sp. .30..— M..Ch. II t. 12£.10. 11. Galapagos. hystrix Reeve sp. 67. — M. Ch. I t. 13 £. 10. 11. Mauritius.
indentata Sowerby Thes. t. 92 f£. 7 t. 95 f. 80. — Reeve sp. 41. — M. Ch. II t. 9 £. 5—8. (cremata Hinds Voy. Sulphur p. 42.)
Panama. lactea Deshayes Lam. IX p. 412. — Reeve sp. 82. — Sow, Thes. fig. 105. — M. Ch. II t. 21 £. 8. ?,. ‚laevigata Sowerby Thes. t. 96 f. 81. — Reeve sp. 34.
— MER £17: 9% 2UED 8 Neusüdwales.
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Lamberti Souverbie J. C. XVII t.14 ££2, — M. Ch. I t: 17 12. ‚23
Neucaledonien.
lamellosa Hinds Sulphur t. 12 £. 15.16. — Reeve sp. 65. — Sow. Thes. t. 94 £. 97 t. 96 £. 106. — M. CH 1.416 875.:0. Indischer Ocean.
littorinaeformis Sowerby Thes. t. 92 £ 5.6.9. — Reere sp. 62. — M. Ch. I t. 18 £. 9. 10. 13. 14. Ceylon.
macrospira Adams et Reeve Voy. Samarang t. 10 f. 2. — Reeve sp. 50. — M. Ch. Tt. 16 £. 7. 8. China.
mangelioides Reeve sp. 69. — M. Ch. II t. 20 £. 10. 11. 2
melanostoma Sowerby Thes. t. 95 f. 78. — Reeve sp. 26. M..Ch. Il 2.034199. 6: | N minima Reeve sp. 77. — M. Ch. II t 21. 3. 4. Dr Montrouzieri Souverbie J. C. XIt.5f.8. — M. Ch.II t 18: 0182.
Neucaledonien. nitida Adams Reeve sp. 738. — M. Ch. II t. 22 f. 7.8. 2; nodulifera Sowerby Thes. t. 94 f. 57. — Reeve sp. 6. — M. Ch. I t.8 f. 1. 2. — Dunker Japan t. 6 f. 24. 25. (imperialis Michelin Mag. Nat. Hist. 1832 pl. 1 Japan. obesa ne Thes. t. 98 £. 37. — Reeve sp. . —
Ch. DOSE, West-Centralamerika.
Bern
56. obliguata Lamarck IX p. 408. — Sow. Thes. t. 96 f. 82. 83. — Kiener t.6 f. 3. — Reeve sp. 61. — — M. Ch. It. 17 £. 4.5. (rosea Beck fide Sow.) Philippinen. 57. obtusa Deshayes Encyel. II p. 187. — Lam. IX p. 417 nec Kiener. — Reeve sp. 37. — M. Ch. ILt. 16 £. 1.2. ?. 58. ovata Sowerby Thes. t. 92 f. 2. — Reeve sp. 18. — M. Ch, ‚U t;,5;£ 1. 2. West-Columbien.
59. parva Philippi Reise Atacama t. 7 f. 18. — Tryon t.3£ 44. — M. Ch. Dt. 21 £. 11. Chile.
60. piscatoria Gmelin Syst. nat. ed. 13 p. 3496 (Bucec.). — Desh. Lam. IX p. 404. — Reeve sp. 55. — M. Ch, It 13 £ 7—9. (nodulosa Lam. IX p. 404. — Kiener t. 6. f. 1). (piscatorum Sow. Thes. t. 93 f. 33). Senegambien. 61 pulchra Sowerby Thes. t. 94 f. 41. — Reeve sp. 38. — M.70m.114:.92 5. 1.2.9.0, Santa Elena, Westcolumbien. 62. purpuriformis Valenciennes in Kiener t. 7 f. 4. — Reeve sp. 76. — Sow. Thes. t. 95 f. 68. 70. — M. Ch. II EB 2ER IM ?. 63. pusilla H. Adams Pr. 2. S. 1869 t. 19 f. 12, nec Sow. — M. Ch. Dt. 21 £ 2. (mitraeformis Brocchi var. Jeffreys Pr. Z. S. 1885 p. 49.) Lusitanisches Meer, Tiefwasser. 64. ? pygmaea C. B. Ad. Panama No. 160. — Crosse J. C. IX p. 234. Panama.
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N
pyrum Adams et Reeve Voy. Samar. t.10 f£.16. — Reeve sp. 14. — M. Ch. IIt.8f 7. 8. China. | Reeveana Crosse J. 0. IX p. 237. — M. Ch. IL t. 2. f. 1—9. (elegans Sow. Thes. pl. 93 f. 36, nec Desh.) var. subsinensis Löbbecke M. Ch. II t. 2.£. 3. var. latecostata Löbbecke M. Ch. II t. 2 £. 7—9. Philippinen, China, Japan. reticulata Linne ed. 12 p. 1190 (Voluta). — Lam. IX p- 401. Kiener t. 2 f. 1. — Sow. Thes. t. 92 £. 17. — Reeve sp. 3. — M. Ch. It. 4 f. 1—4. Westindien. rigida Sowerby Pr. Z.S. 1832 p. 53. — Reeve sp. 33. — M. Ch. It. 1 f. 5-8. (costata Sowerby Thes. t. 95 f. 60. 61). West-Centralamerika. Rougeyroni Souverbie J. ©. 1870 t. 14 f. 1. — M. Ch. IT t. 18.47 5.6. Neucaledonien.
rugosa Lamarck IX p. 408. — Kiener t. 6 f. 3. — Sow. Thes. t. 94 f. 44. — Reeve sp. 60. — M. Ch. TIyt, 12 8.12..13, China. scalata Sowerby Thes. t 93 f. 26. — Reeve sp. 19. — Kiener £. 7” £. 4. — M. Ch. It. 19 £. 1-—8. Ceylon. semidisjuncta Sowerby Thes. t. 95 f. 62. 63. — Reeve sp. 58. — M. Ch. I t. 16 £. 3. 4. Philippinen. semipellucida Adams et Reeve Samarang t. 10 f. 3. — Reeve sp. 73. — M. Ch. IL t. 23 £.3. 4. China.
74.
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78.
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A.
Semperiana Crosse J. C. Xlt.2£.7. — M.Ch.I 375.28 | Neucaledonien. serrata Reeve sp. 63, nec Brocchi. — M. Ch. II t. 20
A a (Crossei Semper Palaeont. Unters. p. 91). B similis Sowerby Thes. t. 94 f. 42. — M. Ch. II t. 12 £ 1-6, (similaris Reeve sp. 10.) Senegambien, vorderes Mittelmeer. sinensis Reeve sp. 385. — M. Ch. IIt. 3 £. 7—9. China. ,
solida Sowerby Thes. t. 92 f. 4. — Reeve sp. 2. — B.Ch. IE 6:5 2 W est-Centralamerika. Souverbiei Crosse J. C. XVIt.9£f.5. — M. %. I. WET, 19 | Neucaledonien.
Sowerbyi Crosse J. C. IX p. 242. — M. Ch. I t. 15 f. 3—5. (mitriformis Sow. Thes. t. 93 f. 24. — Reeve sp. 49, nec Brocchi.) juv. = C. uniplicata Sow. Thes. f. 35. Panama. Spengleriana Deshayes Lam. IX. p. 414. — Reeve sp. 11. — Sow. Thes. t. 93 £. 20. — Kiener t. 14 f. 1. (Tritonis Sow. Conchol. Ill. f. 15.) Philippinen, China, Japan. spirata Lamarck IX p. 408. — Kiener t.4 f. 3. — Sow. Thes. t. 93 £. 22. — Reeve sp. 56. — M. Ch. II t. 6 £691°. 1:0. Westaustralien.
83.
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0.
Sal,
92.
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Stimpsoni Calkins Proc. Davenp. Ac. 1878 t.8£. 4.5. — Tryon .5£8. = M. Ch UL 2£12 Florida. taeniata Sowerby Thes. t 95 f. 75. 76. — Fon sp. 81. — M. Ch. Dt. 19 £ 15. 16,
rl tenuis A. Ad. Pr. Z. S. 1855 p. 123. — Reeve sp. 75. — MrChNlt. 22,1.595:6. » 2 tessellata Sowerby Thes. t. 93 f. 32.. — Reeve sp. 70. — M. Ch. It. 13 £ 12.13, Westcolumbien.
textilis Kiener t. 7 f. 1. — Sow. Thes. t. 93 f. 34. — Reeve sp. 28. — M. Ch. II t. 10 £. 5—8. Molukken. Thomasiana Orosse J. C. IX p. 231. — M. Ch. It. 1 rs illen (scalarina Sow. Thes. t. 94 f. 87. 88; an Lam.? — Reeve sp. 25.)
Westindien. trigonostoma Lamarck IX p. 409. — Kiener t. 1.1. — Reeve sp. 51. — Sow. Thes. t. 94 f. 45. 46. — M.Ch. It 15£1.2. Indischer Ocean. tuberculata Sowerby Thes. t. 94 f£. 52. — M. Ch. I t. 6 £. 1—4. (tuberculosa Desh. Lam. IX p. 413. — Kiener t. 1 f. 2,1. 9 £. 1. — Reeve sp. 36). Iquique, Peru. undulata Sowerby Thes. t. 92 f. 12, t. 9 f 79. —
Reeve sp. 9. — M. Ch. IL t. 13 £. 1—3. Südaustralien. urceolata Hinds Sulph. t. 12 f. 7. 8. — Reeve sp. 23 Sow. Thes. t. 94 f. 48. — M. Ch. II t. 10 £. 1—4. Westküste von Centralamerika.
93.
94.
95.
Era.
ventricosa Hinds Sulph. t. 12 £. 11. 12. — Sow. Thes. t. 95 £. 77. — Reeve sp. 4°. — M. Ch. IL t. 13 f. 3. 4. Westküste von Centralamerika. Verreauxi Kiener t. 8 f. 3. — Reeve sp. 59. — Sow. Thes. t. 93 £. 28. — M. Ch. It. 18 £.7. 8 ?. Wilmeri Sowerby Pr. Z. S. 1881 t. 56 f£2. — M. Ch. It. 23 f, 78. Andamanen.
Catalog der Gattung Admete Kroyer. Von { W. Kobelt.
. abnormis Gray in Adams Genera I p. 278.
Arctischer Ocean.
. arctica Middendorff Beitr. Mal. Ross. II t. 9 £. 11. 12.
Sibirisches Eismeer.
. australis Phil. Mal. Bl. III p. 164.
Magellansstrasse. . borealis A. Ad. Pr. Z. S. 1855 p. 122. — M. Ch. II t. 34 £. 10. 11. Melville Bay.
. buceinoides Couthouy Bost. Journ. N. H. I p. 105 t. 3
f. 3 (nec Cone. bucc. Sow.). — M. Ch. II t. 24 f. 12. (Conthouyi Gould et Binney Inv. Mass. p. 391 f. 652. — Sow. Thes. t. 96 f. 100. 101. — Reeve sp. 86). (viridula autor. amer. nec Fabr.) Nord-Amerikanische Ostküste.
. cancellata Kobelt M. Ch. II t. 24 f£. 14.
Japan.
. ? carinata Watson Linn. Soc. Journ. Zool. XVI1p. 327.
Kerguelen.
10.
1.
12.
13.
14,
15.
16.
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. eircumeincta Dall. Occas. Pap. t. 2 f. 2. — Tryon t. 3
1.42.47 ==M. Ch. Bo BAER. 16. Alaschka.
. contabulata Friele Jahrb. D.M.G. V11879 p.276. — Norske
Nordh. Exp. t. 8£. 31.32 — M. Ch. ILt. 24.8.9. Spitzbergen. globularis Smith Ann. Mag. (4) XV. p. 426. Japan. a Smith Pr. 2. S. 1879 p. zu t. 20 £ 54 — . Ch. II t. 24 £. 18. Japan. ? imbricata Watson Linn. Soc. Journ. Zool. XVI p. 325. Capisches Meer. inflata (Trichotropis) Friele Jahrb. D. M. G. VI 1875 p. 275. — Norske Nordh. Exp. t. 8 f. 33. — M. Ch. Ind. 2A Spitzbergen. ? ? limnaeiformis Smith Kerguelen t. 9 f£ 4 — Tryon ER E Sit Kerguelen. ? nodosa Verrill et Smith Trans. Conn. VI p. 419 1.44 £. 9. Tiefwasser an Neu-England. ovata Smith Ann. Mag (4) XV p. 426. Japan. Schythei Philippi Mal. Bl. III p. 164. Masgellansstrasse. ? specularis Watson Linn. Soc. Journ. Zool. XVI. p. 326. Hearth Island. tabulata Sow. Pr. Z. S. 1875 p. 128 t. 24 1.3. — Tryon Man. t. 7 £. 30. — M. Ch. I t. 24 £. 13. Nördliches Eismeer. unalaschkensis Dall Occas. Papers t. 2 f. 1. — Tryon Man, t.3£41. — M. Ch It. 24 £ 15. Unalaschka.
Ba
21. viridula (Trit.) Fabrieius Fauna groenl. p. 402. — Sars Norv. t. 13 f£ 1. — Friele Norske Nordh. Exp. t. 8 f. 27—30. — Middendorff Mal. ross. II t. 10 f. 3.4. — Reeve sp. 85. — Sow. Thes. f. 102. (erispa Möller Index p. 15.) var. undato-costata Verkrüzen Jahrb. 1876 t. 4 f. 6. — Sars Norv. t. 13 f. 1. 6. var. producta Sars Norv. t. 13 f. 2. var, laevior Leche et distincta Leche Nov. Semlj. p. 48. Nördliches Eismeer.
Biologische Mittheilungen über Aneylus fluviatilis Müll. und Aneylus (Acroloxus) lacustris L. Von Dr. Heinr. Brockmeier, Assistent am zoolog. Institut in Marburg.
Manche Süsswasserschnecken haben bekanntlich grosse Neigung, zeitweise ihren eigentlichen Wohnort, das Wasser, mehr oder weniger weit zu verlassen. Ganz natürlich findet man es, dass sie für den Winter von dieser Fähigkeit keinen Gebrauch machen, sondern es vorziehen, das tiefere Wasser oder den Bodenschlamm aufzusuchen.
Eine auffallende Ausnahme von dieser Regel bildet eine von mir beobachtete Colonie von Ancylus fluviatilis, welche das ganze Jahr hindurch an einer nur nassen Felswand ausharrt. Herbst 1884 benutzte ich die Chaussöe von Plettenberg nach Finnentrop in Westfalen. Nicht weit von der ersten Station tritt die Lenne so dicht an einen langen, steilen Bergrücken heran, dass zur Her- stellung des Weges daselbst der Fuss desselben angeschnitten war. Die dadurch bloss gelegten Thonschiefermassen bilden, der Natur des Gesteins entsprechend, zahlreiche Furchen. In einer derselben fliesst das Wasser einer Quelle ab, die
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etwas oberhalb ihren Ursprung hat; ehe es aber die Ab- flussfurche erreicht, hat es eine schmale, etwas geneigte Terrasse zu passiren. Die daselbst angesammelten Schutt- massen lassen einen kleinen Theil desselben durch, der weiter seitwärts, zum Theil aus dichten Polstern einer Hypnum - Art, in verschiedene kleinere Furchen abtropft und dadurch die Felsen daselbst mehr oder weniger nass erhält. Hier traf ich an einer Stelle die oben erwähnte Gesellschaft von Ancylus fluviatilis; die Entfernung von der Hauptabflussfurche beträgt 4,85 Mitr., unter Berück- sichtigung der zahlreichen, zum Theil trockenen Vorsprünge des Gesteins steigt sie auf 6,20 Mtr.; von dem abfliessen- den Wasser des Chaussöegrabens sind viele etwa 1 Mtr. weit entfernt; manche befinden sich weiter nach unten, andere weiter nach oben. Der Wasserzufluss aus dem dicken Hypnum-Polster, — auf dem ich, nebenbei bemerkt, lebende Exemplare von Limn&a truncatula Müll. antraf — ist ein so geringer, dass man die Ancylen, ohne ein Ab- schwemmen befürchten zu müssen, bequem mit der Messer- spitze ablösen und einsammeln kann. Bezüglich der Er- nährung pflegt Ancylus nicht allzu grosse Anforderungen an das Leben zu stellen; hier darf man aber wohl an- nehmen, dass die Portionen selbst für diese Schnecke etwas knapp bemessen sein werden. Dies spricht sich auch in der geringen Grösse der Individuen aus; nur wenige habe ich finden können, bei denen, in mm ausgedrückt, die Länge sich zur Breite verhält wie 5:4; bei den meisten ist dies Verhältniss wie 4:3. Die Lage des Wirbels ist verschieden; bei einigen ragt er sogar etwas über den Hinterrand hinaus, Die erste Frage, welche ich mir nun vorlegte, war natürlich: Was fangen die Thiere im Winter dort an? Anfang Januar 1885 war ich wieder zur Stelle und hatte es günstig getroffen. Die Vorsprünge der Felsen waren mit einer dicken Eisschicht bedeckt; die Ancylen befanden
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sich im innersten Theile der Furche, der eisfrei geblieben war. Im Winter 1885/86 hatten die Felsen bei meinem Besuche kein Eis aufzuweisen, die Schnecken hatten sich dementsprechend weiter vorbegeben, und im Januar 1887 zwang sie wieder eine theilweise Hisbedeckung, das schützende Innere der Furche aufzusuchen. Eingefroren habe ich kein Exemplar gefunden, obgleich ich vielfach das Eis daraufhin untersuchte. Besonders günstig für die Erhaltung der Colonie an dieser Stelle scheint mir der Umstand, dass die Quelle nicht weit oberhalb ihren Ursprung hat, dass das Wasser rasch abwärts fliesst und desshalb selbst in einem strengeren Winter nicht so sehr abgekühlt wird, dass eine vollständige Eisbedeckung zu Stande käme.
Am 2, Januar 1887 sammelte ich eine ET dieser Ancylen, um in Marburg einige Versuche damit anzustellen, welche ich 3 Tage darauf in einem geheizten Zimmer begann. 5 Exemplare brachte ich in ein Glasgefäss, mit Flusswasser, durch welches ich beständig einen - Luftstrom leitete; ein Buchenblatt legte ich so an die innere Gefäss- wand, dass etwa die Hälfte desselben die Wasseroberfläche überragte. Nach 10 Tagen erneuerte ich das Wasser. 9 andere Exemplare kamen in ein Gefäss, in welchem das Wasser in der Weise circulirte, dass ein Heber den Zufluss, ein anderer den Abfluss besorgte. Auch hier hatte ich Buchenblätter hineingelegt. — In einer 1883 erschienenen Arbeit von Dr. Benjamin Sharp: „Beiträge zur Anatomie von Ancylus fluviatilis und Ancylus lacustris* heisst es nun auf Seite 4 von Ancylus fluviatilis: „Ferner fand ich, dass, wenn die Thiere in ein Aquarium mit fliessendem Wasser gesetzt wurden, sie nie an die Oberfläche kamen, sondern 4—6 cm unter derselben blieben“ und auf der folgenden Seite: „Ancylus ist im Stande und zieht es sogar vor, unterhalb der Oberfläche des Wassers zu verbleiben, falls die Bedingungen günstig sind“. Mit Rücksicht hier-
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auf habe ich nun genaue Aufzeichnungen gemacht, will jedoch nicht näher hierauf eingehen, bis ich Gelegenheit gehabt habe, neben anderen auch Parallelversuche mit Ancylen aus der Lahn anzustellen. Schon jetzt kann ich aber bemerken, dass von den Schnecken in beiden Gefässen, unter den oben angegebenen Verhältnissen bald die eine, bald die andere, manchmal mehrere zugleich nicht nur an die Oberfläche des Wassers kamen, sondern auch 1, ja bis zu 2 cm darüber hinausgingen und dann bald wieder in das tiefere Wasser zurückkehrten. In dem Glase mit der Durchlüftungsvorrichtung kamen die Thiere auch auf dem Buchenblatte über die Oberfläche hinaus. Nahrungs- sorgen konnten also wohl hierzu nicht die Veranlassung sein. Im Gegentheil, es schienen die Schnecken sich gerade hier eines besonderen Wohlseins zu erfreuen, und am 10. Tage nach ihrer Einsetzung konnte ich an einem Individuum eine Beobachtung machen, die mir für Ancylus neu zu sein scheint
Um das Wasser noch zu verbessern und gleichzeitig den Thieren frische Nahrung zu leiten, hatte ich ein lebens- kräftiges Stück von Elodea Oanadensis hineingelegt. Bei der nächsten Besichtigung sah ich einen Ancylus, die Schale nach unten gerichtet, auf der äussersten Spitze eines Blattes dieser Pflanze und nur der hintere Theil des Fusses war mit demselben noch in Berührung. Plötzlich erfolgte ein Ruck zur Seite; die Schnecke hatte damit vollends die Blattspitze verlassen, hing aber nun etwa 1 cm. unter derselben. 1—2 Minuten blieb sie in dieser Lage, dann erfolgte ein weiteres, aber ruhiges Herablassen um etwa 1 cm. und wiederum ein kurzes Verharren in dieser neuen Stellung; als sie sich aber zum 3. Male weiter herabzulassen begann, wurde der allerdings nicht sichtbare Zusammenhang mit der Blattspitze unterbrochen und mit beschleunigter Geschwindigkeit beendigte dieser Ancylus seine Turnfahrt. Sofort untersuchte ich das betreffende Blatt unter dem
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Microscop und konnte bei starker Vergrösserung deutlich mehrere, äusserst feine Fäden wahrnehmen, welche von der Blattspitze ausgingen. Höchst wahrscheinlich waren dieselben von der Schnecke gesponnen worden. Am nächsten Tage suchte ich die Ancylen zu veranlassen, das Experiment zu wiederholen. Ich hing das Stück der Elodea so in dem Wasser auf, dass die Thiere es bequem von dem Buchen- blatte aus, welches sie häufig besuchten, erreichen konnten. Bald war ein Exemplar darauf; ich rückte nun die Pflanze in die Mitte des Wassers und hob sie gleichzeitig, so dass nur wenige Blätter untergetaucht blieben Der Ancylus pilgerte geduldig von einer Blattspitze zur andern; auf die Dauer schien es ihm aber auf den schmalen, gesägten Blättern nicht zu behagen, auch er schickte sich an, die Elodea auf dieselbe Weise, wie sein Vorgänger zu verlassen. Die Schale war wieder nach unten gerichtet, nur mit einem Theile des Fusses war er noch mit der Blattspitze in Ver- bindung, ehe es aber zur freiwilligen Ablösung kam, fiel er ab, hing aber noch mit dem hinteren Theile der Schale an einem deutlich sichtbaren, verhältnissmässig dicken Schleimfaden, etwa 1 cm. unter dem Blattee In Folge dessen war die Schale jetzt nicht nach unten, sondern zur Seite gerichtet. Ueber eine halbe Stunde bemühte er sich vergeblich, sich aus dieser, wahrscheinlich in seinem Pro- gramm nicht vorgesehenen Lage zu befreien, bis ich ihm endlich zu Hülfe kam, da ich es, allem Anschein nach, doch nur mit einem verunglückten Spinnversuch zu thun hatte. Ich werde diese Versuche fortsetzen und gedenke bei Gelegenheit darauf zurückzukommen. — Schliesslich möchte ich mir noch in Bezug auf Ancylus lacustris die Bemerkung erlauben, dass ich denselben ziemlich zahlreich in einer schwachen Ausbuchtung der Lahn bei Marburg angetroffen habe. Exemplare von dorther legte ich in der Dunker’schen Sammlung nieder.
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Die Fauna der Atlantischen Inseln. Von W. Kobelt.
Die reiche und eigenthümliche Molluskenfauna der sogenannten atlantischen Inselgruppen hat schon vielfach die Aufmerksamkeit der Zoogeographen auf sich gezogen. Die grosse Zahl der Arten, das Auftreten eigenthümlicher' Gattungen und Untergattungen, ihre räthselhafte Vertheilung über die weit auseinander gelegenen Inselgruppen, ihre bei aller Eigenthümlichkeit unverkennbaren Beziehungen zu Europa und der verhältnissmässig grosse Prozentsatz der mit unserem Erdtheil gemeinsamen Arten, und daneben das immer wieder auftauchende Gespenst der platonischen Atlantis haben in den letzten Jahrzehnten eine ganze Anzahl von Malacozoologen beschäftigt und auch ich habe (im Jahrbuch V. p. 7) eine Uebersicht des damaligen Standes der Frage gegeben. Ich stützte mich damals be- sonders auf die Untersuchungen von R. Boog Watson, der in mustergiltiger Weise für die meisten europäischen Arten eine Binschleppung nachgewiesen hat, und kam mit ihm zu der Ansicht, dass wir in den atlantischen Inseln und namentlich in Madeira, ein sehr selbständiges Ent- wicklungszentrum vor uns hätten mit nur wenigen, durch Einschleppung erhaltenen fremden Beimischungen.
Die Vorarbeiten für ein grösseres Werk über die geo- graphische Verbreitung der Binnenconchylien veranlassten mich, der Frage wieder näher zu treten und sie namentlich einmal an der Hand der Paläontologie zu prüfen, wozu ja Sandberger’s classisches Werk*) jetzt die bequemste und sicherste Handhabe bietet. Ich wurde sofort im höchsten
*) Die Land- und Süsswasserconchylien der Vorwelt. Wiesbaden, Kreidel 1870—75.
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Grade überrascht durch die auffallende Aehnlichkeit, welche zwischen der heutigen Molluskenfauna der atlantischen Inseln und der des Horizontes der Helix Ramondi im deutschen und französischen Miocän besteht. Die clıarak- teristischen Gruppen und Gattungen, Oraspedopoma, Leptaxis, Plebecula, Hemicycla, Tectula, Janulus sind sämmtlich im mitteleuropäischen Miocän vertreten, und wenn auch die Arten nicht mit den atlantischen übereinstimmen, was ja bei der grossen räumlichen Entfernung auch bei gleich- zeitigem Leben nicht zu erwarten wäre und bei der unge- heuren seitdem verflossenen Zeit absolut unmöglich ist, so finden wir doch für eine ganze Anzahl von fossilen Arten heute noch die allernächsten Verwandten auf den atlantischen Inseln, während auf dem europäischen Festlande die be- treffenden Gruppen untergegangen oder doch bis fast zur Unkenntlichkeit umgebildet sind.
So haben z. B. Gonostoma sublentieula Sandberger (= lapieidella Thomä) aus dem untermiocänen Landschnecken- kalke von Hochheim am Main, und Gonostoma tropifera Edwards aus dem Bembridgekalk der Insel Wight ihre nächste Verwandte unbedingt in Helix hispidula Lamarck von Teneriffa; — Hyalina impressa Sandb. von Hochheim lässt sich nur mit Ayalina lenis Shuttl. von den Canaren in nähere Beziehung bringen; — unter den kleinen Pupa, die manche Schichten des Hochheimer Kalkes in solchen Massen erfüllen, steht Oharadrobia cylindrella A. Braun am nächsten der Char. millegrana Lowe von Madeira; — Pupilla quadrigranata A. Braun der Pupa gorgonica Dohrn von den
Capverden; — Glandieula tiarula A. Braun zeigt interne Beziehungen einerseits zu P, calathiscus Lowe, andererseits zu P. irrigua Lowe und P. cassidula Lowe. — Die heute
ausschliesslich auf die atlantischen Inselgruppen beschränkte
GattungCraspedopomaPfr.istinHochheim durch Or.utrieulosum
Sandberg. vertreten. — Clausilia Monixiana Lowe mit ihren 4*
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Verwandten, wenn auch heute die selbstständige Gruppe Böttgeria bildend, lässt sich immer noch am besten als ein Nachkomme der miocänen Laminifera betrachten, deren letzter Nachkomme sich in der pyrenäischen Olausika Paul Mabille erhalten hat. Zahlreiche Helices sind zwar specifisch nicht so nahe mit den heutigen atlantischen Arten ver- wandt, müssen aber zu denselben Untergattungen gerechnet werden. So ist Helix Ramondi Brogn., die Charakterschnecke des unteren Miocän, welche durch Deutschland, Frankreich und Oberitalien verbreitet ist, und nach welcher man den ganzen Horizont benennt, zweifellos eine Plebecula, zunächst verwandt mit Helix Bowdichiana Förussac; -— Helix den- sepapillata Sandberg. und rugulosa G. von Martens sind zu Hemicycla zu rechnen, Helix gyrorbis Klein vom Rand der rauhen Alp und Helix disparilis Deshayes aus dem Pariser Becken sind untermiocäne Janulus, Helix Lucanı Tournouer und Helix divionensis Mart. aus dem Untermiocän von Dijon sind Plebecula.
Aber die Veıwandschaft beschränkt sich nicht nur auf die Untermiocänschichten. Die Gattung Oraspedopomareicht bis ins Untereocän von Rilly im Pariser Becken zurück (Or. conotdeum Boissy), findetsich dann in den Sables inferieurs von Jonchery (Or. insuetum Desh.), im Bembridgekalk von Wight (Or. Elisabethae F. Edw.), im Untermiocän von Hoch- heim (Or. utriculosum Sandb.) und Tuchorig in Böhmen (Or. leptopomoides Reuss), und verschwindet mit der letzten und grössten Form (Ü. conordale Michaud) im französischen Mittelpliocän. — Aus dem Oberoligocän von Üieurac und Cordes in Südfrankreich gehören Helix Raulini Noulet, Helix Corduensis Noulet, Helix bulbulus Sandberg., Helix comatula Sandberg. ins Formengebiet der heutigen atlantischen Inselfauna; Helix Corduensis bildet sogar einen hochinteres- santen Schalttiypus, welcher uns gestattet, Plebecula und Leptaxis auf eine gemeinsame Wurzel zurückzuführen,
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Aber auch im. jüngeren Miocän finden wir noch zahl- reiche Anklänge an die atlantische Fauna. Patula lunula Thomae aus dem Hydrobienkalk von Wiesbaden und Patula stenospira Reuss aus etwa gleichalterigen Schichten in Böhmen finden ihre nächste Verwandte in der canarischen Helix putrescens Lowe, die mittelmiocäne Helix turonensis Deshayes ist eine ächte Aemicyela und hat ihre nächsten Verwandten in der Gruppe der Helix Saulcyi Fer., Paete- kiana Shuttl. und psathyra Lowe von den Canaren. Noch im süddeutschen Obermiocän finden wir Tectula nummulina C. Mayer, Leptaxis facilisC. Mayer und Hyalina orbicularis Klein, welche ganz besonderes Interesse bietet durch ihre nahen Beziehungen zu einer agorischen Art, Hyalına miguelina Drouöt.
Mit dem Ende der Miocänperiode beginnt für Mittel- europa eine neue Epoche, die Einwanderung der Vorfahren der heutigen Fauna, vor welcher die alten Typen ver- schwinden. Nur in dem französischen Mittelpliocän finden wir noch ein Oraspedopoma (conotdale Mich.) und eine von Sandberger zu Janulus gezogene Helix (ruderoides Michaud), und Sandberger möchte auch die Helix rysa S. Wood des englischen Crag, welche ihr Autor neben Helix rufescens Penn. stellt, lieber unter die Verwandten der Helix bifrons Lowe rechnen. Damit klingt die alte Miocänfauna in Mittel- europa aus, nur auf den atlantischen Inseln hat sie sich erhalten und weitergebildet. Es scheint mir daraus ziemlich unwiderleglich hervorzugehen, dass die atlantischen Inseln während der Miocänperiode mit dem Festlande von Europa in näherer Beziehung standen, als heute, vielleicht sogar mit ihm zusammenhingen, und dass sie auch untereinander inniger verbunden waren, nicht nur Madera und die Canaren, sondern auch die fernen Acoren. Die Trennung muss erfolgt sein zu eben der Zeit, wo die Einwanderung
‘ der Pliocänfauna begann, so dass die Inseln von dieser
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nicht mehr erreicht wurden und somit ihre Faunen vor Verdrängung und Untergang geschützt waren.
Dass die Uebereinstimmung zwischen der untermiocänen Fauna Mitteleuropas und der heutigen der atlantischen Inseln nicht noch grösser ist, kann uns nicht Wunder nehmen. Wir kennen ja von der Untermiocänfauna nur Fragmente, soweitsie im Genist der Flüsse enthalten waren und dadurch in die Süsswasserschichten kamen, und wir wissen noch fast nichts von ihr aus den Ländern, die. hier in erster Linie in Betracht kommen würden, von der iberi- schen Halbinsel und aus Marocco. Bedenken wir die Verschiedenheit im Klima und in der Bodenbeschaften- heit zwischen den Hügellandschaften Deutschlands und Frankreichs*) und den gebirgigen, theils vulkanischen, theils kalkigen Inseln, so muss uns die Uebereinstimmung zwischen den beiderseitigen Faunen als eine sehr auffallende erscheinen. Jedenfalls brauchen wir ein selbständiges „Schöpfungs- centrum“ für sie nicht anzunehmen, wenn sie auch als Entwicklungscentren anerkannt werden müssen, innerhalb deren sich die zur Miocänzeit durch Einwanderung dahin gelangten Typen in eigenthümlicher Weise undin einer so be- wunderungswürdigen Mannigfaltigkeit entwickelten. In enger Beziehung zu ihnen erscheinen dann auch nicht nur Olauselia Pauli Mabille, sondern auch die zahlreichen Gonostoma, welche in ihrer heutigen Beschränkung auf Portugal, Süd- westspanien und Nordmarocco in der europäischen Fauna eigen- thümlich räthselhaft dastehen, und Omphalosagda tetuanensis m. von Tetuan.
Gegen die Annahme einer directen Landverbindung der atlantischen Inseln mit dem Festland spricht freilich ein gewichtiger Grund, das absolute Fehlen aller eigenthümlichen Säugethiere und Reptilien, nicht nur in ihrer heutigen Fauna,
*) Von 62 Binnenconchylien, welche Noulet aus dem Becken der Garonne und des Adour aufzählt, sind nur 14 mit solchen der gleich- altrigen Schichten des deutschen Miocän identisch,
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sondern anscheinend auch in ihren Tertiärlagern, selbst auf den dem Festlande so nahe gelegenen Canaren. Ersteres ist wohl zweifellos, aber der Boden der Inseln ist bei weitem noch nicht so gründlich erforscht, dass nicht bei sorgsamerer Untersuchung noch Reste von Säugethieren gefunden werden könnten. Die Existenz eines Festlandes nördlich und west- lich von Spanien haben ja Colomb und de Verneuil aus den grossartigen Süsswasserablagerungen, die allein in Neucastilien 80,000 Quadratkilometer bedecken, zum mindesten sehr wahrscheinlich gemacht.
Zwei neue Formen transkaukasischer Landschnecken.
Von , Dr. O0. Böttger.
Claustlia (Buxina) Reuleauxı n. sp.
Char. Similis ©, derasae Mouss., sed plicis palatalibus deficientibus, lunella magna arcuata, lamella infera basi truncata in mediam aperturam prosiliente. — T. puncti- formi-rimata, ventrosulo-fusiformis, corneo-fusca, copiose flavido strigata et tesselata, sericina; spira turrita; apex acutiusculus. Anfr. 11',—12 convexiusculi, sat celeriter accrescentes, regulariter dense undulato-striati, sutura impressa disjuncti, ultimus subtus decrescens, cervice planatus, basi carina valida, angusta, incurvata, suleis profundis circumdata munitus. Apert. magna, quinquangularis, marginibus lateralibus parallelis, basi usque ad marginem anguste canaliculata, sinulo latius- eulo incurvato ; peristoma continuum, subincrassatum, reflexiusculum, sub sinulo non compressum. Lamella supera”protracta, longe intrans; infera valida, media parte profunde concava, oblique ascendens, basi hori- zontaliter truncata et nodulifera, oblique intuenti spira- liter recedens; spiralis lamellam superam intus fere
attingens; columellaris profunda, oblique intuenti dis- tincta, procul peristomate emersa. Plica principalis brevis; palatales nullae; lunella dorso-lateralis, semi- ceircularis, et superne et basi valde recurva. ‘Alt. 23—25, diam. 5, mm; alt. apert. 5°/,—6, lat. apert. 4—4!/, mm. Hab. Batum in Lasistan, unter Steinen (8 Exple.). Diese prachtvolle Novität erlaube ich mir zu Ehren des Hrn. Ingenieur Carl Reuleaux in München, von dem ich sie erhielt, zu benennen. Sie scheint auf den ersten Anblick der Claus. derasa Mouss. var. Ossetica A. Schm. sehr ähnlich und auch nahe verwandt zu sein, unterscheidet sich aber bei näherem Zusehen sofort durch die eigen- thümlich vorgezogene Unterlamelle, das Fehlen aller Pala- talen und durch das Auftreten. einer grossen, auffallend stark im Halbkreise gekrümmten Mondfalte. In Wahrheit steht sie aber der in der Krim angeschwemmten Olaus. Pontica Ret. aus der Hetaera-Circumdata-Gruppe am nächsten, von der sie sich u. a. durch bedeutendere Grösse, nicht concav ausgezogenen Wirbel und das Vorhandensein der Abstutzung und des Knötchens an der Basis der Unterlamelle leicht unter- scheidet. Nach der anderen Seite hin lassen sich Beziehungen zu den decollierenden Acrotomen des pontischen Kaukasus finden, so dass ich jetzt nicht abgeneigt bin, letztere Gruppe im System in unmittelbare Nähe von Euxina und zwar zwischen Mentissa und Euxina einzuschieben. Von Olaus. picta P. unbekannten Vaterlands ist die Art ausser anderm durch das Fehlen der unteren Gaumenfalte und die Form und Grösse des Gehäuses zweifellos verschieden.
Buliminus (Zebrina) Hohenackeri Kryn. mut. subradiata n.
Char. Differt a typo anfr. 7!), isabellino-albescentibus, strigis obliquis latis, brunneis, hic illic obscurioribus ornatis, ultimo pro altitudine testae aliquantulum altiore.
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BER -
Alt. 27, diam.' 111), mm; alt. apert. 11'/,, lat. apert.
7 mm.
Hab. Armenien und Achalzich in Transkaukasien.
Auch diese Form verdanke ich der Freundlichkeit des Hrn. C. Reuleaux, der sie als ganz der mut. radiata des Buliminus detritus Brug. entsprechend erkannte. Erwähnt wird sie zwar schon von Mousson in Coqu. Schlaefli II. p. 381 aus Armenien, von wo Huet sie mitbrachte und Par- reyss sie in Verkehr gab, ein Name aber nicht gegeben.
Vertigo aretica in Tirol.
Die letzte, bzw. 1. u. 2. Nummer d. Nachr. Bl. 1887, enthält eine Erörterung v. E. Merkel: „Vertigo Ronne- byensis in Deutschland“, die auch den Gef. höchlich inter- essirtee Auch mir ward nämlich schon vor geraumer Zeit von Hrn. Jetschin diese Pupa von den Sandhügeln bei Tegel nächst Berlin mitgetheilt u. zwar als „alpestris* Ald., welcher Name mir aber jedesmal Kopfschütteln verursachte. Jedoch ohne V. Ronnebyensis zu kennen, deren Farbe überdies „rufo-brunea“ der Autor bezeichnet, hatte ich sie bisher als? — schon der Grösse wegen — neben arctica gestellt. Wenn Herr Merkel zum Schlusse seiner Abhandlung bemerkt: „Somit ist die kleine Schneegrube immer noch als einziger nichtarctischer Fundort der hochnordischen V.arctica zu be- trachten“, so sehe ich mich dagegen zur Mittheilung ver- anlasst, dass selbe bis in die Gebirge Südtirols verbreitet ist, wenn anders V. tirolensis m, (I. Nachlese zu Tirol. Land- u. Süsswass.-Conch. — Verhandl. d. k. k. zool. bot. Ges. in Wien 1869) mit dem Typus mir nichts dir nichts identificirt werden darf, wie es Westerlund gethan, obgleich ihre Zähne schwächer u. der Gaumenzahn fehlt. V. tirolensis findet sich nämlich auf Bergen des Querthales Afers bei Brixen und ward neuerdings diesen Sommer am „Rosskopf“ bei Sterzing in Gesellschaft verkümmerter V. edentula —
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da wie dort über der Holzgrenze — aufgefunden. — Von V.arctica aus der Schneegrube hatte mir Hr. Jetschin auch 2 vollkommen albine Exemplare mitgetheilt.
Was. endlich das „äusserst schwierige Problem über die Ursache ihrer seltsamen Verbreitung“ betrifft, so hängt dessen Lösung wohl mit dem Glacialphänomen zusammen und lenkte ich bereits i. J. 1856 („die Alpenkäfer und die Eiszeit“, Ztschft. d. siebenbürg. Ver. Jhrg. VIL, N. II u. II.) die Aufmerksamkeit darauf. Wie es nämlich in Tirol auffallend genug ist, dass nicht die Thäler, sondern die getrennten Gebirge eine und dieselbe Fauna beherbergen und es beinahe gleichgiltig ist, welchen Berg man besteige, um — im All- gemeinen gesprochen — auf derselben Vertikalhöhe auch dieselben alpinen Coleopteren zu sammeln, so gelten mir auch von den Pupen eine columella, inornata, edentula, Gredleri, arctica, vor allen Genesii und manche andere zahn- arme oder zahnlose Art als praeglacial, die nur sporadisch noch ihr Dasein fristen und deren Verbreitungsfrage mit jener alpiner Insekten verknüpft und zu lösen ist.
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Kleinere Mittheilungen.
(Dreissena cochleata Nyst.) Nach einer Mittheilung von Pel- seneer im Bull. Soc. Mal. Belg. 1885 p. XLVI ist diese interessante Art sicher eine exotische und gelegentlich durch Schiffe in die Docks von Antwerpen eingeschleppt worden. Die Kolonie ist bei den gross- artigen Hafenbauten der letzten Jahre leider vernichtet worden.
(Muschelgeld im Bismarek-Archipel.) In unseren neuen Kolo- nien gelten bekanntlich kleine Muscheln, (Nassa cailosa A. Ad.) auf gespaltenen Rottang gereiht, als Geld. Nach Parkinson (der Bismarck-Archipel, Leipzig, Brockhaus 1887) werden die Muscheln aus- schliesslich an der Nordküste der Gazellehalbinsel und an der West- küste von Neubritannien gesammelt; die Rückseite wird durchbohrt, dann werden sie blankgescheuert und an der Sonne gebleicht. Um als Geld, Dewarra, zu dienen, werden sie auf gespaltenes Rohr gereiht;
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10 Faden gelten gleich einem Schwein, 20—50 als Sühne bei Blut- rache, mit 50—100 Faden wird eine Frau gekauft. Zur Aufbewahrung der Vorräthe hat jedes Dorf ein eigenes durch strenges Tabu geschütztes und von mehreren Wächtern bewachtes Dewarra-Haus; darin liegen je 50—250 Faden zusammengerollt und mit bunten Pandanus- und Palmblättern umwunden. Neue Rollen werden unter besonderen Feierlichkeiten im Hause niedergelegt. — Ausserdem hat man auf den Duke-of-York Inseln und auch auf Neu-Irland ein anderes, Bälle ge- nanntes Geld, das analog dem nordamerikanischen Wampum aus dünnen runden Blättchen besteht, die aus nicht genauer bezeichneten Bivalven geschliffen werden; auf Neu-Britannien bilden sie mit den Zähnen von Phalangista vulpinus zusammen den beliebtesten Schmuck. Ko,
(Muscheleameen.) Nach einer Mittheilung im Ausland 1887 p. 85 verwenden die italienischen Arbeiter zur Anfertigung von Kameen drei Arten Muscheln. Am höchsten geschätzt wird Cassis tuberosa, Conchiglia serpentina genannt; Stücke mit reinem Schwarz und Weiss, ohne gelbliche Flecken werden bis zu 35 Frs. bezahlt. Dann kommt Cassis cornuta, unter dem Namen Conchiglia carniola bekannt. Den geringsten Werth hat die Conchiglia rosa, Strombus gigas, dessen rosenfarbenes Perlmutter nicht genügend absticht, um zu eigentlichen Kameen brauchbar zu sein, aber zu allerhand ähnlichen Arbeiten sehr geeignet ist. Die Arbeit selbst ist eine interessante Form des Kunst- handwerks; Lehrlinge und Gesellen bereiten die Kamee bis zu einem gewissen Punkte vor, aber die letzte Ausführung ist Sache des Meisters; sein Werkzeug ist ein feiner Grabstichel, wie der des Kupferstechers. Die Meister beziehen die Muscheln meistens in grösseren Quantitäten und lassen sie bei sich austrocknen; nicht ganz trockene Stücke sind zu weich, um verarbeitet zu werden, und werden leicht grau. Der Hauptsitz der Kameenschneiderei ist Neapel, doch finden sich auch in Florenz, Rom und Mailand tüchtige Meister. Versuche, die Industrie nach Frankreich zu verpflanzen, sind an den zu hohen Löhnen, welche geschickte französische Arbeiter beanspruchen, gescheitert. Ko.
Literatur. Am Stein, Dr. G., ein Ausflug nach Serneus. In Jahresber. naturf. Gesellsch. Graubünden XXIX. 1884 - 85. p. 38. Zählt 28 während eines Badeaufenthalts im September 1885 gesam-
melte Arten auf. Serneus liegt im Hinter-Prätigau in 983 m. Höhe am Fuss des Casanna-Gebirgs.
DL BER
Martini - Chemnitz, Systematisches Conchylien - Cabinet. Neue Auflage.
Lfg. 340. Löbbecke, Cancellaria, Taf. 11—15. Keine n. sp.
— 341. Kobelt, Pleurotoma. Enthält die Gattung Bela und eine Anzahl der von Weinkauff noch nicht beschriebenen Pleuro- tomen. Keine n. sp.
— 342. Kobelt, Pecten. Keine n. sp.
— 343. Löbbecke, Cancellaria (Tafel 16— 20).
— 344, Clessin, Mytilus und Tichogonia. — Neu Septifer siamensis. — Der Autor gibt bei Tichogonia cochleata Kickx als Heimath die belgischen und holländischen Küsten an; bekanntlich ist die Art nur in die Antwerpener Docks irgend woher eingeschleppt und nicht in Europa einheimisch.
Atti della Societüä Toscana di Scienze Naturali. Memorie. Vol. VII. 1886.
p. 201. de Amieis, G@. A., il Caleareo ad Amphistegina nella pro- vincia di Pisa, ed i suoi Fossii. — Der Autor stellt diese Nummulitenhaltigen Schichten an die obere Grenze des Pliocän. Die Molluskenfauna enthält 59 sp., keine neu.
p. 280. Cunavari, M., Fossili del Lias inferiore del Gran Sasso d’ Italia, raccolti dal Prof. A. Orsini nell’ anno 1840. Die von Orsini mit Lebensgefahr an den höchsten Zinnen des Gran Sasso gesammelten Versteinerungen haben unbeachtet bis voriges Jahr in Pisa gelegen. Canavari beschreibt aus ihnen als neu: Scurri- opsis Orsinii, Trochus Signorinii, Bifrontia conjuncta, Cerithium Orsinii, Cer. apenninicum, Cer. Spadai, Cerithinella fiscellensis, miliaris, fimbriata, Macrodon Gilli.
Adami, @. B., Novita Malacologiche Recenti. Estr. del Bull. Sol. Mal. Ital. vol. XI.
Als neu beschrieben werden: Hyalina de Bettana p. 205 t. 1 f. 1-3, Alponethal; — Hel. cingulata var. Pinii und var. incerta p 209, Val lasia, Verona; — Helix colubrina var. Medoecensis p. 212, Brentathal; — Hel. Nicolisiana p. 214 t. 1 f. 4-6, Vicentino, zunächst wit frigida verwandt; — Hel. Bonaldai f. 7—9, Brixen, Xerophile aus der nächsten Nähe von Ammonis; — Pupa avenacea var. pliculata p. 221, Veronese; — P. gra- num var. meridionalis p. 222, Apulien, — Clausilia Laurae p-. 223 t. 1 f. 10—12, Foggia, Apulien; — Cl. Paroliniana var. intermedia p. 225, Brentathal; — Cl. plicatula var. latecostata
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p. 226, Val. Cismon.; — Limnaea stagnalis var. violacea p. 231, Tridentino; — Pisidium Piattii p. 231, Desenzano; — Unio Bourguignatianus p. 234 f. 13. 14, Oglio; — U. athesinus p. 236 f. 16. 17, Etsch. (efr. Iconogr. f. 299); — U. Piceinellii p. 239 f. 18. 19, Bergamo; — U. Tommasii p. 241 f. 20. 21, Castro- goffredi, Mantovano; — U. Christophori p. 242 f. 25. 25, Levici- See, Trentino; — U. Gredleri p. 245 f. 22, Caldonazzo-See; — U. Ruffonii p. 248 f. 26—27, Conegliano bei Treviso; — Ano- donta Ambrosiana p. 250 f. 30, Trentino; — An. Cobelliana p. 252 f. 31, Lago di Cavedino, Trentino; — Var. Toblinica p. 254, Toblino-See; — An. Strobeliana p. 255, Levico, Trentino, — An. Zenii p. 258 f. 28, Pomarolo, Trentino.
Boas, Dr. J. E. V., Spolia atlantica. Bidrag til Pteropo- dernes Morfologi og Systematik, samt til Kundskaben om deres geografiske Udbredelse. Kjoebenhavn 1886.
Wir berichten über diese wichtige Arbeit an anderer Stelle ein- gehender. Als neu beschrieben werden Cleodora Chierchiae, Cl. Andreae; Cl. pygmaea; — Hyalaea rotundata; — Pneumo- dermon macrocotylum; — Dexiobranchaea simplex, D. pauci- dens, D. polycotyla; — Cliopsis grandis.
Journal de Conchyliologie 1886 vol. XXXIV. No. 4.
p. 257. Morlet, L., Liste des Coquilles recueillies au Tonkin, par M. Jourdy, chef d’escadron d’artillerie, et description d’especes nouvelles.
Als neu beschrieben werden folgende Arten, welche zum Theil schon von Morlet, um die Priorität zu wahren, in einer eigenen Broschüre (Diagnoses de mollusques terrestres et fluviatiles du Tonkin) veröffentlicht worden sind: Helix Balansai p. 270 t. 12 f. 4; — (Plectopylis) Schlumbergi p. 272 t. 12 f. 2; — Strep- taxis Fischeri p. 274 t. 12 f. 1; — Hypselostoma Crossei p. 275 t. 12 £. 5; — Lagocheilus Crossei p. 277.13 £.2; — L. Fischeri p. 278 t. 13 f. 3; — L. Mariei p. 279 t. 13f.4; — Cyclophorus Jourdyi p. 281 t. 14 f. 1; — Pterocyelus Danieli p. 285 t. 14 f. 2; — Palaina Balansai p. 284 t. 13 f. 1; — Bithinia Chaperi p. 286 t. 14 f. 3; — Stenothyra Tonkiniana p. 292 t. 14 f. 5; — Corb. Baudoni p. 293 t.14 f.6; — Corb. Petiti Cless. mss. p. 294 (auch aus Kambodscha).
p. 295. Fischer, P., Diagnoses d’especes nouvelles du genre Scale- nostoma. — Se. lubrica von Mauritius, Sc. Mariei von Neu- caledonien,
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p. 296. Heude, R. P. M., Diagnoses Molluscorum novorum, in Sinis colleetorum. — Neu Clausilia inversa p. 296, Cl. infecta und margaritacea p. 297, Cl. aprivora, vulpina und succinea p. 298, Cl. labrosa, indurata und siderea p. 299, Cl. binaria, buccinella p. 300, Cl. clavulus, cylindrella, constellata p. 301, sämmtlich aus den Provinzen Tchenkeu, Pa-tong und Ta-li-fu,
p. 302. Mayer-Eymar, C., Description de Coquilles fossiles des terrains tertiaires superieurs. — Neu Neaera maxima p. 302 t. 16 £. 15 — N. Forbesi p. 303 t. 16 f. 2; — Corbula mar- garitae p. 304 t. 16 f. 3; — Lyonsia Broechii p. 306 t. 16 f. 4; — Surcula Rollei p. 307 t16 £.5; — Clavatula austriaca p. 308 t.16 £.6 = asperulata Hoernes ex parte; — Cl. herculea p. 310 t. 16 £. 7; -— Cl. rusticula p. 311 t!16 £ 8.
Pelseneer, Paul, Notice sur les Mollusques recueillis par M. le capitaine Storms dans la region du Tanganyıka. In Bull. Mus. Roy. Belgique, Vol. IV. — 28 pg2. Der Autor verwirft die Gattung Spekeia Bourg., da Lithoglyphus zonatus Wood zu Lacunopsis zu rechnen sei, und Cameronia Bourg., weil Pliodon Spekei bald mit dem Schlosstypus von Pliodon, bald mit dem von Cameronia vorkomme. Die Familie Mutelidae dagegen erkennt er als anatomisch begründet an.
Annales de la SocietE Royale Malacologigue de Belgique. Tome XX. Anne 1885.
p. 45. Nobre, Auguste, Catalogue des mollusques des environs de Coimbre (Portugal). — Enthält ausser den in dem Journal de Con- chyliologie aufgezählten Arten desselben Verfassers auch eine An- zahl Anodonten, die J. Silva e Castro in einer 1883 erschienenen Ab- handlung »Anodontes du Portugal« im Journal de Sciencias phy- sicas, mathematicas e naturaös No. XXXV, p. 123 148 be- schrieben hat, einer Arbeit, die meines Wıssens nicht weiter beachtet worden ist. Es sind: Anodonta Henriquesi, fragillima, subregularis, Silvai Bgt. mss., Giraldesi, Bocageana, Rosai nebst einigen französischen Arten.
p. 38. Dollfus, @. et G. Ramond, Liste des Pteropodes du terrain tertiaire Parisien. — Keinen. sp,, abgebildet sind Spirialis pyg- maea Lam., Bernayi Loubr. und Valvatina Parisiensis Wat. et Lef. — Aufgezählt werden 6 sp. — Die Autoren stellen die offen genabelten helixartigen fossilen Pteropoden zu Limacina, die eng oder nicht genabelten zu Spirialis, womit man sich ein-
Be. m
verstanden erklären kann, da der Unterschied im Bau der Thiere bei fossilen Arten natürlich nicht erkannt werden kann.
Hoyle, W. E., Report on the Cephalopoda collected by H. M. 8. Challenger during the years 1873—1876. — In Voyage Challenger. Zoology vol. XVI. part. 44,
Der Autor hat nicht nur die Ausbeute des Challenger, sondern auch die der Porcupine, des Knight Errant und des Triton für seine Arbeit verwenden können und so eine Arbeit geschaffen, welche sich den übrigen Theilen der »Challenger Expedition« in der würdigsten Weise anreiht.e. Wir haben die neuen Arten meistens schon früher nach den vorläufigen Publikationen des Verfassers aufgezählt, hier sind sie alle, und zwar in vorzüglicher Weise, abgebildet und da die »Challenger Expedition« leider nur in sehr wenige Hände gelangen wird, geben wir hier eine Auf- zählung der Tafeln und Figuren. I. Octopus Bosecii var. pallida; — IL 1—4 Oct. levis n.; 5. O. bermudensis n.; — IH. 1-2 vergrösserte Details der früheren Arten; 4. 5. O, australis n.; 6. 7. O. areolatus n.; — IV. O. verrucosus n.; — V. O. hong-
kongensis Steenstr.; — VI O. marmoratus n.; — VIL1-4, O. Januarü Steenstr.; 5. O. duplex n.; 6—8 O0. vitiensis n.; 9. 10. ©. bandensis n — VII. 1. 2. O. tonganus n.; 3. 0.
pictus v. fasciata n., 4—6 Eledone rotunda n., 7. EI. brevis n.; — RX, 1.2. Japetella prismatica n., 3—6. Eledonella diaphana n. 7—9. Amphitretus pelagicus n., 10—13. Cirroteuthis sp. juv. — X. Cirroteuthis pacifican.; — XI. 1.2. C. meangensis n.; 3-5, Stauroteuthis?. — XI. Cirroteuthis magna n. — XII. Details. — XIV. 1-9. Sepiola bursa Pfeffer, 10—14. Promachoteuthis megaptera n.; XV.— 1—9. Rossia Oweni Ball. 10—18. Details von R. patagonica Smith. — XVI 1-12. Sepia Smithi n., 13—23, S. papuensis n. — XVII. 1-58. esculenta n., 6-11. S. kiensis n. — XVIII. 1—6. S. esculenta n., 7—14. S. kobiensis n. — XIX. 1-13. S. sulcata n., 12—14. S. elliptica n. — XX S. cultrata Steenstt. nn. — XXL 1-—10, S. (Metasepia) Pfefferi n., 11-—19. S. andreanoidesn. — XXII. 1—10. Sepiella Maindroni Rochebr. — 11. Sepia andreanoides; — XXIIL Loligo edulis n.; — XXIV. 1-6. L. ellipsura n., 7—15. L, japonica Steenstr. — XXV. 1—10, L. kobiensis n., 11-15. L. ellip- sura a, -- XXVI, L. indica n. — XXVII. L. Galatheae Steenstr. — XXVIII. 1—5. Todarodes pacificus St., 6--12. Tracheloteuthis Rusei St, 13. Taonius elongatus St.; — XXIX. 1-7. Bathy-
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teuthis abyssicola n., 8—10. Mastigoteuthis Agassizii Verill, 11. Enoploteuthis margaritifera Rüpp; — XXX. 1-8. Teleo- teuthis caribaea Les., 9—15. Histiopsis atlantica n.; — XXXI. 1—10. Details von Cirroteuthis und Tracheloteuthis, 11—14. Cranchia Reinhardti Steenstr. — XXXIL 1—4. Cranchia Rein- hardti St, 5—11. Taonius Suhmi Lank., 12. Taonius hyper- boreus Steenstr, — XXXII 1—11. Taonius hyperboreus, Details, 12—15. Calliteuthis reversa Verrill.
: Beriehtigung.
In dem Bericht über Dalls Report on Berings Island Mollusea in Nachr. Bl. 1886 p. 190 hat sich ein Schreibfehler eingeschlichen, auf welchen mich ein Brief meines Freundes Dall aufmerksam macht. Der- selbe schreibt mir:
»It is Helix pupula Gld. (not pauper) which by the type in the Gould Collection at Albany is not a Conulus. But I have little doubt, that Gould mixed in his pupula the adult fulva of Kamtschatka and the young conical Japanese Hyalina. Owing to the vicissitudes the Gould collection has undergone its determinations cannot be said to be entirely free from doubt. Further it is not safe to be dogmatic about. Morelets shell without specimen, but I have not the least moral doubt, that the flocculus of Morelet was a young pauper and that both are intimately related to ruderata. I collected with great activity for two weeks at Petrowpaulowsk in 1865 and feel confident, that my collec- tions embraced all the Helices of that locality, if not all the land- shells. But I am quite ready to admit the right of any one else to doubt the accuracy of this supposition.s
Ferner ist in No. 11 & 12 p. 189 zu lesen Hendorf anstatt Hessdorf.
Eingegangene Zahlungen.
Puppe, W. Mk.6.— ; Dickin, W. 6.—; Wiegmann, J. 6.—; Pfeffer, H. 6.—; Kuhn, O0. 6.—; Schacko, B. 21.—-; Scholvien, H. 23.—; v. Heimburg, 0. 23.—; Konow, F. 6.— ; Gysser, K. 21.—; Dohrn, S. 21.—; Weinland, H. 6.—; Petersen, H. 6.—: Michael, W. 6.—; Koch, G. 21.—; Arnold, N. 23.—; v. Martens, B. 6.—; de Laval, St. 21.—; Ressmann, M. 5.94; Kohlmann, V. 6.- ; Friedel, B. 21.-—; Andreae, H. 6.—; Brüller, L. 6.—; Schroeder, H. 6.—; Riise, K. 22.— ; Ankar- crona, ©. 6.—; Walser, S. 6.—; Naturhist. Museum, Lübeck 6.—; Borcherding, V. 21.— ; Friele, B. 21.—; Loretz, B. 6.—; Besselich, T. 23.—; Ponsonby, L. 23.—.
Redigirt von Dr. W. Kobelt. — Druck von Kumpf & Reis in Frankfurt a. M. Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M.
Hierzu die Beilage Tausch-Catalog No. 2.
‘
No. 5 u. 6. Mai-Juni 1887.
Nachrichtsblatt
der deutschen
Malakozoologischen Gesellschaft.
Neunzehnter Jahrgang.
Erscheint alle zwei Monate und wird gegen Einsendung von Mk. 6.— an die Mitglieder der Gesellschaft franco geliefert. — Die Jahrbücher der Gesellschaft erscheinen 4mal jährlich und kosten für die Mitglieder Mk. 15.—
Im Buchhandel werden diese Zeitschriften nur zusammen abgegeben und kosten jährlich Mk. 24. —
Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuscripte, Notizen u. s. w. gehen an die Redaction: Herrn Dr. W. Kobelt in Schwanheim bei Frankfurt a. M.
Bestellungen (auch auf die früheren Jahrgänge), Zahlungen und dergleichen gehen an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M.
Ändere die Gesellschaft angehende Mittheilungen, Recla- mationen, Beitrittserklärungen u. 3. w. gehen an den Präsidenten: Herrn D. F. Heynemann in Frankfurt a.M.-Sachsenhausen.
Mittheilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie.
Vom 6Grimming bis Alt-Aussee. Von H. Tschapeck.
Die der Dachstein-Gruppe als deren östlicher Abschluss angehörige Alpe Grimming (2351 m Seehöhe) und die Ortschaft Alt-Aussee (717 m Seehöhe) am gleichnamigen See gelegen, bilden die beiden entgegengesetzten Endpunkte jenes die nordwestliche Ecke der Steiermark ausfüllenden Alpengebiets, von dessen Mollusken-Fauna ich heute sprechen will. Dem Trifinium der Provinzen Salzburg, Ober-Oesterreich und Steiermark sehr nahegerückt, stellt sich dasselbe als ein von Osten nach Westen verlaufendes Hoch- oder Alpenthal von wechselnder Bodenerhebung und Breite dar. In derselben
Richtung durchziehen dasselbe die sogenannte Nalzstrasse 5
- 6 -
und die parallel mit ihr angelegte Salzkammergutbahn, auf deren hier in Betracht kommende Theilstrecke nachbenannte Bahnstationen entfallen: |
Bahnstation: Steinach-Irdning mit der Seehöhe von 642 m,
» Klachau >» » » 832 m, » Mitterndorf Del » >». 092 2m, » - Kainisch SS 2 » 764 m, » Markt-Aussee » » > » 657 m.
Die Bahnstrecke von Steinach-Irdning bis Markt Aussee hat die Ausdehnung von 28 Kilometern. Die gewaltigsten Kalkalpenzüge des Landes bilden die nördliche und südliche Begrenzung dieses Hochthals, und zwar im Norden der Zug ' des Todtengebirgs mit den beiden nahe gegen das Thal vor- geschobenen Alpen Lawinenstein (1961 m Seehöhe) bei Mitterndorf, und der Alpe Röthenstein (1610 m Seehöhe) nächst den Ortschaften Obersdorf und Kainisch, dagegen im Süden die hochalpinen Ausläufer der Dachstein-Gruppe, insbesondere der isolirt stehende Grimming und das von ihm durch den Alpenpass Stein getrennte Kammergebirg.
Die Wasserscheide des zwischen den beiden Flüssen Enns und Traun gelagerten Hochthals entfällt auf die Strecke von Klachau bis über Mitterndorf hinaus.
Das Todtengebirg entsendet den Grimming-Bach und den Salza-Bach nach Osten in die Enns, ersteren an Klachau vorüber bis zur Mündung in der Nähe von Steinach und Schloss Trautenfels, letzteren, den Salzabach durch das Salza- thal, an Mitterndorf vorbei, dann durch den Pass Stein bis zur Mündung in der Nähe der Ortschaft Nieder-Oeblarn.
Dagegen fliesst die aus dem Oedensee nächst Kainisch entspringende, sogenannte Kainisch-Traun, einer der drei Ursprungsbäche des Traunflusses, in westlicher Richtung bis Markt Aussee, wo sie sich mit den beiden anderen Ursprungs- bächen, der Grundlsee-Traun und der Altausseer-Traun zum nunmehrigen Traunflusse vereinigt.
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Aus der an und für sich hohen Lage des Thalgebiets, zu welcher sich überdies der dominirende, weit herabdringende Einfluss der ringsum emporragenden Alpenhöhen’ gesellt, ergibt es sich, dass auch in der Molluskenfauna ein scharf ausgeprägter Gebirgs- und Alpen-Charakter vorherrscht. Soweit es mir im Laufe einiger Jahre gelang, dieselbe näher kennen zu lernen, enthält sie — freilich neben einer Reihe von Arten, welche man füglich Gemeingut des ganzen Landes nennen kann — so manche Lokalform, welche eben nur an einzelne Stellen oder Strecken des Untersuchungsgebiets gebunden ist. Eine nicht zu unterschätzende Bereicherung der steirischen Fauna aber entspringt aus der günstigen geographischen Lage nächst den Grenzen anderer Provinzen, mithin auch abweichender Faunengebiete, und dieser Um- stand bedingt eben wieder das Hereinragen von Verbreitungs- bezirken mancher Arten oder Formen, deren Vorkommen in Steiermark bisher nicht hinlänglich sichergestellt war
Zur Aufzählung der Arten übergehend, will ich nur in Kürze darauf hinweisen, dass Herr Dr. Heinrich Simroth in Leipzig im Winter 1885/86 mein im bezeichneten Alpen- gebiete gesammeltes, ziemlich umfangreiches Nacktschnecken- Material einer eingehenden Prüfung unterzog, und das Resultat derselben im Nachrichtsblatte No.5 und 6 — Mai und Juni 1886 — veröffentlichte.
Herrn Dr. Simroth sei hierfür der Dank des Meist- begünstigten ausgesprochen, denn als solcher fühle ich mich ihm verpflichtet, Seine gründliche Abhandlung sichert nun- mehr eine auch betreff der Nacktschnecken umfassende Uebersicht meiner gesammten
Ausbeute: 1. Limax masximus-cinereoniger Wolf. A. Die typische Form. Grundfarbe zwischen hellem und dunklem Grau wechselnd, mit schwärzlicher Zeichnung, theils gestreift, theils getigert.
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Im ganzen Waldgebiet verbreitet, aber besonders in den von den Voralpen des Todtengebirgs auslaufenden Thälern, als dem Zauchengraben, Salzathal etc. häufig.
B. Thiere mit blassrother Grundfarbe und nicht sehr kräftiger Zeichnung der dunklen bräunlichen Binden. Stets nur weissen Schleim absondernd, mithin ein zweifelloser Limax ceinereoniger, aber des röthlichen Grundtones wegen als Uebergang zu Limax maximus-Bielzi Seibert aufgefasst.
Diese Form ist zahlreich vertreten an den Südabhängen der Alpe Röthenstein, namentlich in jenen Waldungen, durch welche, von Obersdorf aus der Almsteig zu den Brenntler- hütten (Sennhütten) am Seidenhof emporführt — sowie auch an den nordseitigen Abhängen des Kammergebirgs hinter dem Oedensee. Vereinzelt findet sie sich auch in den be- waldeten Nordabhängen des Grimming.
Anmerkung. Diese Uebergangsform erreicht selbst in ihren vorgeschrittensten Exemplaren nicht das intensive gesättigte Roth des echten rothschleimigen Limax Bielzi von der Tanneben bei Peggau, geschweige denn jene viel- fachen Gradationen der Nachdunkelung bis Schwarzroth bei scharfen Conturen der Bindenzeichnung, wodurch sich jene Bielzi-Exemplare auszeichnen, welche ich Ende Juni und Anfangs Juli 1886 an neuen Standorten in den nordseitigen Hochwaldungen des Berges Schökel bei Radegund erbeutete. Diese Waldungen erstrecken sich beiläufig vom Schökelkreuz aufwärts bis in die Nähe des Touristenhauses in einem sehr ausgedehnten Umkreise, und ich mache ganz besonders darauf aufmerksam, weil mir bisher keine andere Lokalität bekannt wurde, welche ein annähernd umfassendes Bild des Limax Bielzi böte.
2. Limax mazximus-Tschapecki Simroth. Die unter- scheidenden Merkmale dieses Limax haften am Mantel. Dieser hat weisse oder doch sehr helle Seitenränder, welche mehr oder weniger mit dunklen Flecken gesprenkelt sind. Als Gruppe
num). 2
aufgefasst, zerfällt er in mehrere Färbungs - Combinationen und Mischungen, welche — zumal in der am Entdeckungs- orte meist vertretenen, also Hauptform -- aus reinem Weiss und Schwarz, hie und da mit schwacher Beimengung von Roth erzeugt werden. In dieser, je nach dem Vorherrschen einer oder der anderen dieser Farben bunt abwechselnden Tracht bewohnt Limax Tschapecki, an Zahl alle anderen Nacktschnecken überholend, die nordseitigen Waldungen des Grimming über die ganze Breitseite der Alpe, von Klachau bis zu den Abdachungen gegen den Pass Stein und hoch hinauf, bis wo der Wald endet und die Region der Leg- föhre beginnt. Nach meiner Beobachtung lebt dieses Thier stets verborgen, zumeist wohl unter der lose abstehenden Rinde alter umfangreicher Nadelholzstrünke, oft aber auch an der Unterseite grosser Holzscheite und abgeschälter Baum- rinden.
Ein frei umherkriechendes Exemplar traf ich nie an, selbst nicht bei anhaltendem Regen oder in frühester Morgen- stunde. Uebrigens theilt sie die Eigenthümlichkeit des ver- borgenen Aufenthalts mit allen übrigen Nacktschnecken dieses Gebiets, im auffälligen Contrast zur freien ungebundenen Wanderlust derselben Thiere in flacheren und wärmeren Theilen des Landes, so dass man vielleicht nicht fehlgeht, sich dieses permanente Versteckenspiel als die dem rauhen Klima und jähen Temperaturwechsel der Alpenregion an- gepasste geschütztere Lebensweise zu deuten. Im Grimming- gebiet erbeutete ich auch eine Reihe von Exemplaren des Limax maximus, welche sowohl den reinen Melanismus, wie auch den Albinismus (diesen wenigstens dem Aussehen nach, obwohl eine Untersuchung der Augen nicht stattfand) dar- stellen. Ich füge diese beiden letzten Entwicklungs-Stadien hier bei, weil sie den Aufenthalt mit dem am Grimming nahezu alleinherrschenden Limax Tschapecki theilen, mithin wahrscheinlich auch im Descendenz -Verhältnisse zu ihm
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stehen. Grenzformen zum Limax Tschapecki, wie der Herr Autor sie benennt, Thiere nämlich, welche die Criterien des Mantels genau beibehalten, jedoch einer anderen Färbungs- richtung angehören und hierin meist zur typischen Scala von Grau zurückkehren, sind nicht auf das in Rede stehende Alpengebiet allein beschränkt, sie dringen weit über das Centrum des Landes bis gegen Nordosten (Ruine Neuhaus in der Freienberger Klamm) und im Frühjahre 1886 traf ich sie auch in der nächsten Umgebung von Graz, nämlich im Schlosspark Eggenberg an, wo sie sich, offenbar unter sehr günstigen Entwicklungsbedingungen, zu wahren Riesen unter ihresgleichen ausbilden.
3. Limax tenellus Nilss. Im ganzen Gebiete nicht selten. Am häufigsten beobachtete ich ihn in stark gelichteten sonnigen Waldungen an den Südabhängen des Lawinenstein, insbesondere in den Holzschlägen zwischen der unter dem Namen »Pfarrerbrünnl« bekannten Quelle und den Lopern- hütten. \
4. Limax arborum Bouch. In allen Waldungen häufig. Er unterscheidet sich durch besonders dunkle und scharf begrenzte Zeichnung von den Exemplaren südlicherer Landes- theile. (Diese Art wurde aus Versehen in Herrn Dr. Sim- roth’s Berichte nicht aufgeführt).
5. Agriolimax agrestis L. var. reticulatus Müll. In den ‘Auen der Salza bei Mitterndorf und im Pass Stein. An den sehr zahlreich auftretenden Exemplaren des erstgenannten Standortes verbreitet sich die dunkle Färbung der Netz- zeichnung oft so sehr, dass Mantel und Rücken einfärbig schwarz erscheinen.
6. Vitrina diaphana Drap. Unter Steinen und an faulen- dem Holz im Pass Stein häufig.
7. Vitrina elongata Drap. Unter gleichen Umständen im Salzathal und in den den Hartelkogel umgebenden Wal- dungen.
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8. Vitrina Kochi Andreae. Im Steingerölle trichter- förmiger Gruben — sogenannter Schneegruben — am Gipfel der Alpe Lawinenstein. Diese Art wurde mir von Herrn Dr. Boettger gefälligst bestimmt, und habe ich deren Weich- thiere behufs anatomischer Verwerthung Herrn Dr. Simroth abgetreten.
9. Hyalinia nitens Michaud. Ueber das ganze Gebiet verbreitet.
10. Zonites verticillus Fer. Am Hartelkogel bei Mittern- dorf und in den Waldungen nächst der Ruine Pflindsberg bei Altaussee.
11. Arion subfuscus Drap. Ueberall häufig und während der Beobachtungsperiode, d. i. von Mitte Juli bis gegen Mitte September, in allen Stadien des Wachsthums vertreten.
Arion subfuscus Drap. var. nivalis Koch. In den nord- seitig gelegenen Waldungen des Grimming nicht selten, jedoch stets nur erwachsene Exemplare, neben welchen ich keinen übereinstimmenden und gleichgefärbten jüngeren Nachwuchs antraf. In Allem, sogar bis auf das letzterwähnte negative Merkmal vollkommen mit jener Form überein- stimmend, welche ich Ende August 1884 an den östlichen Abhängen der Alpe Scheichenspitz (Dachstein-Gruppe) ober- halb der Ramsau bei Schladming angetroffen hatte, was auf weite Verbreitung im Dachstein-Gebiete hinweist.
Bei Besprechung dieses Arion nivalis von Grimming bemerkt Herr Dr. Simroth, »er fände ihn brunneus- artig — echt brunneus, wenn nicht die Jungen die gewöhnliche gestreifte Form (nämlich des typischen Arion subfuscus) wären« — ein Ausspruch, welcher aller- dings, insolange im Grimming-Gebiete keine jungen brunneus- artigen Thiere constatirt sind, kaum anfechtbar sein dürfte.
Im engsten Zusammenhang hiermit steht nun eine Beobachtung, welche ich zu wiederholten Malen im Sommer und zwar Juni und Juli 1886 in den nordseitigen Waldungen
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des Berges Schökel bei Radegund machte. In diesen Wäldern nämlich tritt derselbe Arion ziemlich häufig auf, undzwargleichzeitig inallen Altersstufen, von ganzerwachsenen bis zu jungen noch recht kleinen Thieren. Aber die Jungen stimmen hier in Färbung und brunneus-artigem Aussehen mit den Erwachsenen vollkommen überein, so dass jeder Zweifel an ihrer Zusammengehörigkeit entfällt. Die von Herrn Dr. Simroth für Anerkennung eines Arion als echten brunneus gestellte Vorbedingung ist mithin durch die nachgewiesenen Schökel-Exemplare erfüllt, und man wäre also, auf Grund aller dieser äusseren Kennzeichen zur Schlussfolgerung berechtigt, der Arion des chökel- gebirgs sei der echte brunneus Lehmann. Es ist mir nicht bekannt, ob die Jugendstadien der beiden Formen nivalis und brunneus aus anderen Gebieten dermaien schon erprobt und genau von einander unterschieden vorliegen, ob also auch in dieser Richtung die hier aufgeworfene Frage heute schon spruchreif sei. Gewiss aber verdient ihre Lösung angestrebt zu werden, zu welchem Ende ich dadurch beizutragen versuchte, dass ich schon im abge- laufenen Winter meine Daten über die Schökel-Form nebst dem dazu gehörigen Anschauungsmaterial an Herrn Dr. Simroth zur Begutachtung einschickte.
12. Arion Bourguignati Mabille in der dunklen Wald- form. Nicht selten an der Unterseite von Holzabfällen in feuchter Bodenstreu. Salzathal und Pass Stein.
13. Patula rupestris Drap. An Felswänden-Abhängen der Alpe Loser — entlang dem Altausseer-See.
14. Patula rotundata Müller. Von Grimming bis Altaussee und bis Gössl hinter dem Grundlsee, an vielen einzelnen Punkten gefunden, mithin, über das ganze Gebiet verbreitet, und bis zu den Lopernhütten am Lawinenstein, dann zum Seidenhof am Röthenstein aufsteigend.
15. Patula solaria Menke. Grimming, Pass Stein,
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Hartelkogel, Seidenhof, Oedensee, Altaussee und Gössl. An allen diesen Orten gemeinschaftlich mit P. rotundata lebend.
Anmerkung ad. 14 et 15. Der gemeinschaftliche Verbreitungsbezirk der P. rotundata und solaria reicht ziemlich weit in das Ennsthal hinüber. Ich fand beide Arten vereint in der Ruine Wolkenstein bei Wörschach im oberen Ennsthal, dann beim Schloss Röthelstein, am felsigen Gipfel des Berges Pitz und bei Mühlau, welche letztge- nannten drei Punkte in der Umgebung von Admont im unteren Ennsthal liegen.
Für Kenntniss der geographischen Verbreitung bringen übrigens dies Daten insoferne nicht Neues, als bereits Ross- mässler erwähnt, dass im Bruker Kreise, nämlich in dessen damals grösserem Umfange die Grenzen der Verbreitungs- bezirke dieser beiden Arten sich berühren.
Bemerkenswerth ist das weitab gegen Süden gerückte, ganz isolirte Vorkommen der Patula rotundata. So in der theilweise noch bewohnten Ruine Deutsch-Landsberg, wo ich sie entlang den Mauern des tiefstgelegenen, einen Zieh- brunnen enthaltenden Hofraums in Gesellschaft der P. solaria antraf. Und ebenso vereinigt fand ich beide Arten in der bei Stubenberg — nordöstlich von Graz — gelegenen Ruine Alt-Schielleiten. Beide Standorte gehören dem mittelsteirischen Gebiete an, welches als ausschliessliche Domäne der Patula solaria gilt, mithin Patula rotundata hier weit in die fremde Sphäre überspringt.
16. Anchistoma holosericea Stud. Grimming, Zauchen- graben, Hartelkogel, Salzathal, Alpe Röthenstein, Oedensee, Gössl.
17. Anchistoma personata Lam. Gemein im ganzen Gebiet.
18. Fruticicola Cobresiana von Alten. -Ueber das ganze Hochthal verbreitet, und zu allen Höhen emporsteigend.
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Fruticicola Cobresiana von Alten var. anodonta Tscha- peck. Grimming, Pass Stein, Zauchengraben, Hartelkogel, Salzathal.e Unter den Lopernhütten am Lawinenstein, Alpe Röthenstein. An allen diesen Orten mit der typischen Form vermengt.
19. Fruticicola edentula Drap. Salzathal. Bad Heil- brunn am nördlichen Eingange des Passes Stein.
20. Fruticicola hispida Linn. Im ganzen Thalgebiet häufig. |
Fruticicola hispida Linn, var. coneinna Jeffr. Im Passe Stein.
21. Fruticicola umbrosa Partsch. Grimming, Salzathal. Alpe Röthenstein, Auen zwischen Markt Aussee und Grundlsee.
22. Fruticicola incarnata Müller. Ueberall häufig.
23. Fruticicola fruticum Müller. Pass Stein, Auen zwischen Markt Aussee und Grundlsee.
24. Campylaea foetens Studer var. achates Ziegler. Grimming, Pass Stein. Hartelkogel, Alpe Lawinenstein.
25. Chilotrema lapieida L. Diese von Westen in das Land eindringende Schnecke ist nur auf das heute behandelte nordwestliche Gebiet beschränkt. So häufig sie daher auch in anderen Ländern vorkommen mag, ich habe sie bei der ersten Begegnung als neue Errungenschaft für Steiermark mit wahrer Freude begrüsst. Sie hat zahlreiche Standorte in den verschiedenen Thälern des Gebiets. Am häufigsten fand ich sie an Felsen und bemoosten Ahornbäumen bei Gössl zwischen dem Grundlsee und Toplitzsee.
Chilotrema lapieida L. mutatio albind. Einige Exem- plare bei Gössl.
26. Arionta arbustorum L. In der Ebene und auf den Alpen sehr häufig. Unterliegt in diesem Gebiete mehrfachen Abänderungen.
Am Grimming beobachtete ich sie in der Seehöhe von
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beiläufig 1600 m in der sogenannten breiten Rinne, einem grossartigen, steil abfallenden und durch alljährlichen Nieder- gang der Lawinen arg verwüsteten Felsenkessel, welchen Schneefelder, langgedehnte Schutthalden und theilweise verschüttete Legföhrenbestände ausfüllen. Die an dieser Stätte elementarer Verheerung ansässigen Thiere der Arionta arbustorum haben, bei normaler. Durchschnittsgrösse ein dunkelbraunes, sehr dickschaliges Gehäuse mit breitem schwarzen Bande. Sie kriechen mit Vorliebe auf die in vereinzelten Gruppen blühenden Rhododendron-Gesträuche, die oft über und über von ihnen besetzt sind, und wahr- scheinlich den Ersatz für die in dieser Schlucht fehlende Grasnahrung bieten müssen.
Ein anderes Aussehen hat Arionta arbustorum auf dem Höhenzuge der Alpe Lawinenstein. Bei typischen Dimen- sionen sind deren Gehäuse von strohgelber Färbung, theils mit sehr schmalem Bande, theils auch ungebändert. Das Eigenthümliche an ihnen ist die sehr dünne zerbrechliche und durchsichtige Schale, welche der kümmerlichen Schalen- entwicklung der auf Alpenhöhen der Urgebirgsformation lebenden, doch allerdings viel kleineren und dunkelbraunen var. picea Ziegler sehr nahe kommt und — in dieser Hinsicht — den Vergleich mit jenem Material der Arionta picea wagen darf, welches ich auf der steirischen Gleinalpe (zwischen Uebelbach und Knittelfeld) sowieauf dem steirisch- kärntnerischen Grenzgebiete der Koralpe einsammelte. Als Erklärungsgrund für die Dünnschaligkeit dieser Urgebirgs- Arionta gilt namentlich der geringe Kalkgehalt ihrer Nah- rung, und der hierdurch verursachte Mangel an Baumaterial. Aus welchen anderen Ursachen aber entspringt ein ähnliches Resultat auf dem sehr kalkreichen Boden des Lawinenstein ? Der Seehöhe dieser Alpe ist diessfalls kein bestimmender Einfluss beizumessen, da ja Arionta auf vielen anderen, noch weit höheren Kalkalpen mit normaler und starker
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Schale angetroffen wird. Die hier einwirkenden Factoren bleiben mir vorläufig räthselhaft.
‘ Arionta arbustorum L. deviatio sinistrorsa. Ein aus- gebautes, ganz fehlerfreies Exemplar traf ich in den Auen der Salza bei Mitterndorf. Auffällig daran ist das nieder- gedrückte flache Gewinde, und beinahe ebenso müsste auch eine linksgewundene Arionta Styriaca Ffld., welche aber diesem Gebiete fehlt, aussehen. Das Weichthier dieses Unicums habe ich an Herrn Dr. Simroth abgetreten.
Arionta arbustorum L. var alpestris Ziegler. Sehr kleine, mitunter gethürmte Gehäuse im Durchmesser meist zwischen 14—17 mm schwankend. Nur ein sehr geringer Procentsatz geht darüber hinaus, und erreicht 18 bis höch- stens 19 mm. Meiner Sammlung habe ich eine volle Centurie davon einverbleibt, durchwegs nur im Durchmesser von 14—15 mm, zu deren Unterbringung der Raum eines ge- wöhnlichen Helix-Kästchens genügt. Diese Zwergform ent- deckte ich auf Wiesen am nordöstlichen Fusse des Grimming knapp hinter Klachau und in gleicher Seehöhe von 832 m. Diese Wiesen haben eine grosse Ausdehnung, sie nehmen den ganzen Zwischenraum von Klachau bis zum Fuss des Grimming ein, und, um sie recht deutlich zu bezeichnen, füge ich bei, dass man, um vom gewohnten Standquartier der Touristen, nämlich von Meierl’s Gasthofe in Klachau auf den Kulm, einen Vorberg des Grimming, zu gelangen, einen Pfad verfolgen muss, der mitten durch die erwähnten Wiesen führt.
Die von Malakologen schon mehrfach betonte Wahr- nehmung, dass Arionta alpestris nicht die Höhen der Alpen, sondern vielmehr die Alpenthäler bewohnt, findet im vor- liegenden Falle ihre neuerliehe Bekräftigung, und wird zu- dem durch den Gegensatz zu der hoch ober ihr in der breiten Rinne wohnhaften typischen Arionta arbustorum recht anschaulich illustrirt.
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Bei den Wiesenbesitzern von Klachau steht Arionta alpestris übrigens nicht im besten Rufe, da sie durch Ueberhandnehmen und Gefrässigkeit die Grasernte schmälert, und der Widerstand ihrer festen Gehäuse beim Mähen auch die Sensen und Sicheln vorzeitig abnützen soll.
Arionta arbustorum L. var. trochoidalis Roff. An nied- rigen Felsen amı Fusse des Kirchenberges Kumitz bei Obers- dorf, mit der typischen Form vermengt.
27. Tachea hortensis Müller. Von Markt Aussee bis Gössl nicht selten, und in verschiedenen Band-Varietäten auftretend. Diese Strecke ist der einzige mir bekannt ge- wordene zuverlässige Standort der Tachea hortensis in ganz Steiermark. Vor mehreren Jahren fand ich allerdings ein vereinzeltes Exemplar dieser Art zunächst dem Bahnhofe in Mürzzuschlag. Da aber alle weiteren Nachforschungen in der Umgebung dieses Ortes erfolglos blieben, so ver- muthe ich, dass dieses einzelne Stück nur durch den Bahn- verkehr aus dem nahen Niederösterreich über den Semmering eingeschleppt war.
28. Pomatia pomatia L. Am Grimming und entlang denn Altausseer-See. Die Stücke von letzterem Fundorte weisslich mit strohgelben Bändern.
29. Xerophila obvia Hartmann. An Bahndämmen und Hügeln bei Mitterndorf zahlreich.
30. Napaeus montanus Drap. Häufig im ganzen Wald- gebiete.
Napaeus montanus Drap., mutatio albina. In den nord- seitigen Waldungen am Grimming.
3l. Napaeus obscurus Müller. An alten Bretterzäunen entlang dem Promenadewege von Markt Aussee nach Altaussee.
32. Cylindrus obtusus Drap. Im Steingerölle bei den höchstgelegenen Felswänden der breiten Rinne am Grimming, und in den Schneegruben am Höhenrücken der Alpe Lawinenstein, an beiden Orten zahlreich vertreten.
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Langjährige Beobachtung dieser Schnecke hat mich ge- lehrt, dass man — so drollig es auch klingen mag — sie entweder ganz verfehlt oder in grosser Menge heimträgt. Ein Drittes scheint ausgeschlossen, mir wenigstens widerfuhr es noch niemals. Cylindrus obtusus lebt nämlich nie ver- einzelt, oder, wie viele andere Schnecken über grosse Alp- böden gleichmässig zerstreut, sondern diese Thiere gesellen sich in numerisch reichen Kolonien, oft zu mehreren Hun- derten zusammen, und eine solche Kolonie bewohnt dicht- gedrängt eine kleine Bodenfläche — Gras oder Steingerölle — oft nur im Umfange mehrerer Quadratmeter. Es ereignet sich demnach gar leicht, dass man, besonders beim ersten Besuch einer Alpe, stundenlang vergeblich nach dieser Schnecke auslugt, endlich wohl gar entmuthigt mit leeren Händen das Feld räumt. Sobald man aber nur den ersten Oylindrus erblickt, darf man von der Fundstelle nicht weichen, und wenn man dann deren allernächsten kleinsten Umkreis aufmerksam durchsucht, wobei das geschärfte Auge des Sammlers auch durch die aufiallende langgestreckte Gestalt und kreideweise Gehäusfarbe der Schnecke wesentlich unter- stützt wird, ist auch reicher Erfolg gesichert. Meine anderen Fundorte, ausserhalb dieses Gebietes, sind: die Alpe Reichen- stein bei Vordernberg (nicht zu verwechseln mit der Alpe Reichenstein bei Johnsbach), dann die hohe Veitsch bei Mürzsteg und die Schneealpe bei Neuberg.
Der benachbarte, aber schon zu Niederösterreich gehörige Schneeberg, auf welchem diese Schnecke entdeckt worden war, reiht sich an die hohe Veitsch, Schneealpe und Rax- alpe als östlicher hochalpiner Abschluss der sie alle um- fassenden Alpenkette.
'Mithin erstreckt sich der steirische Verbreitungsbezirk des Cylindrus obtusus vom Dachsteingebiete und Todten- gebirge über die Kämme der entlang den nördlichen Landes-
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grenzen hinziehenden Kalkalpen bis zu deren letzten Alpen- höhen in östlicher Richtung.
33. Cionella lubrica Müller. Au der Salza bei Mittern- dorf. Pass Stein.
34. Torguilla secale Drap. Grimming. Pass Stein. Kirchen- berg Kumitz. Ruine Pflindsberg.
35. Torquilla avenacea Brug. Häufig im ganzen Gebiete.
36. Orcula dolium Michaud. Pass Stein. Salzathal. Gössl. Altaussee.
37. Oreula gularis Rossm. Grimming. Alpe Lawinen- stein. Felswände am Altausseer-See. Ausserhalb dieses Gebiets;fand ich sie im grossen Brukgraben, einem in der Nähe der Bahnstation Gstatterboden befindlichen Seitengraben des Gesäuse im unteren Ennsthal und in der Ruine Kammer- stein (vulgo Reitingschloss), im Liesingthal (Murgebiet), wo auch beiläufig die östliche Verbreitungsgrenze liegen dürfte.
Mein Material von all diesen Fundorten ist nicht un- ansehnlich, blieb aber bisher auf die typische Form allein beschränkt, und nie gelang es mir, auch nur eines einzigen Exemplars der var. spoliata Rossm. habhaft zu werden. Mithin stehen meine Erfolge sowohl, wie auch der Misserfolg im auffallenden Widerspruche zu den Katalogs - Angaben, welche den Typus nach Krain und auf die Tatra, die Varictät aber nach Steiermark und Tirol verweisen.
38. Orcula doliolum Brug. Im Geniste an Felsen bei Altaussee.
39. Clausiliastra laminata Mont. Im ganzen Thalgebiete häufig und auch in den Bergen hoch aufsteigend.
Clausiliastra laminata Mont. mutatio albina. In den nordseitigen Wäldern des Grimming und an Strassengelän- dern bei Klachau. Letztere Fundstelle namentlich bei Regen- wetter ergiebig.
40. Fusulus varians Z. Rossm. An vielen Oertlichkeiten vom Grimming und Lawinenstein bis zum Üedensee.
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Fusulus varians Z. Rossm. mutatio albina. In der vor- bezeichneten Strecke, stets als Begleiter der typischen Form.
41. Alinda biplicata Mtg. Ein Gast aus der Fremde, welcher sich nicht weit in’s steirische Land hineinwagt, und den man füglich die Clausilie von Markt Aussee nennen kann, da sie sich knapp an der Peripherie dieses Ortes angesiedelt hat, und gerade dort, wo »die letzten Häuser stehen«, in beträchtlicher Anzahl auftritt. So im Beginn der gegen den Grundlsee führenden Strasse, an rechtsseitig gelegenen nied- rigen Steinmauern, welche einige Eingangsthüren zu Keller- räumen enthalten, und ebenso an Holzgeländern am Be- ginn der bergansteigenden Ischler-Strasse. In der weiteren Umgebung von Markt Aussee beobachtete ich sie nirgends mehr. Sie scheint also nur auf diesen kleinen Umkreis beschränkt zu sein.
42. Pirostoma Bergeri Meyer. Nicht selten an den obersten Felswänden der breiten Rinne am Grimming, Ich vermuthe, dass diese Art aus dem Verbreitungsbezirke von Berchtesgaden durch die Salzburger Alpen herüber- geleitet wird, wenigstens erscheint mir dies viel glaub- würdiger, als die Annahme eines etwaigen Zusammenhanges mit dem südlichen Verbreitungsbezirke dieser Art in den Karawanken, welche von der Dachstein-Gruppe durch die beiden Flussgebiete der Mur und Drau, überdiess aber auch durch die heterogenen, und der Clausilien-Ausbreitung im Allgemeinen weniger günstigen Urgebirgsmassen der Tauern- kette geschieden sind.
43. Pirostoma parvula Studer. Ostabhang des Grimmine Pass Stein. Kirchenberg Kumitz. Gössl. Ruine Pflindsberg. An allen diesen Orten häufig. Gegen Osten dringt sie bis in die Umgebung von. Leoben vor, wo sie zahlreich an Felswänden im Brunngraben lebt.
44. Pirostoma dubia Drap. var. obsoleta A. Schm. Im nordseitigen Waldgebiete des Grimming.
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Pirostoma dubia Drap., var. alpicola Clessin. Au der Salza bei Mitterndorf. Salzathal.e Unter der Lopernhütten am Lawinenstein. Kirchenberg Kumitz. Gössl. Ruine Pflindsberg.
45. Pirostoma cruciata Studer, var. Carniolica A. Schm. Nordseite des Grimming. Pass Stein. Zauchengraben, Hartelkogel, Salzathal.e Unter den Lopernhütten am La- winenstein. Alpe Röthenstein, Oedensee. Diese kleine Schnecke ist eiwas schwieriger wahrzunehmen, weil sie sich meistens im Moos der Felsblöcke und an der Rinde ge- fällter Bäume und alter Strünke aufhält, wesshalb es sich empfiehlt, solche Moosdecken und Rindenstücke im offenen Schirm auf ihren Inhalt zu prüfen. e
Diese Varietät ist ausserdem weit in Steiermark ver- breitet. Ich sammelte sie nämlich:
Im nächsten Umkreise der Ruine Steinschloss ober Teuffenbach im oberen Murthal (diese höchstgelegene Burg des Landes liegt in der Seehöhe von 1209 m).
Im Kaltbachgraben auf der Alpe Rennfeld bei Kapfen- berg, in welchem alpinen Bachgebiete ich sie zahlreich auf abgestorbenen Stämmen und Zweigen der Lonicera nigra (schwarze Heckenkirsche oder schwarzes Geisblatt) antraf.
Auf der Velka Kappa und Mala Kappa, d. i. den beiden nahe beisammen stehenden Gipfeln des Bachergebirgs, öst- lich von Windischgraz — endlich:
Auf der Alpe Ursula, westlich von Windischgraz.
46. Pirostoma plicatula Drap. Im ganzen Gebiete sehr häufig.
47. Pirostoma mucida Z. Rossm. subsp. badia Z. Rossm. Grimming, Pass. Stein, Zauchengraben, Hartelkogel, Salza- thal. Alpen Lawinenstein und Röthenstein. Hinter dem Oedense. Ruine Pflindsberg.. An den meisten dieser
Fundorte häufig. 6
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48. Pirostoma wentricosa Drap. Zahlreich über das ganze Gebiet verbreitet.
49. Pirostoma corynodes Held. Ebenso verbreitet und häufig.
50. Pirostoma filograna Z. Rossm. Nur im Pass Stein gefunden.
51. Succinea putris Linn. An den Ufern des Grimming- baches bei Klachau.
52. Succinea Pfeifferi Rossm. An Sn des Salza- baches im gleichnamigen Thal.
53. Limnaeus ovatus Drap. Häufig in stehenden Ge- wässern bei Neuhofen, nächst Mitterndorf.
54. Limnaeus pereger Drap. An seichten Uferstellen der Salza bei Mitterndorf.
55. Planorbis umbilicatus Müller. Im Sommersberger See, beiläufig drei Viertelstunden westlich von Markt Aussee entfernt.
56. Planorbis crista Linn. An Wasserpflanzen im selben See.
57. Pomatias septemspiralis Raz. Pass Stein. Abhänge des Loser entlang dem Altausseer-See.
Pomatias septemspiralis Raz., mutatio albina. Einige Stücke im Pass Stein.
58. Pomatias plumbeus Westerlund. Auen der Grundlsee- Traun zwischen Markt Aussee und dem Grundlsee. Felsen im Umkreis von Gössl. Vereinzelte Felsblöcke inmitten der Wiesen hinter den Jagdhäusern am Ende des Altausseer See’s -—- anallen diesen Orten sehr häufig. Einige vereinzelte Stücke in den nordseitigen Waldungen des Grimming.
59. Bithynia tentaculata L. var. producta Mke.
60. Valvata piscinalis Müller var. alpestris Blaun.
61. Anodonta piscinalis- Nilsson.
62. Pisidium intermedium Gass.. Die letzgenannten 4 Arten im Sommersberger-See bei Markt Aussee, häufig.
Graz, im März 1887,
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Zur Mollusken-Fauna des nördlichen Kaukasus und der anliegenden Steppen.
Von V. Faussek.
Im Sommer 1886 hatte ich Gelegenheit, den östlichen Theil des Nord-Kaukasus, nämlich das Gouvernement von Stawropol, zu bereisen. Ich besuchte die letzten Ausläufer des Kaukasus-Gebirges, welche den südwestlichen Theil dieses Gouvernements einnehmen und die weiten Steppen zwischen den Flüssen: Manytschh Kuma und Terek. Indem ich mit der Sammlung des zoologischen Materials in diesen wenig bekannten Gegenden mich beschäftigte, hatte ich Ge- legenheit, ihre malakologische Fauna kennen zu lernen.
Es ist bekannt, dass der Kaukasus eine sehr eigenthüm- liche und ziemlich reiche Molluskenfauna besitzt. Schon in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts hat der Charkow’sche Professor Kryniczky eine Reihe von Formen, die aus- schliesslich dem Kaukasus-Gebirge eigen sind, beschrieben. In der letzten Zeit hat besonders Böttger ein bedeutendes malakologisches Material bearbeitet und veröffentlicht. Der Reichthum an speciellen Local-Formen erlaubt den Kaukasus als ein selbstständiges Gebiet der malakologischen Fauna im mittelländischen Meer-Umkreise, an den der Kaukasus angrenzt, zu betrachten.
Die Grenzen dieses Gebiets kann man noch nicht mit Genauigkeit angeben. Während im Süden die Kaukasus- Fauna, wie es scheint, sich nicht scharf von den neben anliegenden Gebieten Persiens und Klein-Asiens absondert, existirt im Norden dagegen eine scharfe Grenze, welche die Arten der Kaukasus-Mollusken nicht überschreiten.
"Mir gelang es eine solche Grenze in den von mir be- suchten Oertlichkeiten des Stawropolschen Gouvernements,
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wo sie in Abhängigkeit von der geologischen Struktur des Landes steht, nachzuweisen.
Der südwestliche Theil des Stawropol’schen Gouverne- ments, der von den letzten, sich rasch senkenden Zweigen des Kaukasus-Gebirges bedeckt ist, ist aus tertiären Bil- dungen und vorzugsweise aus dem Kalkstein der sogenannten sarmatischen Stufe zusammengesetzt. |
Obgleich die Gegend dieses tertiären Plateau’s sehr ungleich und sehr reich an Steinen ist, hat es doch schon einen stark ausgedrückten Steppen-Charakter.
Vom Osten und vom Norden grenzt es an die hohe Steppenfläche, welche eine Löss-Abstufung zu den nied- rigen Steppen der kaspischen Ebene bildet. Das tertiäre Plateau, ungeachtet dessen, dass es einen Steppen-Charakter trägt, gehört noch zum Gebiete der Kaukasus-Fauna.
Je weiter vom Gebirge und von den Ufern des schwarzen Meeres, desto geringer wird im Allgemeinen die Zahl der Kaukasus-Molluskenarten. Buliminus lineatus Kryn. zum Beispiel, welchen Retowsky*) für eine aus- schliesslich der Krim eigene Art hielt, findet man bei No- worossijsk und im kubanischen Gebiet, während er sich nach Osten nicht weiter als bis Stawropol verbreitet. (Cyclostom« costulatum Ziegl., Helix obtusalis Ziegl. und A. atrolabiata Kryn. erreichen dem Augenscheine nach bei Stawropol die Nordgrenze ihrer Verbreitung; die zwei letzten Formen gehen noch weiter nach Osten, und längs den Ufern des Flusses Kuma nehmen sie einen schmalen zungenförmigen Streifen im Gebiete der Löss- Ablagerungen ein. yel. costulatum, das sehr gewöhnlich bei Pjatigorsk und im Gebiete des Kuban ist, fand ich weder gegen Norden noch gegen Osten von Stawropol.:
*) Retowsky, Die Mollusken-Fauna der Krim. Malakozoologische Blätter, 1883.
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‘ Doch zwei andere Formen der Kaukasusschnecken, H. (Xerophila) derbentina Andrj. und A. (Xerophila) creni- margo Kryn., sehr gewöhnliche und sehr typische Formen des Nord-Kaukasus, sind unterbrochen im ganzen tertiären Plateau bis zur Löss-Steppe verbreitet. Ihr unvermeidlicher Begleiter ist Buliminus Bayerni Parr. (Bul. tridens var. Bayerni nach Kobelt), eine Art, die nicht nur allgemein im Kaukasus verbreitet ist, sondern auch weit über die Grenzen seiner Fauna hinaus geht. Von den beiden Helix ist besonders A. crenimargo eine rein xerophile Form, eine Form, die man in trockenen und steinigen Gegenden findet. Sie verfolgt: die Terrains des sarmatischen Kalksteins mit solcher Beständigkeit, dass sie als ein wahrer Anzeiger ihrer Aufschlüsse dienen kann; überall, wo man in ebener Steppe oder in einer Schlucht leere Gehäuse dieser Schnecke findet, kann man sicher sein, den Aufschluss des sarma- tischen Kalksteines zu finden.
Die Linie, welche die Grenzen der Verbreitung des sarmatischen Kalksteines auf der Grundfläche des Stawropol’schen Gouvernements, nördlich vom Flusse Kuma, anzeigt (sie durchschneidet die Districte vonMedwejenskoje, Nowogrigoriewskoje und Alexandrowskoje) ist zugleich die Nord- und Nordost-Grenze, welche die Mollusken der Kaukasus-Fauna nicht überschreiten.
Diese Abhängigkeit kann man gut bei dem Dorfe Blagidarnoje beobachten. Hier, längs dem Laufe des Flusses Bouiwola, zwischen Blagodarnoje und Burlatzkoje zieht sich eine Reihe steiler und felsiger kleiner Hügel hin, welche aus sarmatischem Kalkstein bestehen. Auf ihrem Abhange sind H. crenimargo und derbentina sehr zahlreich und ihre leeren Gehäuse bedecken stellenweise sehr dicht den Boden. Jenseits des Flusses Bouiwola, einige Werst gegen Norden, beginnt ein unendlicher Löss-Streifen und
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beim Eintreten in dieses Gebiet verschwinden plötzlich die obengenannten Schnecken.
Sie kommen selbst dort nicht zum Vorschein, wo mitten in der Steppe wieder Kalkgesteine, doch schon mit einem anderen geologischen (Charakter, heraustreten; es sind pliocäne Kalksteine der sogenannten Pontischen Stufe. Ich besuchte mehrere Wasserschluchten (sogen. „Balka“) mit Aufschlüssen dieses Kalksteines: die Balka Kulbia, das Ufer des Flusses Aigur und andere. Aber nirgends habe ich ein Exemplar der obengenannten Heliciden gefunden, obgleich nach dem allgemeinen Charakter der Gegend sich diese Schluchten durchaus nicht von denen unterscheiden, in welchen der sarmatische Kalkstein ansteht.
Die hohe Steppe, welche sich an das tertiäre Plateau an- schliesst und sich längs den Flüssen Manytsch, Kuma und Terek zieht, besitzt fast gar keine Fauna von Land-Mollus- ken; nur auf wenigen Stellen fand ich einige lebendige Exemplare von Buliminus Bayerne. Doch überall findet man Mollusken-Gehäuse in einem subfossilen Zustande. Gegen Norden, wo der Boden aus Lehm besteht, findet man darin Buliminus Bayerni; südlicher längs der Kuma zeigt sich der Löss mit den subfossilen 7. derdentina und H. crenimargo. Die Sand-Steppe zwischen Kuma und Terek (Kara-Nogai) enthält auch diese drei Arten subfossil in einer Unmasse von Exemplaren.
Von den Flüssen der Steppengegend Bestichks ich Kuma und Manytsch mit seinen Nebenflüssen: Kalaus und Egorlyk. Der Fluss Kuma erreicht selten das Meer; gewöhnlich verschwindet er in der Sandsteppe, ohne dass es ihm gelingt, sein Wasser bis zum Meere gebracht zu haben.
In seinem Unter-Laufe (bei der Simnjaja Stawka) hat er das Aussehen eines schmalen, einige Meter breiten Baches; seine niedrigen Ufer sind mit Schilf bewachsen und werden im Frühjahr überschwemmt. Nach der Ueber-
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schwemmung bleibt in den Vertiefungen zwischen kleinen mit Schilf bewachsenen Erderhöhungen eine ungeheuere Menge von Schnecken. Ich fand hier Exemplare folgender Arten:
Limnaeus stagnalis L., L. lagotis Schr., Z. palustris Müll., L. palustris var. corvus Gmel., Planorbis carinatus Müll., Plın. marginatus Drap., Pl.marginatus var. submarginatusJan in Porro, P. Rossmaessleri (?) Auers., Bithynia ventricosa Gray, Physa fon- tinalis L., Suceinea Pfeifferi Ross.(?). DieAbwesenheitder Unio- niden ist bemerkenswerth: weder Unio, noch Anodonta haben dem Augenscheine nach im Flusse Kuma ihre Repräsentanten.
Von den Nebenflüssen des Manytsch hat der grosse Egorlyk den gewöhnlichen Charakter eines Steppenflusses. Im Monat Juni ist sein Wasser schon dermassen salzig, dass er als Tränke nicht taugen kann. Die malakologische Fauna des grossen Egorlvk und die seiner Nebenflüsse (Taschla und and.) unterscheidet sich wenig von der Fauna des Flusses Kuma und besteht aus folgenden Arten:
L. stagnalis I., L. lagotis Schr., Pl. marginatus Drap., Pl. marginatus var. submarginatus, Pl. spirorbis L., Bythinia ventricosı Gray, Physa fontinalis L. und Anodonta cygnea.
Die „Liman“ des Manytsch, zwischen den Mündungen der Flüsse Egorlyk und Kalaus bilden geräumige Bassins, welche sich nur zeitweise mit Wasser, das während des Schneeschmelzens süss und später salzig ist, füllen. In der Mitte des Sommers vertrocknen diese Bassins. Sie besitzen keine Molluskenfauna. Trotzdem kann man am Ufer, wo die Brandung stattfindet, in der Anschwemmung aus trockenen Gräsern und Stengeln, welche vom Frühjahr-Wasser gebracht sind, eine grosse Anzahl leerer Schalen finden. Hier habe ich, zugleich mit den Bruchstücken von eingeschwemmten kaspischen Cardiden und Dreyssenen, folgende Arten gefunden:
Lim. lagotis, Lim. palustris var. taurica Üless., Plan. marginatus nebst var. submarginatus, Pl. corneus L., Pl.
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spirorbis L., Bithynia ventricosa Gray, Succineas Pfeifferi Ross. (?), Bruchstücke von Anodonta und zwei nicht näher bestimmte Hydrobia-Species.
Alle diese Arten gehören nicht dem Manytsch, sondern sind vom Wasser herbeigebracht. Ein Theil von ihnen geräth in den „Liman“ aus dem Egorlyk während seiner Ueberschwemmung; bei der Mündung des Egorlyk in den Manytsch liegt eine Menge Conchylien auf den Ufern zer- streut. Der andere Theil stammt aus zahlreichen Schluchten, welche in den Manytsch vom Norden aus der Don-Steppe einmünden; in diesen engen Thälern (Balka) sind viele Teiche eingerichtet, die von einer gewöhnlichen Süsswasser- Fauna (einige selbst von Fischen) bewohnt sind. Manche derselben erreichen einen grossen Umfang. Aus diesen Teichen sind in den Manytsch Plan. corneus L. und Limn. palustris var. taurica Üless., welche man im Egorlyk nicht vorfindet, gerathen.
Ein Theil der Muscheln ist. aus den Erdschichten der Süsswasser-Ablagerungen ausgewaschen und eingeschwemmt. Zu ihnen gehört eine von mir noch nicht bestimmte Lim- naeus-Art aus der Gruppe Limnophysa, welche nicht zu den jetzt lebenden Arten dieses Genus gehört.
Süsswasser - Ablagerungen sind vom Berg - Ingenieur D. L. Iwanoff in verschiedenen Gegenden des Stawro- pol’schen Gouvernements gefunden; nahedem Flusse Manytsch giebt es solche in der Schlucht Djalga mit den Resten von Pl. spirorbis und Anodonta sp. Im Bezirk von Medwejensk fand D. L. Iwanoff in ähnlichen Ablagerungen denselben Limnaeus sp?
Was die Gattung Hydrobia anbelangt, so ist es sehr wahrscheinlich, dass die Exemplare, die ich gefunden habe und die ich nicht gewagt habe, genauer zu bestimmen, zu den jetzt im „Liman“ lebenden Formen gehören und dass sie auf diese Weise die einzigen Vertreter seiner Mollusken-
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Fauna sind. Sie konnten nicht aus dem Flusse Egorlyk und noch weniger aus den Süsswasser-Teichen, wo ich auch niemals ihre Gehäuse fand, hergekommen sein. In Süss- wasser-Ablagerungen findet man sie freilich, aber selten und in kleiner Anzahl. Dagegen faud ich sie stellen- weise in Auswürfen auf den Ufern des „Liman“ in einer so grossen Anzahl, dass ihre fossile Herkunft sehr zweifel- haft wurde, und an den Stellen, wo man sie fand, übertrafen sie entschieden in der Zahl diejenigen Reste der Süsswasser- muscheln, welche hingebracht waren.
Vom oben erwähnten Pl. corneus kann ich noch hin- zufügen, dass, obwohl er oft in den Teichen nördlich vom Manytsch vorkommt, ich ihn nie südlich von diesem Flusse, weder in der Kuma, noch im Egorlyk und in der Um- gebung von Stawropol, gefunden habe. Im Verzeichniss von Böttger für den Kaukasus ist er nicht verzeichnet, eben- sowenig im Verzeichniss von Retowsky für die Krim. Daher kann man voraussetzen, dass der Manytsch in diesem@ebiete eine scharf ausgedrückte Südgrenze seiner Verbreitung bildet. Doch im Thale des Egorlyk’s ist er von D. L. Iwanoff im subfos- silen Zustande in Süsswasser-Ablagerungen gefunden worden.
Ueberhaupt zeigen diese Süsswasser - Ablagerungen, welche an verschiedenen Stellen des Stawropol’schen Gebietes in der Nähe der Fluss-Thäler zerstreut sind, eine grössere Manigfaltigkeit der Fauna, als die gegenwärtigen Gewässer sie bieten. Ausser den oben genannten und jetzt ausge- storbenen Limnaeus, findet man in demselben recht oft Arten aus der Familie der Unioniden, welche jetzt wenig verbreitet ist. Aus der Familie der Cycladiden ist von mir in den Stawropol’schen Steppenflüssen kein einziger Vertreter gefunden; Sphaerium rivicola findet man doch in den Süsswasser-Ablagerungen (beim Dorfe Udelny).
Der Fluss Kalaus ist ein unbedeutender Bach mit salzigen Wasser und besitzt gar keine Mollusken-Fauna,
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Die Stellung der Pteropoden.
Der ausführlichen Arbeit von Dr. J. E. V. Boas (Spolia Atlantica, Bidrag til Pteropodernes Morfologi och Systematik samt til Kundskaben om deres geografiske Udbredelse. Med 8 Tafler. Avec un resume en francais. In Vidensk. Selsk. Skr. Kjoebenhavn, 6. Raekke, IV. 1) entnehmen wir folgende für die Systematik sehr wichtige Angaben.
Die Pteropoden werden herkömmlicher Weise als eigene Ordnung der Mollusken aufgeführt, obschon bereits der. Be- gründer derselben, Cuvier, auf die nahe Verwandtschaft mit den Gastropoden aufmerksam machte, Blainville sie einfach dazu rechnete und Souleyet den Nachweis erbrachte, dass sie zweifellos Gastropoden sind, welche sich durch besondere Ausrüstung für das pelagische Leben auszeichnen. Die anatomischen Untersuchungen des Verfassers haben ihm das Resultat ergeben, dass die Pteropoden ächte Opisthobran- chier sind. Sie sind, wie diese, Euthyneuren*) und Zwitter, deren Geschlechtsapparat ganz nach dem Typus der Hinter- kiemer gebaut ist. Vergleicht man die beiden gebräuchlichen Abtheilungen der Thecosomata und der Gymnosomata genauer, so stösst man bald auf tiefgehende Unterschiede. Die Theco- somen haben eine Mantelhöhle, eine schwache Radula mit drei Längsreihen, einen kräftigen Kaumagen und eine vom Darm- kanal ganz gesonderte Leber, die Gymnosomen keine Mantelhöhle, eine starke vielreihige Radula, keinen Kaumagen, und ihre Leber ist innig mit dem Darmkanal verbunden. Auch die Aehnlichkeit der Flossen ist nur eine scheinbare. Es bleibt somit nichts übrig, als die Ordnung in zwei
*) Sprengel theilt nach dem Nervensystem die Gastropoden in zwei Abtheilungen. Streptoneuren, bei welchen die Visveralcommissur sich kreuzt und die Form einer 8 bildet, und Euthyneuren, bei wölchen das nicht der Fall ist. Erstere sind die Prosobranchier, letztere die Opisthobranchier. -— Cfr. die Geruchsorgane und das Nervensystem der Mollusken, in Zeitschr. f. wissensch, Zool. vol. 33.
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gesonderte Tribus zu spalten und diese den Tectibranchiern zuzuordnen, wo die Thecosomen in den Bulliden und Acteo- niden nahe Verwandte finden, während die Gymnosomen sich trotz aller Verschiedenheit doch wieder zunächst den Thecosomen anschliessen.
Die Verwandtschaft mit den Cephalopoden, auf Grund deren Cuvier seiner Ordnung die Stellung im System anwies, ist trotz der Zustimmung, welche seine Ansicht neuerdings bei Gegenbaur und Ihering gefunden, nur eine scheinbare. Die gesammte Organisation ist eine grundverschiedene; so- wohl die ventrale Mantelhöhle der Thecosomen, wie die Saugnäpfe der Gymnosomen sind einfache Analogieen, keine Beweise von Verwandtschaft.
DieThecosomen nährensich von allerhand mieroscopischen Organismen und sind dafür ganz besonders organisirt. Die ganze Unterfläche des Fusses, soweit sie hinten an die Lippen stösst, ist mit einem langhaarigen Wimperepithel bekleidet, welches in der Richtung auf die Mundhöhle hin arbeitet und somit alle kleinen Organismen, die mit ihm in Berüh- rung kommen, in den Mund hineinführt. Die Oymbuliidae haben statt dessen jederseits der Mundöffnung eine trans- versale Falte, welche auf der Höhe ebenfalls mit Wimpern bekleidet ist. Der Mageninhalt bestand bei den aus den wärmeren Meeren stammenden Arten vorwiegend aus Globi- gerinen und Radiolarien, bei denen aus den kälteren \leeren aus Cilioflagellaten ; ausserdem in beiden Fällen aus Diatomeen, doch in verhältnissmässig geringer Anzahl, Coccosphären und Infusorien der Gruppe Tintinnoidea. — Die Gymnosomen sind dagegen Räuber, ihr Magen enthält meist nur unerkennbare Reste, wo etwas gefunden wurde, waren es grössere Theco- somen deren Schale aber immer bereits völlig aufgelöst war, allem Anschein nach erfolgt die Verdauung der Beute sehr rasch. Die geräumige Mundhöhle ist zum Ergreifen der Beute besonders eingerichtet; sie kann ganz ausgestülpt
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werden und enthält ausser Kiefer und Radula fast immer zwei ausstülpbare Hakensäckchen und gestielte Saugnäpfchen und Saugwarzen.
Die geographische Verbreitung der Pteropoden hängt von der Temperatur des Wassers ab; es lassen sich drei Zonen unterscheiden, eine arktische, in welcher Limacina helieina und L. balea leben, eine südlich gemässigte und wahrscheinlich antarktische mit Cleodora australis und Cl. Andreae, und das ganze grosse Tropengebiet, innerhalb dessen sich die meisten Arten ziemlich überall, wenn auch in eigenthümlichen Varietäten finden. Doch lassen sich hier wieder vier Unterabtheilungen unterscheiden: der atlantische Ocean, der indische Ocean mit dem rothen Meer, der chinesisch-pacifische Ocean und der ostpacifische Ocean längs der südamerikanischen Westküste. Von der nord- amerikanischen Westküste liegt noch zu wenig Material vor. Ueber die Verbreitung der einzelnen Arten lassen sich zur Zeit bestimmte Angaben noch nicht machen, da wohl eigent- lich nur das Kopenhagener Museum systematisch auf das Zusammenbringen einer reichen Pteropodensammlung hinge- arbeitet hat. Prof. Steenstrup hat eine ganze Anzahl von Schiffskapitänen für seine Idee gewonnen und so eine Sammlung von ca. 1400 Nummern, beinahe alle von ganz sicheren Fund- orten, zusammengebracht, welcher wohl kein anderes Museum etwas Aehnliches an die Seite stellen kann. Kobelt.
Neerologie.
Kapitän Wattebled, bekannt als eifriger Sammler und Entdecker zahlreicher neuer Arten in den hinterindischen Kolonieen, starb am 26. Dezember 1886 in Sedan.
Die Geologe C. F. Fontannes, bekannt durch seine Arbeiten über südfranzösisches Tertiär, starb zu Lyon am 29. Dezember 1886, erst 48 Jahre alt.
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Kleinere Mittheilungen.
Dr. H. Pohlig in Bonn hat im Wealden bei Osnabrück eine Anzahl Unio Menkei Dkr. mit wohl erhaltenem Schlossrand aufgefunden ; das Schloss unterscheidet sich in Nichts von dem unseres U, batavus, und auch die Umrisse stimmen völlig damit, nur die Wirbelskulptur ist eine ganz andere. Das früher von demselben Forscher beschriebene Unionenschloss aus dem Göttinger Hils (Palaeontographica VII t. 14 f. 21. 22) kann demnach nicht zu U. Menkei gehören, sondern zu einer eigenen Art, für welche der Name U. Dunkeri vorgeschlagen wird. (Sitz. Ber. Niederrh. Ges. Bonn 1886 p. 259).
Herr Fr. Paetel hat ein Prachtexemplar der Pleurotomaria Bey- richt Hilg. für den Preis von Rm, 950 erworben.
In einer der sogenannten Fonds de Cabane, Stätten uralter Be- siedelung, welche die italienischen Paletnologen neuerdings in Ober- italien, besonders im Gebiet von Reggio d’Emilia, aufgefunden haben, hat man eine Perlenmuschel (Meleagrina margaritifera) gefunden. Es haben also schon diese Stämme, die anscheinend noch nicht einmal den Hund gezähmt hatten, irgend eine Verbindung mit dem rothen Meere, wenn auch auf ganz indirektem Weg, gehabt. _(Cfr. Castel- franco in Revue d’Anthropologie 1887).
Literatur. Friele, Hermann, Den Norske Nordhavs- Expedition 1876 — 1878. XVI. Zoologie. Molluska II. Christiania 1886 44 pgg., 6 Tafeln.
Als neu beschrieben werden: Bela rugulata var. clathratus (a), var. Spitzbergensis und var, bergensis n. p. 4 t. 7 fig. 2. 3,5; — scalaris var. abyssicola p. 6 1. 7 fig. 12.13; — Bela Schmidti n. = Mangelia plicifera Schmidt nec Pl. plieiferum Wood, p. 10 t. 8 f. 6; — DB. decussata var. finmarchia p. 12 t. 8 f. 11; — Bela Koreni n. p. 19 t. 8 f. 23a; — Velutina Schneideri p- 26 t. 11 fig. 3. 4; — Rissoa Verrilli p. 27 t. 11 fig. 5; Cingula islandica p. 28 t. 11 f. 8. 9; — Odostomia sublustris p. 29 t. 11 fig. 11; — Od. Normani p. 29 t. 11 fig. 12; — Eulima Laurae p. 30 t. 11 fig. 13. 14; — Solariella laevis p. 30 t. 12 fig. 4-6; — Margarita striata var. margaritifera p. 32 t. 12 fig. 2. 3; — Uyelostrema millipunctatum p. 33 t.
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11 fig. 17. 18; — Cyel. Willei p. 34 t. 11 fig. 19; — Am- phisphyra hiemalis var. Loveni p. 35 t. 12 fig. 7. 8; — As- bjoernsenia striata n. gen. et spec., zu den Telliniden gehörig, p- 36 t. 12 fig. 14. — Eine eingehendere Besprechung der wichtigen Arbeit finden unsere Leser im Jahrbuch.
Hoyle, Weliiam H., a Catalogue of Recent Cephalopoda; 8°, 64 pgg. (Extract from Proc. Roy. N Soc. Edin- burgh 1886).
Eine äusserst werthvolle Arbeit, welche im Ganzen 388 Arten auf- führt, von denen aber mindestens 60—70 so ungenügend be- schrieben sind, dass sie als verschollen: gelten müssen. Sehr weıthvolle geographische und systematische Bemerkungen sind beigegeben, über welche wir in den Jahrbüchern eingehender berichten. Die neuen Challenger - Arten sind natürlich auf- genommen.
‘obelt, Dr. W., Prodromus Faunae molluscorum maria europaea inhabitantium. Fasc. Il. Nürnberg, Bauer & Raspe 1887.
Enthält die Toxoglossen, Rostrifera und Scutibranchia, bis auf einen kleinen Rest. Als neu beschrieben wird Turritella Monterosatoi von Gibraltar.
Jahresheft des naturwissenschaftlichen Vereins des Trene-
siner Komitates. Achter Jahrgang 1886.
p- 21. Brancsik, Karl, Zoologisch-botanische Wanderungen. VII. Im Bade Rajecz-Tepliez. (Ungarisch.)
— 45. — —, Reise an der Küste Dalmatiens im Jahre 1885. Die sehr hübsch geschriebene Schilderung einer Sammelreise längs der dalmatinischen Küste, mit zahlreichen Zinkographieen. Einige neue Arten werden von Clessin beschrieben. Der Autor hat auch die selten besuchte Crivoscie besucht, leider sich aber bei seiner ganzen Reise niemals weit vom Meere entfernt, was bei der Aufzählung der Ausbeute deutlich hervortritt.
The Journal of Conchology, Leeds. Vol. V. No. 5. Jan. 1887.
p. 129. Esmark, B., on the Land and Freshwater Mollusca of Norway (Schluss).
— 150. Cockerell, $. C., Planorbis complanatus monstr. terebrum in East Kent.
-— 151. Crick, Walter D., Achatina acicula in Northamptonshire.
— 151, Cockerell, T. D. A., Marine Mollusca at Lands End, Cornwall.
eo =
p. 152. Smart, R. W. J., New Habitat for Odostomia pallida.
— 153. Ashford, C., Land and Freshwater Mollusca of Christchurch, S. Hants.
Quiroga, Don Fransisco, Apuntes de un Viaje por el Sahara occidental. In Anales Soc. espafil. Hist. Nat. XV, 3 p. 496.
Die Reisenden, welche leider ihr Ziel, das Bergland Adrar, nicht erreichten, sondern am Brunnen el-Auisch zur Umkehr gezwungen wurden, haben trotz eifrigen Sammelns nur eine Landschnecke gefunden, eine kleine Form der von Hidalgo beschriebenen Helix Duroi. Dagegen erwähnen sie an der Grenze zwischen Tertiär und den älteren Schichten Thonschichten voller Helices, ohne etwas Genaueres darüber zu sagen. Im Rio de Oro wurden von europäischen Meeresconchylien noch angetroffen: Siphonaria Algesirae, Conus mediterraneus, Nassa Pfeifferi var.‘ minor, Murex erinaceus var. minima, Mesalia varia, Littorina punctata, L. neritoides, Trochus lineatus, Patella vulgata, S. tarentina, Mytilus edulis, Lasaea rubra, Tapes decussatus, T. aureus. Damit mischen sich Conus papilionaceus, Marginella glabella, M. cingulata, Cymbium rubiginosum, Crepidula porcellana. Die Hauptmasse der Arten ist noch lusitanisch.
Moebius, K., Schlussbericht über den Versuch des deutschen Fischereivereins, kanadısche Austern in der Ostsee anzusiedeln, und: Kann an der deutschen Nordsee- küste künstliche Austernzucht mit Erfolg betrieben werden? Sep.-Abz. aus Mitth. Sektion für Küsten- und Hochseefischerei 1887 No. 1—2. — 12 pgg.
Herr Prof. Moebius gibt in dem ersten der beiden Aufsätze genauere Nachrichten über das auch von uns erwähnte Misslingen des Versuches, kanadische Austern in den salzreicheren Theilen der Ostsee anzusiedeln. In dem zweiten erklärt er sich entschieden gegen jeden weiteren Versuch, künstliche Austernzucht an unsereı Nordseeküste einzuführen. Wie in der Ostsee der geringe Salz- gehalt, so vereiteln in der Nordsee der mobile Schlammboden und die fuichtbare Gewalt der Stürme jeden Versuch; auch Zuchtteiche hinter den Dämmen sind nicht zu empfehlen, da die Austern dort abmagern und bei kaltem Ostwind überhaupt nicht mit frischem Wasser versorgt werden können und in dem flachen Wasser von Frost leiden, während die Eingänge der
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Sturmfluthen wegen so hoch und fest gebaut werden müssen, dass die Kosten sehr hoch werden. Dagegen macht Herr Prof. Moebius am Schluss die tröstliche Mittheilung, dass die natürlichen Austernbänke an der schleswigschen Westküste in Folge der seit 1879 dauernden sorgsamen Schonung wieder einen sehr hübschen Bestand erreicht haben und demnächst wieder in Befischung genommen werden können.
Dali, W. H., Supplementary Notes on some species of Mollusks of the Bering Sea and Vieinity. In.Pr. U. S. Nat. Museum 1886. p. 297. With 2 plates.
Als neu beschrieben werden Bela sculpturata p. 299 t.4 7, — B. Krausei p. 301 t. 4 f. 4; — B. solida p. 301 1.3.4; — Cerithiopsis truncatum p. 304 t. 4 f. 5; — Velutina conica p- 305 t. 3 f. 10; — Cingula robusta var. martyni und var. scipio p. 306; — ÖOnoba cerinella p. 307 t. 4 f. 12; — ©. aleutica p- 307 t. 3 f. 11; — Alvania castanea var. alaskana p. 307 t. 4 £. 9; — Alv. castanella p. 307 t. 3 £. 5; — Alv. Aurivillüi p- 308 t. 4 f. 8. — Ferner wird Mangilia funebralis Dall zu Gunsten von levidensis Cpr. eingezogen ; Fusus conulus Aurivillius gegen Sipho Martensi Krause.
Wohnorts -Veränderung.
Herr J. Schedel wohnt jetzt Wokshama, Japan, Mainstreet 60.
Eingegangene Zahlungen. Gloyne, C. Mk. 23.—; Hesse, B. 21.—; Shepman, R. 21.—; Killias, C. 23.—; Schmidt, M. 6.—; Vest, H. 6.—; Terrisse, G. 6.50; Graf Ötting, M. 6.—; Strubell, F. 23.— ; Hocker, 0. 8.—; Jetschin, P. 21.—; Liebe, G. 6.—; Sterki, N. P. 16.68; v. Koch, B. 6.—; Simrock, G. 21.—; Hille, M. 6,—; Dybowski, N. 5.31.
T<=” Den dieser Nummer beigelegten Katalog über „Mollusken“ von Herrn K.F. Köhlers Antiquarium in Leipzig empfehlen wir geneigter Beachtung.
Redigirt von Dr. W. Kobelt.— Druck von Kumpf & Reis in Frankfurt a..M. Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M
Hierzu die Beilage Tausch-Catalog No. 3.
No. 7 u. 8. Al, 13/5 Juli-August 1887.
Nachrichtsblatt
der deutschen
Malakozoologischen Gesellschaft.
Neunzehnter Jahrgang.
Erscheint alle zwei Monate und wird gegen Einsendung von Mk. 6.— an die Mitglieder der Gesellschaft franco geliefert. — Die Jahrbücher der Gesellschaft erscheinen 4mal jährlich und kosten für die Mitglieder Mk. 15.—
Im Buchhandel werden diese Zeitschriften nur zusammen abgegeben und kosten jährlich Mk. 24. —
Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuscripte, Notizen u. s. w. gehen an die Redaction: Herrn Dr. W. Kobelt in Schwanheim bei Frankfurt a. M.
Bestellungen (auch auf die früheren Jahrgänge), Zahlungen und dergleichen gehen an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M.
Andere die Gesellschaft angehende Mittheilungen, BRecla- mationen, Beitrittserklärungen u. s. w. gehen an den Präsidenten: Herrn D. F. Heynemaun in Frankfurt a. M.-Sachsenhausen.
Mittheilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. Was thut uns Noth? Ein Mahnwort an Alle, die es angeht. Von Prof. Dr. M. Braun (Rostock i. M.).
Im Jahre 1835 schrieb A. E. Rossmässler in der noch heut lesenswerthen Einleitung zu seiner klassischen Icono- graphie, dass es leicht sein würde, im Mittelpunkte Deutschlands alleLandschnecken Europa’slebend zu versammeln (pg. 3.). R. legt es jedem Sammler ans Herz, nicht stets sofort alle Gehäuse zu reinigen und dabei die Thiere fort- zuwerfen, sondern wenigstens einige Exemplare »zur eignen oder Anderer Beobachtung lebend mit nach Hause zu nehmen« (pg. 4.). In welcher Weise das lebende Material verwendet werden sollte, hat uns Ross-
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ROSEN BEN
mässler gezeigt; abgesehen davon, dass er selbst uns in seiner Iconographie ab und zu eine Tafel mit Thieren bringt, welche meisterhaft und bis jetzt noch unübertroffen dar- gestellt sind, ist es ja allgemein bekannt, dass R, für die wissenschaftliche Verwerthung des von ihm in Spanien gesammelten Materials Sorge trug; über Zunge, Kiefer, Pfeil berichtet er selbst im dritten Bande der Iconographie und den Geschlechtsapparat vieler Arten stellt A. Schmidt in seinen »Stylommatophoren« dar.
Es kann nicht geleugnet werden, dass seit damals eine ganze Reihe tüchtiger Forscher sich die Förderung unserer Kenntnisse in der Anatomie der Schnecken haben angelegen sein lassen, doch wenn wir das palaearktische Gebiet in dem Umfange, wie es Kobelt in der zweiten Auflage seines Kataloges begrenzt, mit einigen‘ anderen Zonen in dieser Richtung vergleichen, so zeigt es sich, dass wir im Verhält- niss zu der Masse von nur konchyliologisch bekannten Arten oder Formen nur wenige anatomisch genügend bekannte haben und diese Zahl sinkt auf ein Minimum, das man an seinen Fingern abzählen kann, wenn man, wie nothwendig, die Forderung stellt, dass nicht nur Kiefer, Radula und der Geschlechtsapparat, sondern auch die übrigen Organe bekannt sein sollen. Die wenigen Autoren, die sich mit Schneckenanatomie befassen, berücksichtigen meist nur die Hartgebilde, also Kiefer, Zunge und Pfeil, einige untersuchen auch die makroskopischen Verhältnisse des Geschlechtsapparates und nur der Eine oder Andre schenkt auch den übrigen Organen seine Aufmerksamkeit, während die histologische Struktur nur sehr selten berührt wird. Es ist ein Irrthum, wenn man glaubt, hier sei Alles gleich gebaut und gebe keine Anhaltspunkte für eine natürliche Anordnung, die doch nur unter Berücksichtigung aller Verhältnisse gegeben werden kann.
In zahlreichen Monographieen, fast in jedem Hefte der
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Jahrbücher und.der malakozoologischen Zeitschrift, in der Iconographie u. s. w. kehrt oft genug der Passus wieder: nur durch die Anatomie wird die richtige Stellung dieser und jener Art erkannt werden. Die Nothwendigkeit weiter ausgedehnter anatomischer Untersuch- ungen der Schnecken wird so oft vor Augen geführt, dass es unnütz wäre, darüber noch Worte zu machen — und doch, wie wenig geschieht in diesem Sinne? Wie wenig kommen die Sammler jener vor 50 Jahren ausgesprochenen Bitte Rossmässlers nach? Ist es nicht wirklich deprimirend, in den zahlreichen Sammel- und Exkursionsberichten immer von Neuem die stereotyp gewordene Schilderung lesen zu müssen, wie der von der Exkursion spät Abends heimkehrende und ermüdete’Samm- ler sich nach den Anstrengungen des Tages noch keine Ruhe gönnen darf, sondern erst heisses Wasser machen und die armen Schnecken brühen muss, um die meist ganz unbekannten Thiere fortwerfen zu können? Wie viel kost- bares Material wird hier vergeudet? In der That, der Ausspruch, den ©. Semper vor Jahren in dieser Hinsicht in Bezug auf tropische Conchylien that, gilt noch heut und zum mindesten ebenso für das näher liegende, conchylio- logisch mit Ausnahme weniger T'hiere gut bekannte palaeark- tische Gebiet.
Wir wollen nicht näher untersuchen, wo die Schuld an diesem Zustande, der nicht länger andauern sollte, liegt; es genüge ihn wieder einmal vor Augen geführt zu haben. Wohl aber müssen wir uns kurz darüber aussprechen, wie wir eine Aenderung, deren Nothwendigkeit von Niemand bestritten werden kann, herbeiführen. Es ist selbstredend, dass nicht Jeder Alles machen kann, und so muss auch hier eine Theilung der Arbeit eintreten: die Sammler, deren Arbeit natürlich ebenso anerkennenswerth ist, wie die der Anatomen, werden fortfahren, ihren Bezirk con-
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chyliologisch, vielleicht auch biologisch zu durch- forschen, sie sollten aber weit mehr als es bis jetzt geschieht, den Anatomen Material zukommen lassen, was bei den so ungemein erleichterten Verkehrsverhältnissen gar keine Schwierigkeit bietet, und von uns Anatomen sollte der Eine oder der Andre sich mehr der Angelegenheit annehmen. Wir sollten — so meine ich — endlich dahin kommen, dass wenigstens aus dem palaearktischen Ge- biet:keine neue Art mehr beschrieben wird, ohne dass ihre Organisation mit dargestellt und ihre Verwandtschaft mit anderen, anatomisch bereits bekannten Arten angegeben wird, wie es bei den Schalenbeschreibungen Brauch ist. Auch in dieser Richtung sind bereits einige dankenswerthe Anfänge zu verzeichnen, doch ist die Sitte. noch viel zu wenig ein- gebürgert.
Ich habe mich seit Jahren für diese Sache interessirt, ohne bisher mehr als Vorstudien machen zu können, beab- sichtige aber jetzt einen Theil meiner Zeit der Anatomie der Schnecken zu widmen, vorausgesetzt, dass es mir an der nöthigen Beihülfe von Seiten der Conchyliologen nicht fehlen wird. Für die nächsten Jahre wenigstens will ich mich auf das Genus Helix im älteren Sinne (also Zonites, Leu- cochroa, Patula mitgerechnet) beschränken und auch hiervon vorwiegend Formen des palaearktischen Gebietes untersuchen. Wenn mir nun auch von gewiegten Kennern der Helices Material theils zugesagt, theils bereits übermittelt ist, so ist dies doch im Verhältniss zu den zu untersuchenden Arten nur wenig, da meine Verbindungen viel zu wenig weitreichende sind. i
Ich richte daher an Alle, denen es Ernst um die Förderung unserer Wissenschaft ist, die Bitte, mich mit lebenden Helices zum Zweck anatomischer Untersuchung zu versehen; häufige
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und bereits anatomisch bekannte Arten mögen dabei nicht ausgeschlossen sein, denn abgesehen davon, dass auch bei ihnen noch Manches festzustellen ist und sie mir ferner ein erwünschtes Vergleichsmaterial abgeben, scheint es, dass manche Arten von verschiedenen Fundorten verschieden
gebaut sind; ich erinnere hierbei an die Bemerkungen _ Semper’s über Helix fruticum, an die Dybowski’s über Amphipeplea glutinosa. Was die Zahl der Exemplare der einzelnen Arten von einem Fundort anlangt, so darf dieselbe nicht zu beschränkt sein (etwa 8—-10—12), wenn man individuelle Variationen erkennen und richtig beurtheilen will. Wie ich von vornherein bemerke, bin ich nur in Ausnahmsfällen im Stande, eine Gegengabe anzubieten, da meine kleine Conchyliensammlung nicht zu Tausch- zwecken angelegt worden ist, und ein Zerstreuen der bei der Untersuchung gewonnenen anatomischen und mikrosko- pischen Präparate aus leicht begreiflichen Gründen unthunlich ist; ich beabsichtige, die letzteren nach Möglichkeit zu conserviren und schliesslich einmal unsıer Normal- sammlung zu übergeben, die auch für diesen Theil der Malakologie der Centralpunkt werden soll. Ich hoffe, es wird auch ohne Gegengabe (eventuell die Doubletten der Präparate) ein Erfolg zu erzielen sein, wenigstens habe ich bereits die angenehme Erfahrung gemacht, dass Mehrere, an die ich mich brieflich wenden konnte, freiwillig auf eine Gegengabe im Interesse der Sache verzichteten.
Bleibt mir Zeit, so werde ich auch andre Gattungen berücksichtigen, obgleich ich deren Bearbeitung von andrer Seite lieber sehen würde.
Endlich noch ein Wort über die Art der Verpackung und Versendung; nach meinen Erfahrungen ist es am besten, die Thiere in trocknes Moos oder Heu, eventuell auch in Papier oder Hobelspäne zu thun und in ein Holz- oder Blechkästchen zu legen; ein beigelegter Zettel oder eine
Postkarte giebt stets den Fundort, das Datum und wenn thunlich auch die Diagnose an; kleinere Sendungen gehen am besten als Muster ohne Werth, grössere als Packete per Post. Feuchtes Packmaterial ist dagegen zu meiden, selbst die empfindlichen Zonitiden lassen sich trocken sehr gut versenden.
Notiz über die Zahl der vor der Begattung
verbrauchten Liebespfeile.
So weit mir bekannt ist, wird als Regel angegeben, dass abgesehen von den seltenen Fällen der Verdoppelung des Pfeilsackes, vor der Begattung je ein Pfeil abgestossen wird, dessen Ersatz, wie das die Angaben Arndt’s lehren, bald nach der Begattung erfolgt. Bei Helix (Campylaea) Pouzolzi Desh. wird, wie ich zeigen werde, eine grössere Zahl von Pfeilen verbraucht, obgleich das Thier, wie es Schmidt in den »Stylommatophoren« angibt und ich bestätigen kann, nur einen Pfeilsack besass. Dank der grossen Güte des Herrn Jos. Stussiner konnte ich ein Dutzend erwachsener, aus dem südlichsten Dalmatien stammender Thiere unter- suchen und bei ihnen das auffallende Faktum konstatiren, dass jedes dieser Exemplare in seinen Eingeweiden mehr als einen abgebrochenen Pfeil besitzt, der doch nur von aussen eingedrungen sein kann. Ich fand bei drei Thieren je zwei Pfeilspitzen, bei zwei anderen je 4 Pfeilspitzen, zweimal 5, dreimal 6, einmal 7 und einmal 11 Pfeilspitzen, die an verschiedenen Stellen des Körpers. meist in der die Lungen- von der Leibeshöhle trennenden Membran auf der Höhe der Niere lagen; einmal fand ich einen abgebrochenen Pfeil am Magenblindsack, also weit nach hinten gerückt. An der Thatsache, dass man zu gleicher Zeit bei Helix Pouzolzi mehr als einen Pfeil findet, kann nicht gezweifelt werden, ebenso wohl nicht daran, dass sie von aussen in die Thiere hineingelangt sind. Es frägt sich nur, ob sie alle
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zu gleicher Zeit resp. in kurzen Intervallen eingedrungen sind oder aus mehreren Jahren stammen. Für das erstere spricht die gleiche Grösse und Beschaffenheit der Pfeilspitzen; würden sie verschieden lange im Körper verweilt haben, so dürften sich doch wohl Resorptionsvorgänge an den Pfeilen erkennen lassen oder der Körper würde, wie in anderen Fällen, bestrebt sein, diese fremden Bestandtheile durch eine Art Einkapselung zu isoliren, wofür aber nichts spricht. Ich nehme daher an, dass Hel. Pouzolzi im Stande ist, relativ rasch nach einander neue Pfeile zu erzeugen und zu verwenden; gebe übrigens die Möglichkeit einer anderen Deutung zu, bei der dann als bemerkenswerth zu registriren wäre, dass die Pfeile, ohne Veränderungen zu erleiden, im Körper aufgestapelt werden. Der Entscheid würde sich wohl bringen lassen, wenn man einige Exemplare im Sommer oder Herbst untersuchen könnte. Rostock, den 16. Mai 1887. M. Braun.
Einige seltenere Schnecken von Grevenbrück im süd- lichen Westfalen und Helix lapieida L. ohne Carina. Von Dr. Heinr. Brockmeier.
Die der Devonformation angehörende Gegend von Greven- brück hat mehrfach mit Buchen bewachsene Kalksteinberge aufzuweisen, auf denen noch nach mehreren Seiten steil abfallende Kalkfelsen im Schatten des Waldes besonders hervorragen. Die hiervon im Laufe der Zeit abgewitterten Gesteinsstücke bedecken vielfach den keineswegs humus- armen Boden. Schon vor mehreren Jahren lernte ich bei Gelegenheit botanischer Ausflüge einige interessante Formen aus diesem Schneckeneldorado kennen, von denen nur Helix personata Lam., H. obvoluta Müll., Bulimus montanus Drap.
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und Bul. obscurus Müll. genannt sein mögen. In der ersten Hälfte des April dieses Jahres durchsuchte ich die genannte Gegend etwas genauer und fand mehrere Arten, für die mir eine besondere Erwähnung gerechtfertigt erscheint. Es sind:
Helix aculeata Müll.,
» pygmaea Drap.,
Cionella Goodalii Fer.
Acicula polita Hartm.
Helisc aculeata traf ich lebend in 2 Exemplaren "mit Hel. rotundata Müll, H. incarnata Müll. und H. pulchella Müll. unter einem Kalkstein an der Südseite eines Berges in einem jüngeren, gemischten Walde, dessen Boden vielfach mit Epheu überwachsen war. Die lebhafte Bewegung des Thieres, welche Rossmässler in seiner Iconographie beson- ders hervorhebt, ist sehr in die Augen springend.
Von Helix pygmaea fand ich 2 Gehäuse, darunter 1 mit dem Thier an einer sehr spärlich fliessenden Quelle, die sehr überwachsen war von Moos, Marchantia polymorpha und Chrysosplenium oppositifolium. Zwischen diesen Pflanzen waren auch Hydrobien (Paludinellen) und unter einem Stein entdeckte ich 2 Feuersalamander, die wahrscheinlich den Winter an dieser geschützten Stelle zugebracht hatten, wie ich das schon früher einmal an einer Quelle beobachtet habe.
Oionella Goodalii lebt an der bewaldeten NO-Seite eines Kalkberges unter faulendem Holz. Ich sammelte da- selbst 9 Exemplare mit dem Thier, darunter 2 unaus- gewachsene mit 6 und 6°), Umgängen, welche zeigen, dass diese Art in der Jugend mit einer Carina versehen ist. Ausserdem ist bei dem jüngeren eine deutliche Trunkatur der etwas in das Gehäuse eingedrückten Columella nicht zu verkennen. Die Länge der 7 ausgewachsenen Exemplare ist Schwankungen bis zu 1 mm unterworfen. Die verwandte Cionellalubrica Müll. kommt mit dieser interessanten Schnecke zusammen vor, und, abgesehen von den Eigenthümlichkeiten
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der Schale, gestattet schon die Färbung der Thiere eine sichere Trennung der beiden Formen, indem, um es kurz auszudrücken, bei ©. lJubrica eine Neigung zum Schwarzen, bei ©. Goodalii eine solche zum Weissen deutlich hervor- tritt. Dieselbe Stelle lieferte auch 2 lebende.
Acieula polita Hartm., ven denen die eine unter Holz, die andere unter einem Stein sich befand. Ihre Gesellschaf- terin war die kleine Zwergschnecke Carychium minimum Müll., welche in ihrer Verbreitung keineswegs auf sehr nasse oder sehr feuchte Orte beschränkt ist, obgleich ich sie dort häufiger angetroffen habe. Das Thier der Acicula polita fiel mir durch die lebhafte Bewegung der langen Fühler auf.
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Anschliessend hieran möchte ich mir noch einige Be- merkurgen über eine Helix lapieida L. erlauben, bei welcher die Bildung einer Carina unterblieben ist.
Ich entdeckte diese interessante Form vor Kurzem in Marburg in Hessen an der NW.-Seite einer alten Sandstein- mauer unter zahlreichen typischen Exemplaren dieser Art. Sie ist vollständig ausgewachsen, besitzt 5 Umgänge und hat bei einer Höhe von 8 mm eine Dicke von nur 13 mm, was durch den Wegfall der Carina erklärlich ist. Ausserdem hat die Wölbung der Umgänge eine deutliche Vertiefung der Sutur zur Folge gehabt. Ich habe das Thier zur Er- zielung einer Nachkommenschaft mit einem normal gebauten Individuum in ein Terrarium gebracht, um zu sehen, ob eine Erblichkeit nach dieser Richtung vorhanden ist.
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Zur Landmolluskenfauna einiger dalmatinischer Inseln. Von Prof. Dr. M. Braun (Rostock i. M.).
Während eines mehrmonatlichen Aufenthaltes auf den Inseln Lesina und Lissa habe ich auch den Landmollusken meine Aufmerksamkeit geschenkt, so weit dies mit dem Hauptzweck meiner Reise vereinbar war. Die Monate März und Mai des verflossenen Jahres brachte ich in Lesina selbst zu, von dort aus Exkursionen in die Umgebung der Stadt, nach dem Norden der Insel d. h. nach Citavecchia, Viboska und auf kleinere südlich gelegene Inseln (Scogli Spalmadori und Sc. Bacili) unternehmend. Im April war ich in Comisa auf der Insel Lissa und hatte der stürmischen Witterung wegen nur zu viel Zeit, die Umgebung des schön gelegenen Städtchens nach Land- schnecken abzusuchen; auch von hier aus bot sich Gelegen- heit zu Exkursionen nach kleineren Inseln, so nach dem in neuester Zeit wegen seiner prächtigen »blauen Grotte« öfters besuchten Busi, nach Brusnik (Melisello) und Sn. Andrea. Die Lage dieser kleinen Eilande ist in Andree’s Handatlas auf Blatt 47 zu ersehen, wenngleich daselbst die Spalmadori, an der Südküste von Lesina gelegen, nicht mit Namen angegeben sind. Die Sc. Bacili sind zwei kleine, mit üppigem Graswuchs bedeckte, ganz flache und un- bewohnte Inseln in der Nähe der Insel Torceola; Brusnik liegt dicht bei Sn. Andreae.
Ich kann nicht umhin, an dieser Stelle der liebenswürdigen Aufnahme und thatkräftigen Unterstützung rühmend zu eedenken, welche ich sowohl in Lesina bei Herrn Gr. Bucchich und den Mönchen im Franziskanerkloster, als in Comisa bei den Collegen Dr. Mardesich und Dr. Vogel gefunden habe.
Nach meinen Erfahrungen sind die besuchten Inseln nicht gerade reich an Landmollusken; es ist dies bemerkens-
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werth, da die südliche Lare und die Bodenbeschaffenheit das Gegentheil erwarten lassen. Mit Ausnahme von Brusnik bestehen alle genannten Inseln aus Kalk, der fast überall zu Tage liegt, vielfach zerküftet ist und Schlupfwinkel genug bietet. Brusnik dagegen ist fast ganz aus einem eruptiven, schwärzlichen Andesit-ähnlichen Gestein gebildet, wie der in der Nähe gelegene, einem in vollen Segeln fah- renden Schiffe gleichende Scoglio Pomo; doch fehlt Kalk auf Brusnik nicht ganz (Sinter mit zahlreichen Einschlüssen). Wenn man dagegen die Vegetationsverhältnisse und die durch dieselben bedingte Wasserarmuth in Betracht zieht, so erscheint die Armuth an Mollusken verständlich; der Boden ist mehr oder weniger kahl, von wenigem, niedrigem Gestrüpp bedeckt, das lange nicht genügenden Schutz vor den sengenden Sonnenstrahlen bietet. Quellen sind sehr selten, ebenso fliessendes Wasser, dessen Untersuchung die Abwesenheit von Mollusken ergab; beides reicht lange nicht für den Bedarf an süssem Wasser aus. Der ursprünglich vorhanden gewesene Wald ist fast überall vernichtet, nur Sn. Andrea ist bewaldet.
Die von mir gesammelten Schnecken hat Herr Dr. O. Boettger grösstentheils in Händen gehabt und bestimmt; ein Verzeichniss derselben dürfte sowohl der sicheren Diagn- osen als auch der Fundorte wegen nicht ganz ohne Inte- resse sein; wir verdanken dem genannten Autor bereits eine »Aufzählung der von Reitter 1880 in Montenegro, Süd- dalmatien etc. gesammelten Mollusken« (in: 19—21. Ber. Offen- bach. Ver. f. Naturk. 1880 p. 100), wo von Lesina angeführt werden :Glandina algira Brug , Hyalinia fulva Müll., H. Reitteri n. sp., Zonites albanicus Rossm., Hel. Olivieri Fer. var. parumeincta West., H. pyramidata Dr., H. conspurcata Dr., H. vermiculata M., Buliminus quinquedentatus B., Cochlicopa pupaeformis Cantr., Stenogyra decollata L., Pupa frumentum Dr., P. Mühlfeldti var. major, P. cylindracea da Costa, Olau-
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silia conspurcata Jan, Ol. laevissima Rssm., Cl. muralis Kstr., Cl. semirugata Rssm., Cl. crassilabris P. var. fascio- lata Mühlf., Cl. sulcosa Wagn., Cl. bidens L., Cyclostoma elegans Müll. und Pomatias gracilis Kstr. Nur einen Theil der genannten Arten habe ich gefunden, wogegen eine An- zahl von Boettger nicht angeführter hinzukommen.
l. Glandina algira L. bei Lesina, Comisa (häufig) und auf der Insel Sn. Andrea, überall in der auch bei Triest vorkommenden, schlanken Form, die mir von dortigen Sammlern als var. Poireti bezeichnet wurde; meist todt gefunden.
2. Zonites acies Partsch, selten bei Lesina, häufig bei Comisa und Citavecchia; lebt versteckt in der Erde und kriecht nur nach starkem Regen umher.
3. Helix (Trichia) Kusmici. Cless. Diese nur aus der Umgebung von Cattaro bekannte Schnecke lebt unter Steinen in einer kleineren Form auf der Insel Sn. Andrea.
4. Helix (Carthusiana) Olivierv Fer. nicht selten an der Unterseite der Blätter von Rosmarin und anderen Sträuchern bei Lesina und Comisa.
5. Helic (Carthusiana) carthusiana Müll. in wenigen Exemplaren bei Comisa.
6. Helix (Oampylaea) praetextata Kob. — insolida var. ö Brusina, häufig auf dem Wege von Citavecchia nach Viboska an Mauern.
7. Helix (Macularia) vermiculata Müll. Die häufigste Art der in Rede stehenden Insein; gefunden bei Lesina, Citavecchia, Comisa, auf Sn. Andrea und Brusnik; unter den Comisanern findet sich ein Riesenexemplar von 37 mm. Durchmesser und 24 mm. Höhe. Alle Stücke von der Insel Brusnik sind auffallend dickschalig. Gebänderte, gefleckte und fast farblose Exemplare kommen am selben Fundort vor.
8. Helix (Pomatia) aspersa Müll. nur bei Comisa gefunden.
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9. Helix (Pomatia) secernenda Rossm. auf dem Gipfel des Monte Hum bei Comisa (500 mtr.); soll auch bei Lesina vorkommen.
10. Helix (Pomatia) aperta Born nur bei Comisa in einem lebenden Exemplar gefunden.
11. Helix (Xerophila) prsana Müll. in abgeriebenen, todten Stücken auf der Insel Busi über der blauen Grotte gefunden, wohl angeschwemmt.
12. Helix (Xerophila) n. sp.? aus der Virgata-Gruppe, leider nur in wenigen Exemplaren bei Comisa, auf Brusnik und Sn. Andrea gefunden.
13. Helix (Xerophila) profuga A. Schm. in Gärten von Comisa an Mandelbäumen häufig; in der ‚Varietät lesiniaca Fag. auf Rosen im Fort Andrassy bei Lesina und in einer grossen Form (= var. phari Fag.) auf der Insel Brusnik.
14. Helix (Xerophila) conspurcata Drap. auf der Insel Brusnik, wohl auch anderwärts. |
15. Helix (Xerophila) ‚trochordes Poir. unter Steinen bei Comisa und auf Sn. Andrea.
16. Stenogyra decollata L. in der schlanken Form nur bei Comisa gefunden, trotz allen Suchens nie auf Lesina.
17. Pupa (Torquilla) frumentum Drp. in der var. pachygastris Zgl. häufig an Felsen bei Lesina.
18. Pupa (Modicella) Mühlfeldti Kstr. bei Comisa bis 400 mtr. hoch; in der var. major Kstr. = ventilatoris Parr. auch bei Lesina mit P. frum. häufig.
19. Pupa (Modicella) rhodia Roth bei Lesina mit der vorigen seltener.
20. Pupa (Modicella) Philippi Cantr. bei Comisa.
21. Olausilia (Delima) conspurcata Jan bei Lesina und auf der Insel Sn. Andrea.
22. Olausilia (Delima) substricta Parr. in der typischen Form und in der mut. albina Böttg. sehr häufig auf den
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Sc. Bacili; wie mir Herr Dr. Boettger mittheilt, ist diese Art bisher nur von Capocesto und Meleda bekannt, an ersterem Orte ist Albinismus ebenfalls häufig.
23. Clausilia (Delima) crassilabris Ksts. Die typische Form kommt neben albinen bei Comisa vor, ferner daselbst die var. callida Parr., sowie eine Varietät mit getrenntem Mundsaum (bei Comisa in 400 mtr. Höhe); die var. pharensis West. habe ich bei Lesina und Citavecchia in der Ebene gesammelt. Endlich kommt auf Brusnik eine’ wie es scheint neue und für den Fundort charakteristische Varietät vor, von der ich jedoch nur drei nicht ganz tadellose Exemplare besitze; sie unterscheidet sich vom Typus, dem sie an Länge gleichkommt, durch die mehr bauchige Form, die grössere Mündung, deren Querdurchmesser fast dem Längendurch- messer gleicht und den zarteren Mundsaum.
24. Clausiia (Papillifera) bidens L. von meinem Begleiter, Herrn Dr. Ferd. Schmidt auf Lesina gesammelt.
25. COyclostoma elegans Müll. häufig bei Comisa, Lesina und auf Sn. Andrea. |
26. Pomatias scalarinus Villa, bei Lesina, Citavecchia und Comisa neben Pupa frum. resp. Modicellaarten.
Endlich füge ich noch die Beschreibung einer neuen Art von Pomatias bei, welche Herr Dr. O. Boettger abgefasst hat:
Pomatias Kleciaki n. sp.
„Afl. P. nano West. et Stossicht Oless.. — T. parva, punctato-perforata, turrito-conica, margine columellari in auriculam magnam, rotundatam angulato-protracto, ad anfr. penultimum prope accedente. T. corneo- flavescens, immaculata, nitens; spira turrita, obscure brunnea; apex acutiusculus, flavidus. Anfr. 8!/, convexi, distanter costati, costis obliquis, albidis, ultimus basi subangulatus, distinete sed levius costatus, ad aperturam valde ascendens, parum ampliatus, albidus. Apert.
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ovato-rotundata, marginibus duplieibus, interno acutius- culo prominente, externo late expanso, excavato-patulo, non reflexo, margine supero non aut vix auriculato, dextro regulariter curvato, semicirculari, columellari auriculatim horizontaliter expanso vel curvato-protracto.
Alt. 6°/,--7, diam. 21/,—2°),, c. apert. 31/, -3°/; mm. Hab. Lesina insula (2 Exple.).
Ich erhielt diese Art im Anfang der achziger Jahre von meinem verstorbenen Freunde Blasius Kleciak in Lesina als daselbst einheimisch. Die Form steht den beiden croatischen Arten P. nanus West. von Udbina bei Gospie und P. Stossichi Cless. vom Mte. Risniak in Süderoatien sehr nahe, dürfte aber vorläufig schon wegen des weitentlegenen Fundortes nicht ohne weiteres mit einer derselben identi- ficiert werden. Von P. Stossichi entfernt sie sich durch den Mangel einer Fleckung, die kräftigere Rippung der oberen Umgänge und die deutlich gerippte letzte. Windung und durch das noch länger und breiter ausgezogene flügel- artige Spindelohr, von P. nanıs durch bedeutendere Grösse und mehr thurmförmiges (rewinde, geringe Erweiterung des letzten Umgangs, durch ganz halbkreisförmigen, nicht an der Seite eingedrückten oder gradlinig absteigenden, rechten Aussenrand und ebenfalls durch weit längeres Spindelohr.
Eine neue Erklärung für das Schwimmen mancher Schnecken an der Oberfläche des Wassers. Von
Dr. Heinr. Brockmeier,
Eine ganze Anzahl unserer einheimischen Süsswasser- schnecken ist bekanntlich befähigt, die Schale nach unten, den Fuss nach oben, an der Oberfläche des Wassers einher-
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zukriechen. Kleine Paludinellen, Ancylus fluviatilis,*) Physa fontinalis, Limnaea stagnalis, L. auricularia und Planorbis corneus habe ich häufig in dieser Bewegung beobachten können. Diejenigen unter ihnen, welche sich an festen Körpern nur langsam fortbewegen, bleiben dieser Eigenthümlichkeit auch an der Wasseroberfläche treu, z. B. Ancylus fluviatilis, während beispielsweise die schnell kriechende Physa fontinalis auch hier rasch dahineilt. Manche können direct vom Boden zum Wasserspiegel aufsteigen, während andere, z. B. Ancylus fluviatilis, nach meinen bisherigen Beobachtungen eine feste Unterlage nöthig haben, um dahin zu gelangen. Wie halten sich nun die Thiere an der Oberfläche? In einem neueren conchyliologischen Werke finde ich folgende Erklärung: „Die meisten Süss- wasserschnecken, namentlich solche mit dünnerer Schale, und auch einige dünnschalige und schalenlose Meerschnecken können verkehrt an der Wasserfläche schwimmen, den Rücken nach unten, die Fusssohle mit ihren Rändern in der Ebene der Wasserfläche, in der Mitte etwas eingesenkt, so dass hier etwas Luft tiefer als der Wasserspiegel zu liegen kommt und die Schnecke durch den Druck des umgebenden Wassers dagegen an der Oberfläche erhalten wird, nach demselben physikalischen Princip wie ein Schiff.“
Hierauf möchte ich nun zunächst bemerken, dass diejenigen Schnecken, welche im Stande sind, im Wasser direct nach oben zu steigen, auch die Fähigkeit besitzen, dort zu verbleiben, ohne ihren Fuss zu einem Luftbehälter zu machen. Drückt man sie in’s Wasser hinein, so steigen
*) In einer Arbeit von Dr. Benjamin Scharp : „Beiträge zur Ana- tomie von Ancylus fluviatilis und Anc. lacustris* heisst es auf Seite 8: „Die Bewegungen von Ancylus sind langsam; nie schwimmt es, wie z. B. Limnaeus, an der Oberfläche des Wassers, was Gray Turton behauptet. Auch Mogquin-Tandon hat nie Ancylus an der Oberfläche schwimmen sehen“, Eine Bemerkung hierzu scheint mir überflüssig.
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sie meist rasch- wieder auf; für sie hat hierbei die Luft enthaltende Lunge die Rolle übernommen, welche bei den Fischen die Schwimmblase für das Auf- und Niedersteigen hat. Dementsprechend habe ich auch eine auflällige Ver- tiefung des Fusses, namentlich bei kriechenden Schnecken, in der Regel nicht beobachten können. Wurde Ancylus fluviatilis unter Wasser gedrückt, so sank er stets zu Boden; hier könnte also obige Erklärung zutreffen, aber auch hier habe ich nicht den Eindruck einer besonders merklichen Einsenkung des Fusses gewinnen können.
Um zu einer Erklärung zu gelangen, stellte ich folgenden Versuch an. In einen 1!/, cm. dicken Korkstopfen bohrte ich, paralell der Längsrichtung desselben, einen Nagel ein und stellte am entgegengesetzten Ende mit einem scharfen Messer eine glatte Ebene her. Das Gewichtsverhältniss zwischen Kork und Nagel wählte ich so, dass beide im Wasser gerade untersanken, hatte also ein Analogon zum niedersinkenden Ancylus. Jetzt holte ich diesen einfachen Apparat wieder aus dem Wasser hervor, trocknete die ebene Schnittfläche und tauchte ihn wieder vorsichtig ein; nun- mehr schwamm das Ganze, und es konnten sogar noch kleine Gewichte aufgelegt werden. Mit der Vermehrung derselben rückte das Wasser auf der ebenen Korkfläche vor und bildete daselbst einen convexen Ring; sobald bei der Belastung eine gewisse Grenze überschritten wurde, sank Alles rasch zu Boden. Nun änderte ich den Versuch in der Weise ab, dass ich den vollständig benetzten Kork, mit dem Nagel daran, vorsichtig von unten der Oberfläche des Wassers nahe brachte, und siehe da, auch jetzt verblieb der Apparat daselbst. Bei genauer Betrachtung zeigte sich, dass der Rand des Korkes stellenweise den Wasserspiegel durchbrochen hatte, und sobald die einzelnen Punkte wieder darunter verschwunden waren, was durch leichte Er- schütterungen bequem erreicht werden konnte, fand das
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Herabsinken statt. Es liessen sich*hier noch weitere Ver- suche anstellen, und zum Theil habe ich dieselben auch schon gemacht, doch scheinen mir diese für meine Zwecke zu genügen, und glaube ich hieraus den Schluss ziehen zu dürfen, dass eine Einsenkung des Fusses bei den an der Wasseroberfläche schwimmenden Schnecken keineswegs immer nothwendig vorhanden sein muss, um die Thiere dort zu erhalten.
Ich will nun versuchen, eine Erklärung für meine Experimente zu geben, und sollte sie nicht befriedigend ausfallen, so würde ich mich freuen, wenn durch dieselbe eine bessere veranlasst würde. Die einzelnen Moleküle in der Oberflächenschicht einer Flüssigkeit erfahren bekanntlich nach unten eine stärkere Anziehung als nach oben; in Folge dessen üben sie auf das Innere derselben einen Druck aus. Man hat diese Oberflächenschicht das Flüssigkeits- häutchen genannt. Wird nun dasselbe an irgend einer Stelle unterbrochen, so ist klar, dass damit auch der Druck nach unten daselbst aufgehoben ist, während er ringsherum überall bestehen bleibt. Das Gleichgewicht in der Flüssigkeit ist damit also gestört, und es muss da, wo mit der Unter- brechung des Häutchens der Druck nach unten vermindert wurde, ein entsprechender Druck nach oben, ein Auftrieb, zur Geltung kommen, und dieser ist es, welcher bei meinen Versuchen den Nagel mit dem Kork an der Oberfläche erhielt, und der auch den Schnecken bei ihren Bewegungen daselbst unter Umständen zu statten kommt. Man kann sich den Vorgang noch auf andere Weise klar machen. Im Vergleich zum ebenen Wasserhäutchen übt ein convexer Meniskus bekanntlich einen stärkeren, ein concaver aber einen geringeren Druck aus. Berührt man mit einer Glas- röhre das Wasser, so bildet sich ein convexer Meniskus; dieser aber drückt weniger stark nach unten als der früher daselbst vorhandene ebene Wasserspiegel, und in Folge
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dessen wird Wasser in die Röhre hineingetrieben. Das Umgekehrte findet statt, wenn eine Glasröhre etwas mehr Wasser enthält als beim Eintauchen eintreten würde; als- dann bildet sich unten ein convexer Meniskus, welcher den Ueberschuss darin zurückhält, der aber austritt, sobald man mit der Röhre den Wasserspiegel berührt.
Ehe ich hier weiter ausführe, will ich eine weitere Frage zu beantworten suchen. Wie findet die Bewegung der Schnecken an der Oberfläche des Wassers statt? In Johnston’s Einleitung in die Conchyliologie, übersetzt von Bronn, heisst es auf Seite 127 von den Bauchfüssern des Wassers: „Manche können an die Oberfläche emporsteigen, wo sie in umgekehrter Haltung, mit Leib und Schale nach unten und mit dem Fusse nach oben gewendet, sich der Luft als eines festen Pfades bedienen und darauf in derselben Art, wie auf der Erde kriechen.*“ Mir scheint diese Art der Bewegung ein für eine Schnecke unausführbares Manöver zu sein. Wenn Jemand im Wasser seine Lunge gehörig mit Luft füllt, so ist er im Stande, frei schwebend den Kopf über Wasser zu halten; er mag dann sein Gesicht abwechselnd in ernste und freundliche Falten legen, er wird damit keinen Schritt von der Stelle kommen. Ebensowenig werden bei der schwimmenden Schnecke die wellenförmigen Bewegungen der Fusssohle in der Luft eine nennenswerthe Vorwärtsschiebung des eingetauchten Thieres zur Folge haben, da ja der Fuss im Ganzen seine Form beibehält.
Auf derselben Seite ist in dem oben citirten Werke angegeben: „Quatrefages ist der Meinung, das die Voran- bewegung der Weichthiere an der Oberfläche des Wassers und mit dem Fuss an der Luft nicht durch eigenthümliche Bewegung des Fusses geschehen könne, sondern der Thätig- keit der Flimmerhaare zuzuschreiben sei, welche den ganzen Körper und insbesondere auch dessen Sohle bedecken.“ Weiter heisst es: „Ich kann mich dieser Erklärung nicht
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See
unbedingt anschliessen, weil sie mir mit einigen Erschei- nungen unvereinbar zu sein scheint. Eine Eolis z. B., welche auf diese Weise einen Wasserbehälter durchwandert, kann plötzlich stille stehen und eine Zeit lang an derselben Stelle bleiben ; gleichwohl sind inzwischen die Flimmerhaare in einem ebenso thätigen Zustande, als während sich das Thier bewegt“. (Ob auch alle in derselben Richtung und Stärke ?)
Mir scheint es, als ob hier der Thätigkeit der Flimmer- haare doch etwas zu viel zugetraut würde. Ein kleines Infusorium wird durch diese Gebilde mit Leichtigkeit fort- bewegt; handelt es sich aber darum, grössere Massen, z. B. einen Planorbis corneus, eine Limnaea stagnalis ete., in einem widerstrebenden Medium in Bewegung zu setzen, oder die kleinere Physa fontinalis rasch vorwärts zu bringen, so dürfte der durch die Flimmerhaare zu erzielende Effect wohl nicht ausreichend sein. Legt man einen Ancylus fluviatilis verkehrt auf den Boden eines mit Wasser gefüllten Gefässes, so können die Cilien ungehindert thätig sein, eine Fortbewegung kommt aber nicht zu Stande; das Thier wendet seinen Fuss hin und her, bis es ihm endlich gelingt, die Gefässwand damit zu erreichen. Hier würde also schon die geringe Reibung zwischen Schale und Glas der fort- bewegenden Thätigkeit der Cilien eine Grenze setzen. Anders aber verhält es sich bei einer an der Oberfläche schwimmenden Physa fontinalis, welche man so gedreht hat, dass der Fuss nach unten gerichtet ist. Hier ist jener Reibungswiderstand nicht vorhanden, die Schnecke könnte also vertrauensvoll die Weiterbewegung den Wimpern überlassen, statt dessen aber sucht sie mit ihrem Fusse die Wasseroberfläche wieder zu erreichen und schwimmt weiter, sobald ihr dies gelungen ist.
Nach meinen Beobachtungen habe ich die Ueberzeugung gewonnen, dass die in Rede stehenden Bewegungen mancher
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Schnecken auf dieselbe Weise zu Stande kommen, wie auf einer festen Unterlage; die Fusssohle ist aber keineswegs vollständig mit der Luft in Berührung, sondern befindet sich unter der obersten Flüssigkeitsschicht; nur für einzelne Theile des Randes scheint mir ein Contact mit der Luft nicht ausgeschlossen. Zwischen der Fusssohle und der Flüssigkeitshaut findet Adhäsion statt; desshalb folgt die letztere jeder Unebenheit des Fusses, auch wenn derselbe tief eingesenkt ist, was man bei ruhenden Schnecken zu- weilen beobachten kann. Hiermit dürfte für die Fortbewegung ein geeignetes Widerlager gegeben sein.
Wie halten sich nun die Schnecken an der Oberfläche? Die Beantwortung dieser zuerst aufgeworfenen Frage wird in den einzelnen Fällen verschieden ausfallen, dürfte aber nach dem bisher Ausgeführten leicht gegeben sein. Im Allgemeinen wird man sagen können, dass sie an der obersten Flüssigkeitsschicht hängen, wobei dann zu berücksichtigen ist, dass eine nur schwache Einsenkung des Fusses, eine Erhebung des Fussrandes oder eines Theiles der Schale über den Wasserspiegel, oder eine Unterbrechung des Wasserhäutchens bei der Athmung an der Oberfläche und in Verbindung damit ein die Athemöffnung umgebender, convexer Ring, einen Auftrieb zur Folge haben muss, so dass ihr Zug nach unten ein sehr geringer ist.
Genau angestellte Versuche werden es ermöglichen, mit einiger Sicherheit vorher zu bestimmen, ob eine Schnecke oder Muschel (Cyclas) an der Wasseroberfläche schwimmen kann oder nicht.
Endlich noch eine Bemerkung über Limnaea stagnalis. Verschiedene Individuen dieser Art habe ich an der Ober- fläche des Wassers beobachtet, ohne dass sie sich fortbewegten ; der Fuss war etwa in der Mitte zusammen- gezogen, und zwar in der Richtung des Querdurchmessers; vor dieser Einschnürung war eine merkliche Vertiefung und
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darin wurden durch die Wimperbewegung der Fusssohle die Verunreinigungen der Flüssigkeitsoberfläche zusammen- geschoben. Sobald sich dort eine genügende Portion angesammelt hatte, wurde dieselbe aufgeleckt. Diese schlaue Schnecke hat also längst practisch verwerthet, was ich oben nachzuweisen versucht habe.
Die Land-, Süsswasser- und Binnenconchylien des nördlichen Persien. Von
Dr. H. Pohlig.*)
Die persische Conchylienfauna**) ist wegen der un- günstigen klimatischen und Vegetationsverhältnisse des Landes eine relativ und absolut sehr ärmliche; nur die Waldregion südwestlich und südlich unmittelbar um das caspische Meer, sowie die Unterläufe der beiden grösseren Flüsse Araxes und Sefidrud sind vergleichsweise reicher an Landschnecken. Von Clausilien fand ich nicht ein einziges Stück, wiewohl ich ein besonderes Augenmerk auf solche hatte.
a) Von grösseren Landconchylien konnte ich in Persien als den östlichsten Verbreitungsbezirk der Vertreterin unserer Helix pomatia, der Hel. taurica, den Karadagsh feststellen, von wo einer oder der andere armenische Gour- mand seinen Vorrath bezieht; denn den Persern ist es ein Greuel, dergleichen zu geniessen, und ein Chan, der in Paris gewesen war, konnte seine Geringschätzung occi- dentalen Wesens nicht schärfer markiren, als durch die Worte: „sie fressen ja dort Frösche.“ — Ferner fand ich H. taurica noch in den Gebirgen w. von Urmia, aber
*) Aus Sitz.-Ber. niederrh. Gesellschaft Bonn 1886 p. 259. **) Vgl. u.a. E. von Martens, über vorderasiat. Conchylien . etc. Kassel 1875 (in Novitates conchologicae).
A
in ganz kleinen, offenbar verkümmerten Exemplaren. — Von Helix atrolabiata Kryn., welche sich nur in der Wald- region, an dem kaspischen Meere, findet, kommen zwei Formen vor; die bis 4 cm. grosse var. Stauropolitana Schm. mit 4—5 Bändern und den bekannten hammerschlagartigen Eindrücken lebt in dem höheren Niveau der Buschregion von Rustemabad mit H. Derbentina Andr., der orien- talischen Vertreterin unserer A. ericetorum; die bis 25 mm kleine A. atrolabiata var. Lenkorana Mouss., mit nur drei Bändern, bewohnt die Urwälder der sumpfigen Niederungen beiReschtund Astara, mit zahllosen Oyelostoma costulatum Ziegl., var. hyrcana Mart., höher hinauf auch H. Talischana Mart. — Bemerkenswerthes bietet ein Vergleich dieser östlichsten Atrolabiaten mit den westlichsten, aus denthüringischen Travertinenmit Elephas antiquus, H. Tonnensis Sandb. Diese pleistocaene Rasse weist ebenfalls eine bis 4 cm. grosse Form mit deutlichen, hammerschlagartigen Eindrücken neben einer bis nur 23 mm kleinen auf, differirt aber jedenfalls in der con- stanten Configuration der Bänder und der Mündung von allen modernen Varietäten, wie ich anderen Ortes auseinander- setzen werde — Upter den grösseren persischen Land- conchylien ist noch Helix Djulfensis Dub. hervorzuheben, welche an der rechten Araxesthalseite oberhalb Djulfa, sobald man nur die nackten Felsen ein Stück hinaufklimmt, in grosser Menge über den Abhang hingestreut erscheint. Vereinzelt findet man diese Art auch noch einige Meilen landeinwärts nach Persien an den Gehängen des Deredis- passes, doch ist es hier A. Derbentina, ebenso wie S. von der kaspischen Vegetationszone am Sefid- und Schah Rud, welche fast ausschliesslich in grösster Anzahl das Terrain beherrscht. Einige Meilen weiter nach dem Plateau hinauf verschwindet diese Form ebenfalls und macht glattmundigen und bezahnten Buliminen Platz. Neben letzteren findet
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sich an dem Urmiasee auch eine grössere Pupa. Auf der ganzen Erstreckung zwischen Tabris und Teheran gewahrte ich dagegen nicht ein einziges Oonchyl.
b) Die persischen Süsswasserconchylien scheinen sich von den deutschen Arten nicht wesentlich zu unterscheiden. Bei der Ungunst derhydrographischen Verhältnisse beschränken sich Fundstellen solcher Conchylien auf die Küsten des kaspischen Meeres und des Urmiasees, wo deren Schalen von den Flussmündungen her angeschwemmt werden. An dem Urmiasee ist die unserem Planorbis marginatus ent- sprechende Form am verbreitetsten und stellenweise, wie an der Insel Koyundagh, in grösster Menge angeschwemmt. Seltener ist Limnaeus stagnalis und eine schlanke, "kleine Bithynie oder Hydrobie. Die genannten Planorben finden sich ebenso an der kaspischen Küste bei Astara angeschwemmt, mit Limnaeen, Helices, Neritinen und Dreyssenen. Die kaspischen Neritinen und Dreyssenen sind von gleichgrossen rheinischen Exemplaren in nichts unterschieden, erreichen jedoch nicht viel über die Hälfte unserer einheimischen Formen; die Neritinen werden dort nur bis 7 mm, die Dreyssenen bis 24 mm gross. Die Schalen haben durch den Aufenthalt in Salzwasser ein eigenthümlich geglättetes Aussehen erhalten. Auf der er- wähnten grossen Insel in dem Urmiasee befindet sich eine Anschwemmungszone von Dreyssenen und Neri- tinen in einem um mehrere Meter höheren Niveau, als die Planorben ete., und bekundet dadurch ein höheres Alter, wohl demjenigen entsprechend, welches die ebenfalls von mir entdeckten pleistocaenen Travertine mit Dreyssenen und Hydrobien der Schahihalbinsel an demselben See besitzen.
c) Die kaspischen Salzwasserconchylien kommen bei Astara an dem Talisch mit den letztgenannten brakischen und Süsswasserconchylien zusammen angeschwemmt vor,
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jedoch in weitaus überwiegender Menge. Oardium (Didaena) trigonoides Eichw., welche mit der var. crassa desselben Autors durch häufige Uebergänge verbunden zu sein scheint, bedeckt in dicken Schichten weithin landeinwärts den Boden; diese Exemplare der prähistorischen Stufe unterscheiden sich von den modernen durch den Verlust der schönen rothbraunen Farbenbänder, welche in den Abbildungen Bichwald’s nicht angegeben sind und in zwei gesonderten Bündeln von Radialstreifen, ähnlich, wie zuweilen bei Unio, bestehen. Weniger häufig ist eine kleine Form von Oardium edule mit var. rustica, und selten Cardiwum (Monodacna) edentulum Eichw., bis 28>x23 mm gross; von letzterer Art fand ich ausser der typischen Form drei Varietäten, eine sehr viel flachere, mit spitzem, ungewölbtem, nach unten hin verschobenem Buckel, var. compressa, ferner eine der letzteren ähnliche, aber dickschalige Form mit stärkerem Schloss, var. solida, und eine gekielte Abart mit langem Schlosszahn, var. ungulata, letztere vielleicht mit. ©. (Mono- dacna) protractum Eichw. zusammenfallend, von welcher mir keine Vergleichsexemplare zu Gebote stehen. Am seltensten, und wegen der Zartheit der Schale nur in Frag- menten, zeigt sich eine Art, welche wohl mit O©. (Adacna) laeviusculum Eichw. identisch ist.
Auf der Fahrt sammelte ich noch die Conchylien der Ruinen von Sebastopol und Athen, letztere mit der von mir in Mittelitalien beobachteten Fauna anscheinend völlig übereinstimmend, erstere besonders durch Extreme und Abnormitäten des dort häufigsten Buliminus, wie 25><7 gegenüber 159 mm an ausgewachsenen Exemplaren, bemerkenswerth.
Diagnosen neuer Arten. Von 1 W. Kobelt.
1. Helix (Macularia) arichensis Debeaux in sched.
Testa depresse globosa, leviter transverse dilatata, solida, irregulariter hic illic rugose striata et lineis brevibus impressis notata, cretaceo-alba vel obscure quadri- fasciata. Anfr. 6 convexiusculi, leniter crescentes, sutura distincete impressa discreti, ultimus subinflatus leviter dilatatus, antice subite valdeque deflexus, ad locum umbilici subexcavatus. Apertura valde obliqua, fere horizontalis, sat parva, ad columellam, ad parietem aperturalem nec non pone labium costaneo vel badio tincta, marginibus conniventibus, supero et externo acutis, dilatatis et subreflexis, columellari appresso, plica permagna arcuata antice dentiforme truncata albida munito, cum externo callo tenui diffuso jJuncto.
Diam. maj. 35, min. 30, alt. 22 mm.
Hab. prope el-Arich in parte meridionali provinciae Oranensis. :
Differt ab Hel. odopachya testa magis depressa, transverse dilatata, regione umbilicali excavata, dente transverse plieiformi.
2. Helic (Macularia) pseudembia Debeaux in sched.
Testa subglobosa, imperforata, solida, cretacea, unicolor alba, striis irregularibus hie illic costiformibus im- pressionibusque brevibus transversis sculpta. Anfr. 5 convexiusculi, sutura distincte impressa discreti, ultimus leviter inflatus, vix dilatatus, circa umbilicum perparum depressus, antice valde profundeque deflexus. Apert. obliqua, lunata, intus, ad parietem et ad columellam
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vividissime castanea, peristomate acuto, late reflexo, albolabiato, ad marginem externum plus minusve distincte dentato-incrassato, marginibus conniventibus, callo tenuissimo vix junctis; columella subexcavata, plica distincta, antice dentiformi truncata et albida munita,
Diam. maj. 32, min. 26,5, alt. 21,5 mm.
Hab. circa Lella Marnia prov. Oranensis, confinibus maroccanis proxima.
Differt ab Hel. xanthodon Ant. (ema Bourg.) apertura latiore, ab Hel. zaffarina Terv. dente majore columellae et dente marginis externi.
3. Helix (Macularia) Lobethana Debeaux in sched.
Testa exumbilicata, depresse trochoidea, solida, ruditer et irregulariter striatula, aperturam versus passim malleata, alba, zonis fuscis 4 pallidis ornata ; spira conoidea apice mediocri, laevi, planato. Anfractus 5!/, vix convexi- usculi, sutura primum lineari, dein irregulariter impressa discreti, regulariter et sat celeriter crescentes, ultimus rotundatus, aperturam versus dilatatus, subtus quoque convexus, antice valde subiteque des- cendens. Apertura perobliqua, late ovata, parum lunata ; peristoma acutum, intus incrassatum, marginibus vix conniventibus, callo tenuissimo tantum intus castaneo Junctis, margine supero recto expanso, externo patulo, subreflexo, basali incrassato, compresso, callo pliciformi crasso primum declivi dein oblique truncato, ad insertionem castaneo munito.
Diam. maj. 33, min. 26, alt. 21 mm.
Hab. Dschebel Lobetha prov. Oranensis.
Differt ab Hel. arichensi, cui proxima, regione umbilicali haud excavata, sed convexa.
4. Helix (Macularia) Bailloni Debeaux in litt.
Testa onınino exumbilicata, orbiculata, depressa, solida,
nitidula, striatula, hie illic malleata et sub lente lineis
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spiralibus subtilissimis sculpta, alba, zonis rufo-fuseis
4, secunda et tertia latioribus, ornata; spira leviter
convexa apice magno obtuso; sutura distincta, linearis.
Anfractus 4"), sat regulariter erescentes, convexiusculi,
ultimus leviter transversim dilatatus, basi planiusculus,
ad umbilicum excavatus, antice subite valdeque deflexus.
Apertura parva obliqua, ovata, sat lunata, intus alba
fasciis translucentibus; peristoma simplex, leviter
incrassatum, marginibus conniventibus, callo tenui subdilatato junctis, basali concavo, leviter calloso sed minime tuberculato, ad insertionem dilatato.
Diam. maj. 24, min. 19,5, alt. 13, diam. apert. 14:10 mm.
Hab. in deserto meridionali prov. Oranensis.
Eine höchst merkwürdige flache Form, welche der Juilleti-Gruppe zugehört, aber schon wegen der geringen Zahl der Umgänge mit keiner der beschriebenen Formen vereinigt werden kann. Es liegt nur ein todt gesammeltes und etwas abgeriebenes Exemplar vor, das in einem sandigen Ravin zwischen Tiüt und Mograr im Gebiete der Uled Sidi Scheikh nahe der marokkanischen Grenze gefunden wurde.
5. Leucochroa saharica Debeaux mss.
Testa subgloboso-conoidea, exumbilicata, angulata, cretacea, haud nitens, alba vel leviter lutescens, irregulariter striata, spira conoidea, apice obtusulo, laevigato, albo; sutura profunde impressa, levissime crenulata. Anfractus 5'), eonveviusculi, regulariter crescentes, supra suturam angulati, ultimus vix dilatatus, medio distincete angu- latus, sed haud carinatus, basi convexus, antice deflexus. Apertura ovata, sat lunata, obliqua, peristo- mate (in adultis) incrassato extus et infra vix reflexiusculo, marginibus parallelis, insertionibus distan- tibus, callo junctis, columellari perparum excavato, ad insertionem dilatato, umbilicum omnino oceludente.
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Diam. maj. 20,5, min. 18, alt. 15 mm,
Hab. in deserto meridionali prov. Oranensis,
Differt a Leucochr. candidissima testa subrugosa, sutura leviter crenulata, anfractibus lentissime cerescentibus.
Ueber eine Art Stimme bei Helix aperta Born.
Es ist allgemein bekannt, dass namentlich die grösseren Helices beim raschen Zürückziehen in ihre Schale ein Geräusch dadurch erzeugen, dass die in der Lufthöhle an- gesammelte Luft aus dem Athemloch herausgestossen wird; gewöhnlich wird eine geringe Menge Schleim in kleine Blasen dabei aufgetrieben, deren Platzen das Geräusch ver- mehrt. Dasselbe vollführte nun Helix aperta, die ich aus dem Terrarium herausgenommen und auf den Tisch gesetzt hatte — aber es geschah nicht einmal, sondern achtmal hintereinander; das Thier hatte sich mit seiner Sohle an die Tischplatte angelegt, stiess die Athmung mit Geräusch rasch heraus, athmete gleich von Neuem ein, zog sich wieder zusammen und so fort, mit einer Lebhaftigkeit, die ich der Art nicht zugetraut hätte. Offenbar hatte sie das Hervor- holen aus ihrem Versteck sehr übel genommen und machte ihrem Zorn, wohl auch Angst in der angegebenen Weise Luft. Ein zweites Exemplar war nicht so empfindlich, sondern kroch bald munter umher.
M. Braun.
Necrologie.
Der bekannte Helicidensammler A. D. Brown in Princeton, Mass. ist gestorben. Seine Sammlung, von welcher er mehrere Kataloge veröffentlicht hat, vermachte er der Akademie in Philadelphia; sie enthielt über 5000 Arten.
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Kleinere Mittheilungen.
Aus den Tagebüchern Böhm’s macht Noack (Zoolog. Jahrbk. I. p-. 254) die Mittheilung, dass Aerpestes fasciatus in der Umgebung des Tanganikasees Schneckengehäuse mit den Vorderpfoten gegen Steine wirft, um sie zu zerbrechen und den Inhalt fressen zu können.
Prof. Breuer in Montabaur theilt in den Mittheilungen der Sektion für Obstbau des Vereins nassauischer Land- und Forstwirthe mit, dass manche Taubensorten, besonders die sogenannten Mövchen, mit dem grössten Eifer die gemeine Gartenschnecke aufsuchen und fressen.
Prof. Heilprin hat in den Miocänschichten von Tampa in Florida drei Arten der heute auf Polynesien beschränkten Gattung Partula gefunden.
Literatur.
Platania, Gaetano, Oontribuzione alla Fauna malacologiea estramarina della Sicilia e delle Isole Adjacenti. — Sep.-Abz. aus — ? —
Als neu beschrieben werden Carthusiana daphnica nebst var. flavida von Castelbuono in den Madonien; — hiberna var. vulcanica vom Ostabhang des Etna; -— Olivieri var. rufescens von Agnone, Prov. Syrakus ; — Bul. pupa var. vestita vom Ostabhang des Etna; — Claus. Benoiti = proxima Ben. nec Walderd. ; — Albinaria Degre- gorii von Malta.
Krause, Dr. Arthur, Beitrag zur marinen Fauna des nörd- lichen Norwegen. — Wissenschaftliche Beilage zum Programm der Luisenstädtischen Oberrealschule. Ostern 1887 4°. 24 pyg.
Der Verfasser hat im Juli 1886 einige Zeit in dem nahe dem 66. Breitegrade mündenden Ranenfjord gedrakt und gibt eine sehr hübsche Schilderung dieses Gebietes, welches zu den interessan- testen Theilen Nordnorwegens gehört. Es wurden 157 Arten Mollusken erbeutet, neue Arten waren nicht darunter, wie in diesem in den letzten Jahrzehnten so gründlich durchgearbeiteten Gewässer nicht anders zu erwarten. Wie in einem Grenzgebiete natürlich, mischen sich arktische und boreale Arten; Krause rechnet von seiner Ausbeute 96 sp. zur arktischen, 61 zur borealen Fauna.
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Schepmann, M. M., Bijdrage tot de Kennis der Mollusken- Fauna van de Schelpritsen van Suriname, naar dei door den Heer Voltx gemaakte verzameling. In Samml. Geol. Reichsmus. Leiden Ser. II. Vol. 1 p. 150—168.
Der Autor hat die seiner Zeit von dem unglücklichen Palaeontologen Voltz an der Küste von Surinam gesammelten subfossilen Mol- lusken, welche seither iin Leidener Museum lagen, durchgearbeitet und gibt ihr Verzeichniss, mit vier Land- und Süsswasserarten 40 sp., sämmtlich noch in den westindischen Gewässern lebend mit Ausnahme eines Pecten, welchen der Verfasser, allerdings nicht ohne schwere Bedenken mit P. Sowerbyi Reeve von Peru identifieirt; er stände vielleicht doch besser, trotz der hervor- gehobenen Unterschiede, bei P. Schrammi Fischer.
Locard, Arnould, Etude eritique des Tapes des Cotes de France. — In Bull. Soc. Malac. France III. 1886 p- 239—328 pl. 7. 8.
Die formenreiche Gattung Tapes ist von jeher eine der Plagen der Systematiker gewesen und wir müssen dem Autor dafür dankbar sein, dass er deren Entwirrung unternommen hat, auch wenn wir seinen Ansichten nicht überall beitreten können und seine Arten theilweise als durch die Localität bedingte Varietäten anderer Arten ansehen müssen. Locard hat sowohl die Originale des Pariser Museums als die der Lamarck’schen Sammlung in Genf studiren können und konnte somit die so verschieden ge- deuteten Lamarck’schen Arten definitiv festlegen. Er unterscheidet folgende Arten: 1. Gruppe der T. decussatus: decussatus L., extensus Loc., pullaster Mtg., pullicenus Loc., saxatilis Fleur. ; — 2. Gruppe des T. texturatus: texturatus Lam., Mabillei Loc., nitidosus Loc., rostratus Loc., Grangeri Loc., Rochebrunei Loc., petalinus Lam., floridellus Lam.; 3. Gruppe des T. Bourguignati: Bourguignati Loc., bieolor Lam., anthemodus Loc., Beudanti Payr., lucens Loc.; — 4. Gruppe des T. aureus: aureus Gmel,, retortus Loc., aeneus Turt., Servaini Loc.; 5. Gruppe des T. edulis: edulis Chemn., lepidulus Loc., pulchellus Lam., geo- graphicus Chemn. —
Jousseaume, Dr., Mollusques nouveaux. — In le Naturaliste Ser. 2 p. 5.
Der Autor errichtet für Bulimus melanocheilus Nyst und eine neue Art aus Venezuela (Bul. tatutor fig. 1) eine neue Gattun
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Tatutor. — Ferner beschreibt er Limieolaria tulipa n. vom Congo. Beide neue Arten sind ziemlich roh abgebildet.
Bouvier, E._L., sur ! Organisalion des Gasteropodes senestres. In le Naturaliste Avril p. 18.
Der Autor glaubt gefunden zu haben, dass bei den linksgewundenen Pulmonaten die Eingeweide auch völlig umgelagert sind, bei den Pectinibranchiern, wo er Meladomus purpureus untersucht hat, dagegen nicht.
Martini-Chemnitz, Systematisches Conchyliencabinet. Dun Auflage. Lfg. 346. Mytilus von 8. Clessin. ; — 347. Cancellaria, von Th. Löbbecke und Admete von W. Kobelt.
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Mittheilungen und Anfragen. ©
Der Unterzeichnete wünscht Cerithien, lebende und fossile, auch die häufigeren Arten in guten Exemplaren nicht ausgenommen, in Tausch zu erwerben.
Schwanheim a. M. Dr. W. Kobelt.
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1 Rossmässler, Iconographie der Land- und Süsswasser-Mollusken. Bd. 1-5 mit 90 colorirten Tafeln. 1835—59. Lwbd. (Vergriffen.) Offerirt zu
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Eingegangene Zahlungen. Museum, K. Zoolog., Berlin M. 21.—; Lehmann, K. 6.—; Diemar, C. 21.—; Burmeister, H. 21.—; Schedel, Y. 6.—
T = Das dieser Nummer beiliegende Verzeichnis des antiquarischen Bücherlagers über Conchylio- logie des Herrn Karl Theodor Völcker, Frankfurt a. M. empfehlen wir geneigter Beachtung.
Redigirt von Dr. W. Kobelt. — Druck von Kumpf & Reis in Frankfurt a. M Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M.
Hierzu die Beilage Tausch-Catalog No. 4.
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No. 9 u. 10. September-October 1887.
Nachriehtsblatt
der deutschen Malakozoologischen Gesellschaft.
Neunzehnter Jahrgang.
Erscheint alle zwei Monate und wird gegen Einsendung von Mk. 6.— an die Mitglieder der Gesellschaft franco geliefert. — Die Jahrbücher der Gesellschaft erscheinen 4mal jährlich und kosten für die Mitglieder Mk. 15.—
Im -Buchhandel: werden diese Zeitschriften nur zusammen abgegeben und kosten
Mochru/S$ jährlich Mk. 24. —
Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuscripte, Notizen u. s. w. gehen an die Redaction: Herrn Dr. W. Kobelt in Schwanheim bei Frankfurt a. M.
Bestellungen (auch auf die früheren Jahrgänge), Zahlungen und dergleichen gehen an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M.
Andere die Gesellschaft angehende Mittheilungen, Recla- mationen, Beitrittserklärungen u. s. w. gehen an den Präsidenten: Herrı D. F. Heynemann in Frankfurt a. M.-Sachsenhausen.
Mittheilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie.
Suezeanal und MNittelmeerfauna.
Die Durchstechung der Landenge von Suez gibt dem Zoogeographen eine Gelegenheit zu Beobachtungen über das Ueberwandern von Seethieren aus einem Faunengebiete in das andere, wie sie nur noch einmal vorkommen kann, wenn der Kanal von Panama vollendet werden sollte, wir müssen darum sehr dankbar sein für jeden Nachweis über Ein- und Ueberwanderung von Seethieren aus dem Mittel- meer zum rothen Meer und umgekehrt. Wir halten es daher für unsere Schuldigkeit, hier einen eingehenderen Bericht über die neueste Veröffentlichung über die Fauna des Suez- kanals zu geben, wie sie in einem Vortrage des Herrn Dr. Ed. von Martens in der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin enthalten ist. Es liegen bekanntlich schon
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zwei Berichte über den Einfluss des Suezkanals vor, von Th. Fuchs 1878 in dem 38. Band der Denkschriften der Wiener Akademie, und von Dr. C. Keller aus 1882 im 28. Band der Denkschriften der schweizerischen Gesellschaft für Naturkunde. Martens konnte sich ausserdem noch auf die Sammlungen der Herren Dr. ©. Gottsche im December 1881, Dr. Pastor im Juni 1882, und ausserdem auf die in diesem Jahre von Herrn Prof. Dr. Kruckenberg im südlichen Theile des Kanals und besonders in den grossen Bitterseen bei Fayed gemachten Forschungen stützen.
Die Fauna des Suezkanales hat sich demnach in den fünf seit der Anwesenheit Keller’s verflossenen Jahren nur um sieben Arten vermehrt, die Einwanderung erfolgt also trotz der anscheinend so günstigen Verhältnisse nur äusserst langsam. Aus dem Mittelmeer sind bis jetzt erst acht Molluskenarten in den Kanal eingedrungen, aus dem rothen Meere 18; der Unterschied in der Zahl erklärt sich leicht, wenn man bedenkt, dass der Golf von Suez von einer sehr reichen Molluskenfauna bewohnt wird, während die Gegend an der mittelmeerischen Ausmündung des Kanals durch die vom Nil herbeigeführten Schlammmassen für Molluskenleben wenig geeignet gemacht wird. So sind es nur ein Paar der gemeinsten Bewohner von schlammigen Küsten, die bis jetzt den Vormarsch nach Süden angetreten haben, Nassa neritea, Cerithium vulgatum, Cerithium conicum, Cardium edule, Tapes decussatus, Mactra stultorum und die wahrscheinlich passiv verschleppte Pholas candida; Solen vagina und eine von Keller angeführte Auster, Ostrrea bicolor, bleiben zweifelhaft. Leider hat noch keiner der Forscher daran gedacht, die Meeresfauna in der Umgebung von Port Said festzustellen; wir sind bezüglich der egyptischen Küste immer noch auf die Angaben von Schneider angewiesen, der aber an einer felsigsen und den Anspülungen des Nil nicht ausgesetzten Stelle sammelte, so dass wir seine Liste hier zur Vergleichung nicht verwenden können.
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Die aus dem rothen Meer eingedrungenen Arten sind: Murex crassispina Lam. Fusus marmoratus Phil. Strombus tricornis Lam. Cerithium scabridum Phil. — Caillaudi Pot. et Mich. Turbo sp.
Trochus Pharaonis L. Fissurella Rüppeli Sow. Ostrea Forskalii Chemnitz Meleagrina margaritifera L. Mytilus variabilis Krauss. Arca sp.
Chama Corbieri Jonas Cardium tenuicostatum Lam. Circe pectinata L.
Mactra olorina Phil. Psammobia rosea Gmel. Anatina subrostrata Lam.
Von diesen 18 Arten sind nur zwei, Cardium tenui- costatum und Psammobia rosea, nicht auch schon 1882 im Kanal gefunden worden; ganz durch den Kanal hindurch gewandert sind überhaupt nur drei Arten, Cardium edule und Cerithium conicum vom Mittelmeer, und Mytilus varia- bilis vom rothen Meer aus, alle drei im höchsten Grade eurytherm und euryhal, der Mytilus zur Verschleppung durch die Schiffe der Kanalgesellschaft in ganz vorzüglichem Grade geeignet. Für alle übrigen Arten bildet im Grossen und Ganzen auch heute noch die Schwelle von el Guisr die Verbreitungsgrenze und ist seit 1882 ein Vordringen der betreffenden Arten kaum bemerkbar. Im grossen Bitter- see finden sich fünfzehn erythräische Arten und nur die beiden obengenannten mediterranen, nur zwischen dem Timsah- und Ballah-See ist die Fauna mehr gleich-
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mässig gemischt. Ob die Bewegung schon definitiv zum Stehen gekommen oder ob sie später wieder einmal rascher fortgesetzt werden wird, bleibt späteren Beobachtungen über- lassen; jedenfalls sind die Erwartungen derjenigen Zoogeo- graphen, welche eine rasche Vermischung der beiderseitigen Faunen in grossartigem Maassstabe erwarteten, nicht in Er- füllung gegangen.
Dasselbe scheint aber auch für die beweglichen Fische zu gelten. Nur sechzehn Arten sind bis jetzt im Kanal nachgewiesen worden, davon 6 mediterrane und 10 ery- thräische, ein verschwindend kleiner Bruchtheil der beider- seitigen Faunen. Die Mittelmeerarten haben sämmtlich die Schwelle von el Guisr überschritten und drei von ihnen sind im rothen Meer erschienen; von den zehn erythräischen war in 1882 — neuere Beobachtungen über den nördlichen Theil des Kanals liegen nicht vor — noch keine über die Mitte hinaus vorgedrungen. Also auch hier eine ganz auf- fallend langsame Einwanderung, die sich wohl nur erklären lässt durch die ererbte Anhänglichkeit der meisten Fisch- arten an ihre gewohnten Weidegründe.
Schade, dass noch Niemand daran gedacht hat, Versuche mit direeter Ansiedelung von Mollusken in verschiedenen Theilen des Kanals zu machen; es wäre das ein Experiment, das wohl interessante Resultate bringen könnte.
Wir möchten diese Gelegenheit benützen, um die Auf- merksamkeit der nach Egypten reisenden Naturforscher auf die merkwürdige Thatsache hinzulenken, dass im Hafen von Alexandria eine Meleagrina vorkommen soll, allem Anschein nach schon seit alter Zeit angesiedelt. Genauere Daten darüber wären sehr willkommen.
K.
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Exeursion nach Val Sella und dem Alpendistriete der Sette Communi in Tirol. Von P. Vincenz Gredler in Bozen.
Wie es mich die letzteren Jahre als Nordtiroler und »Deutschen nach dem Süden«es, um mit Frau v. Staöl zu sprechen; oder besser gesagt: als Conchyliologen zu den Kalkalpen von Welschtirol, d. i. (um mich abermals der Sprache der Irredenti anzubequemen) ins »Trentino«, in die »Alta Italia« der Italianissimi zog; — so hatte ich mir für den diessommerlichen Feriengang ein Stück südtirolischen Grenzgebietes ausersehen, das meines Wissens conchyliologisch noch nie durchforscht worden. }
Da mit Ausnahme von Val Sella — einem Complex von 20—30 zerstreuten Privat-Villen von »Sommerfrischlern« — wohin ich vom Herrn Statthalterei-Rath und Kreishaupt- mann K. Strobele in Bozen freundlichst geladen war, das übrige bereiste Gebiet keinen gemeinschaftlichen Namen trägt und nur einen nördlichen Ausläufer, alpine Confinen der zu Italien gehörigen, halbdeutschen »Sette Communi« bildet; so muss ich den lectorem benevolum an die Karte von Tyrol verweisen. Darauf findet er östlich von Trient die prächtige Valsugana und südlich von Caldonazzo mit dem gleichnamigen bedeutenden See das Centathal ver- laufend, das wieder auf seinem Rückenkamme im Thalhinter- grunde die Wasserscheide des südöstlich nach Italien ablau- fenden Astico bildet. Zwischen diesen beiden Thälern nun schiebt sich von Osten her ein duschschnittlich subal- pines Hochplateau ein, das nebst Vezena und Monte Rovere (Eichberg)die zwei grösseren Ortschaften Lavarone und Luserna (Lusarn) trägt und in der Regel 3600 -4000° s. m. sich erhebt — — ein Alpenweiden-Distriet, der vielleicht so ausgedehnt, als die 16—18 Stunden umfassende, bekanntere Seiseralpe sich erstrecken mag und 5000 Rindern Weide
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bietet. Bei solcher Elevation, die östlich zu den alpinen Höhen aufsteigt, dürfen wir uns demnach, ungeachtet des Südens, keine spezifisch italienische Arten erwarten.
Doch wie der Rundgang gemacht, in derselben Ordnung möge auch der malakologische Bericht hierüber erfolgen und ich beginne mit Val Sella, das nur durch einen drei- stündigen, der Cima dodeci bis zur Cost’ alta oder Mt. Man- driola, die als Hochgebirge die Valsugana südlich abschlie